Bücher

Bücher lesen heißt, wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben über die Sterne.
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Jean Paul

Sonntag, 16. Juni 2019

[Rezension] Nora Elias - Königsberg - Glänzende Zeiten

Kurzbeschreibung:
"Ostpreußen Ende des 19. Jahrhunderts: Die hübsche Kaufmannstochter Adela liebt den reichen Gutsbesitzererben Carl von Reichenbach. Doch dann wird sie von ihrem Vater in eine Ehe mit dem Adligen Leonhard von Schletter genötigt. Die Verbindung steht unter keinem guten Stern. Zwar versucht sich Adela mit der neuen Situation zu arrangieren, doch die einstmals enge Freundschaft zwischen Carl und Leonhard zerbricht, und Carl sinnt auf Vergeltung. Schließlich werden auch Leonhards Schwestern von Carl in den Zwist hineingezogen. Zwischen den Familien herrscht bald eine offene Feindschaft, die ihren Schatten auch auf die nächste Generation werfen wird..."

Fazit:
"Königsberg - Glänzende Jahre" ist der Auftakt zur "Königsberg"-Saga von Nora Elias.

Ich habe mich anfangs schwer getan, einen Einstieg in das Buch zu finden, obwohl ich nicht so recht den Finger darauflegen kann, woran es lag.
Ob es der Schreibstil war oder die Charaktere oder eine Mischung aus beidem? Auf jeden Fall kam mir das ganze Geschehen anfangs etwas seelenlos vor, sodass ich schon mit mir gerungen habe, ob es sich lohnt, weiterzulesen.

Im Laufe des Buches änderte sich dies aber und die unterschiedlichen Personen wuchsen mir alle auf ihre eigene Art ans Herz. Als ich diesen Punkt einmal erreicht hatte, las sich das restliche Buch auch wie von selbst, sodass ich am Ende wehmütig Abschied nahm und seither auf die Fortsetzung warte.

Sehr gut transportiert fand ich das Zeitgeschehen. Auf der einen Seite die konservativen Monarchieanhänger, die den Wandel ablehen oder zu ignorieren versuchen und auf der anderen Seite die Befürworter der Republik, die Sozialisten, die neue Zeiten anbrechen lassen wollen.
Auch die ungerechte Behandlung von Mann und Frau, gerade in Ausnahmesituationen wie ungewollter Schwangerschaft spielt durchaus eine Rolle.
Wie viele Autoren historischer Romane setzt Nora Elias auf starke Frauencharaktere, was ich durchaus gern mag.

Für alle Liebhaber des damaligen Zeitgeschehens, die anfangs ein wenig Geduld aufbringen können.

Nora Elias
"Königsberg - Glänzende Zeiten"
erschiene im Goldmann Verlag

[Rezension] Benedikt Gollhardt - Westwall

Kurzbeschreibung:
"Scheinbar zufällig lernt Polizeischülerin Julia den attraktiven Nick kennen. Doch nach der ersten gemeinsamen Nacht entdeckt sie, dass er ihr einen falschen Namen genannt hat und ein riesiges Hakenkreuz-Tattoo auf dem Rücken trägt. Julia ist geschockt - warum hat Nick sie angelogen? Mit einem Mal gerät ihr Leben in einen alptraumhaften Strudel, der droht, ihr alles zu nehmen, was ihr lieb ist. Die Suche nach der Wahrheit führt Julia in die menschenleeren Wälder der Eifel bis hin zum Westwall, einem alten Verteidigungssystem aus dem Zweiten Weltkrieg. Und damit zurück in ihre eigene Vergangenheit..."

Fazit:
Die Handlung von "Westwall" ist vielschichtig, sodass es gar nicht leicht ist, zu wissen, wo man bei einer Rezension am besten ansetzt.

Vielleicht bei Julia: Aufgewachsen in einer alternativen Wohnkolonie ist sie bemerkenswert wenig weltfremd und nimmt ihre Ausbildung zur Polizistin ernst. Im sozialen Bereich hat sie so ihre Probleme, dennoch ist sie eine sympathische Protagonistin, wenn auch ein wenig hölzern.

Neben Nick und Julia gibt es viele weitere Charaktere in "Westwall", die auch alle eine Rolle zu erfüllen haben, um das große Ganze vor dem inneren Auge des Lesers entstehen zu lassen. Möglicherweise ein wenig zu viele Charaktere, denn in seinem Bestreben, allen gerecht zu werden, verzettelt sich Benedikt Gollhardt mitunter, wodurch es im Haupthandlungsstrang nicht recht vorwärts geht, was bei mir zu einem Gefühl der Langatmigkeit fühlte - nicht durchgehend, aber immer mal wieder. Eine generelle Straffung der Handlung wäre dem Lesefluss förderlich gewesen.

Dennoch gibt es auch einiges, mit dem der Autor punkten kann: Neben Köln ist der Westwall ein wichtiger Handlungsort des Geschehens. Bei den meisten ist dieses Relikt des Zweiten Weltkriegs sicher in Vergessenheit geraten bzw. sie haben noch nie davon gehört. Diesbezüglich erfährt man im Buch viel Interessantes. Auch die Verstrickung von Bundesbehörden, Szene, V-Männern, etc. miteinander ist gut gelungen und bringt dem Leser einiges an Information, Unterhaltung, Spannung und Stoff zum Nachdenken.

Insgesamt gesehen hat mir "Westwall" durchaus gut gefallen, wobei ich davon ausgehe, dass mehr Spannung aufgekommen wäre, wenn die Handlung etwas gestrafft bzw. ein paar Charaktere weniger bedient worden wären.

Benedikt Gollhardt
"Westwall"
erschienen im Penguin Verlag

Samstag, 15. Juni 2019

[Rezension] Ben Aaronovitch - Die Glocke von Whitechapel

Kurzbeschreibung:
"Der gesichtslose Magier, verantwortlich für grauenvolle übernatürliche Verbrechen, ist endlich enttarnt. Leider aber auch entwischt. Und er arbeitet weiter zielstrebig daran, die letzte Stufe seines perfiden Plans in die Tat umzusetzen. Das bedeutet: Ganz London ist in Gefahr. Peter Grant, Zauberlehrling und Detective Constable, muss zu extremen Mitteln greifen..."

Fazit:
"Die Glocke von Whitechapel" ist der siebte Band der Reihe um Peter Grant und - ich kann es nie genug betonen - Thomas Nightingale, seines Zeichens der letzte echte Zauberer Großbritanniens.

Bei dieser Reihe sollte man definitiv beim ersten Band "Die Flüsse von London" beginnen, da man sonst überhaupt nicht versteht, warum wer wie agiert und auch nicht wirklich in den Fall hineinfindet, da sich gerade die Jagd nach dem gesichtslosen Magier bereits über mehrere Bände erstreckt.

Ansonsten gehe ich davon aus, dass es nur diejenigen Leser bis zum siebten Band schaffen, die - so wie ich - der Reihe rettungslos verfallen sind. All jene, die mit Aaronovitchs einzigartigem Schreibstil nichts anzufangen wissen, werden deutlich früher das Handtuch geworfen haben.

Entsprechend braucht man gar nicht mehr viel zu sagen, außer: Jawohl!! Wieder einmal hat Ben Aaronovitch es geschafft, ein weiteres Buch zu kreieren, das man vom ersten Satz an nicht mehr aus der Hand legen kann. Es geht sehr dynamisch zu in "Die Glocke von Whitechapel", sodass man kaum Zeit hat, Atem zu holen, geschweige denn, Langeweile zu empfinden. Alle mehr oder weniger liebegewonnenen Menschen, Fae und anderweitige Kreaturen geben sich wieder ein Stelldichein, der Fall hat es sowieso schon in sich und Nightingale ist wieder deutlich mehr involviert als in den vorhergehenden Bänden, was ich persönlich sehr begrüße, bin ich doch definitiv "Team Nightingale"!

Also: Ja! Die Glocke von Whitechapel lohnt sich definitiv und lässt den Leser gewohnt ungeduldig auf den nächsten Band zurück! Uneingeschränkte Leseempfehlung.

Ben Aaronovitch
"Die Glocke von Whitechapel"
erschienen im dtv Verlag

Mittwoch, 22. Mai 2019

[Rezension] Katharina Fuchs - Zwei Handvoll Leben

Kurzbeschreibung:
"Deutschland 1914: charlotte wächst auf dem archaischen Landgut ihres mächtigen Vaters in Sachsen auf. Die Welt scheint ihr zu Füßen zu liegen, als sie von ihrer Tante und deren jüdischem Ehemann in die Leipziger Ballsaison eingeführt werden soll. Sie begegnet ihrer ersten Liebe. Doch der Beginn des Ersten Weltkriegs zerstört ihre Pläne. Und ihr Leben verändert sich für immer.
Zwischen den Wasserstraßen des Spreewalds, wo Verzicht und harte Arbeit erfinderisch machen, gelingt es Anna, dem Schicksal immer wieder ein Schnippchen zu schlagen. Doch sie verkennt die tiefe Liebe ihres besten Freundes, bevor er an die Westfront zieht. An einem eiskalten Tag im Februar 1919 steigt die neunzehnjährige Schneiderin allein in den Zug. In den engen Hinterhöfen des Wedding prallen Hunger und Armut auf den ungezügelten Lebensdurst der beginnenden Zwanzigerjahre. Und im Konsumtempel KaDeWe sucht man Verkäuferinnen..."

Fazit:
In "Zwei Handvoll Leben" erzählt Katharina Fuchs auf sehr einnehmende Art und Weise die Lebensgeschichten ihrer Großmütter.

Dadurch, dass beide Frauen in sehr unterschiedlichen Verhältnissen aufwuchsen und sich ihr Lebensweg, bis zur Hochzeit ihrer Kinder gegen Ende des Buches, auch sehr unterschiedlich entwickelt, bekommt der Leser im Verlauf der Handlung nicht nur das Leben von Anna und Charlotte erzählt, sondern viele Leben vieler unterschiedlicher Menschen. Und das ist es auch, was dieses Buch so wunderbar macht: die unterschiedlichen Charaktere und Lebensweisen der Menschen.

"Zwei Handvoll Leben" ist aufgeteilt in zwei Teile: der eine startet 1913 und erzählt abwechselnd die Kindheit und Jugend von Anna und Charlotte und endet mit den Geburten der ältesten Kinder der beiden. Dann gibt es einen Zeitsprung und Teil zwei setzt zehn Jahre später an, wo gerade die Nazis an Einfluss gewinnen.

Ein Buch, das soviel Geschichte erzählt, einfach dadurch, dass die Handlung zu diesen Zeiten spielt, benötigt starke Charaktere, damit diese vor einem solchen Hintergrund nicht untergehen. Gerade mit Anna haben wir definitiv solch eine Protagonistin. Dass Charlotte dagegen immer eher etwas im Hintergrund anmutet, liegt schlicht daran, dass Annas Leben in Berlin deutlich abwechslungsreicher ist, was nicht unbedingt positiv sein muss.

Der Lesefluss ist sehr gut, wenn auch meines Erachtens nach der erste Teil ein wenig gerafft hätte werden können. Langweilig wird es dennoch nie, was an der Fülle von Schauplätzen, Charaktere und Ereignissen liegt. Die Protagonistinnen wachsen dem Leser, jede auf ihre eigene Art und Weise, immer mehr ans Herz und so lebt man ihr Leben an ihrer Seite.

Katharina Fuchs versteht es sehr gut, am Beispiel von Anna und Charlotte das Leben einer ganzen Generation unterschiedlichster Herkunft und Lebensart im Deutschland der damaligen Zeit zu vermitteln.

Katharina Fuchs
"Zwei Handvoll Leben"
erschienen bei Droemer Knaur

Dienstag, 21. Mai 2019

[Rezension] Charlotte Roth - Wir sehen uns unter den Linden

Kurzbeschreibung:
"Ost-Berlin nach dem 2. Weltkrieg. Von ihrem geliebten Vater, einem überzeugten Sozialisten und Lehrer, hat Susanne gelernt, an eine bessere Welt zu glauben. Ohne je das Vertrauen in die Menschheit zu verlieren, hat er gegen das Naziregime gekämpft - und wurde vor den Augen seiner sechzehnjährigen Tochter kurz vor Kriegsende erschossen.
Um sein Vermächtnis zu erfüllen, widmet sich Susanne von ganzem Herzen dem Aufbau eines neuen Deutschland. Erst als sie den lebenslustigen Koch Kelmi kennen- und lieben lernt, beginnt sie allmählich zu begreifen, was um sie herum passiert. Zu tief jedoch ist der Glaube an den Sozialismus in ihr verwurzelt, zu stark das Band, das sie mit dem toten Vater verbindet.
Dann kommt der 13. August, und plötzlich verstellt die Mauer Susanne jegliche Möglichkeit einer Alternative..."

Fazit:
Eines der Themen, auf die ich immer wieder zu sprechen komme, sind Klappentexte. Selbstverständlich kann ein Klappentext nur einen Auszug darstellen, eine Ahnung von dem, was zwischen den Buchdeckeln verborgen sein mag. Und ein Buch wie "Wir sehen uns unter den Linden" verbirgt nicht nur die Geschichte eines Lebens, sondern ebenso die einer Nation und zweier Staaten - natürlich lässt sich dies nicht auf ein paar Sätze reduzieren. Allerdings gibt soviel Handlung auch die Möglichkeit, das, was der Klappentext verheißen soll, bestmöglich wiederzugeben. Warum es dann beim Lesen des Textes so scheint, als beginne die Handlung praktisch mit dem Mauerbau, wo sie doch mit ihr endet, will sich mir nicht erschließen...

Abgesehen vom Klappentext, ist es vor allem ein Adjektiv, das sich mir aufdrängt, wenn ich an "Wir sehen uns unter den Linden" denke: eindrücklich. Denn genau das ist dieser Roman. Ich habe schon viele Bücher gelesen, die vor, um, während und nach dem Zweiten Weltkrieg spielen. Susannes Sicht der Dinge ist mir in dieser Art aber noch nicht begegnet: Sie hat eine schöne Kindheit, trotz der Unruhen vor dem Krieg. Ihre Eltern lieben und beschützen sie, lieben einander und das vermitteln sie Susanne auch. Mit dem Tod des Vaters, der von der Gestapo erschossen wird, endet aber scheinbar alles Positive in ihrem Leben. Die Mutter wird depressiv, die Tante versucht, die Familie durch die schweren Zeiten zu bringen und Susanne hat sich dem Aufbau einer besseren Welt verschrieben. Dennoch ist sie ständig unsicher und vermutet grundsätzlich Negatives, kann auch nicht hinnehmen, dass schwarz/weiß meist nicht real ist und es viele Grautöne gibt - der Kapitalismus ist die Wurzel allen Übels, der Westen der böse Verführer...

Man kommt beim Lesen an einen Punkt, an dem man das Gefühl hat, viel mehr von Susannes negativer Aura nicht ertragen zu können und das ist genau der Moment (von der Autorin hervorragend gewählt) in dem Kelmi die Bühne betritt: Kelmi ist grundpositiv, manchmal naiv, aber nicht dumm. Er ist weich, wo sie hart ist, ist Melodie, wo sie Vernunft ist - ein wunderbarer Kontrapunkt und man kann gar nicht anders, als Kelmi in sein Herz zu schließen.

Susanne und ihr Leben vor, mit und zwischen Kelmi sind natürlich Hauptpunkt der Handlung, aber es gibt noch soviel mehr: zwischen den Episoden wird die Geschichte von Susannes Eltern erzählt, die Zeit bis zu jenem verhängnisvollen Tag, als die Gestapo vor der Tür stand, aber auch die Zeit danach aus Sicht von Tante Hille und mitunter Eugen - erst alles zusammen genommen ergibt ein Ganzes und zeigt nicht nur, wie unterschiedlich Menschen zu der Zeit lebten, sondern auch die Gesellschaft als Ganzes, der Wandel der Staaten - ist Lebensgeschichte so vieler und Zeitzeugnis aller.

Mit "Wir sehen uns unter den Linden" hat Charlotte Roth einen absolut authentischen Roman geschaffen, der viele unterschiedliche Perspektiven aufzeigt in einer Zeit des Wandels - eine definitive Leseempfehlung von meiner Seite!

Charlotte Roth
"Wir sehen uns unter den Linden"
erschienen bei Droemer Knaur

Sonntag, 19. Mai 2019

[Rezension] J L Butler - Mein

Kurzbeschreibung:
"Mit diesem Fall wird sie endlich Karriere machen, da ist sich die Londoner Scheidungsanwältin Francine Day sicher. Martin Joy will sich von seiner Frau Donna scheiden lassen. Der Unternehmer ist millionenschwer - und wahnsinnig attraktiv. Wider besseres Wissen beginnt Fran eine verbotene Affäre mit ihrem Mandanten, dem sie mehr und mehr verfällt. Als seine Frau kurz darauf spurlos verschwindet, gerät Martin ins Visier der Ermittlungen. Doch auch Fran hat ein Geheimnis. Sie ist nicht nur Anwältin und Geliebte des Hauptverdächtigen - sie ist die letzte Person, die Donna Joy lebend gesehen hat..."

Fazit:
Wenn ich zuerst darauf verweise, dass ich die Aufteilung des Anwaltberufs im britischen Recht in Rechtsanwälte und Prozessanwälte sehr interessant fand, könnte das missverstanden werden.

Denn das war ja nicht das einzig interessante, aber für mich persönlich etwas, was ich nicht wusste.

Back to topic: Francine Day ist mehr, als der Leser anfangs glaubt. Man sieht erst nur die strikt auf die Arbeit fokussierte, talentierte Anwältin, die es mal ganz nach oben schaffen wird. Von ihrem seelischen Ungleichgewicht, ihrer Unsicherheit und ihren Ängsten erfährt man erst später... So ist es einigermaßen überraschend, dass diese Karrieristin gerade beim charmanten Martin Joy zum hormongesteuerten Weibchen wird - aber sei's drum...

Denn ehrlich: Wie kann man Martin Joy nicht mögen? Ich mag ihn! Und bin natürlich direkt von seiner Unschuld ausgegangen, es wäre ja auch viel zu offensichtlich...aber dann kommen Hinweise und man muss seine Haltung überdenken..wieder und wieder...
Dieses "war er es oder nicht?" war sehr schön über den ganzen Plot gesteuert, das hat mir sehr gut gefallen. Das Ende hingegen fand ich ... bescheiden ... unbefriedigend...

Wäre dies das einzige gewesen, hätte ich sicher darüber hinweggesehen, was ist schon perfekt? Allerdings tauchen im ansonsten wirklich guten Lesefluss immer wieder Längen auf, die vor allem auf Francine zurückzuführen sind - endlose innere Monologe, die zur Handlung überhaupt nichts beitragen. Da wäre ein wenig Straffung sicher nicht verkehrt gewesen.

"Mein - Wie weit wirst du gehen, um ihn zu behalten?" von J L Butler hat gute Anlagen und auch einen guten Plot. Ich mag die Spannung, die immer wieder auftaucht, das subtile Anschleichen der Ahnungen - leider wurde dies nicht konsequent genug durchgezogen.
Insgesamt also ein Buch, das durchaus keinen negativen Eindruck bei mir hinterlässt, wo ich mir bei einem nächsten Buch von J L Butler aber mehr Fokussierung wünschen würde.

J L Butler
"Mein - Wie weit wirst du gehen, um ihn zu behalten?"
erschienen im Rowohlt Verlag

[Rezension] Gitta Edelmann - Canterbury Symphony

Kurzbeschreibung:
"Auf Bitten des Pubbesitzers Canny ist Ella Martin, Liebesromanautorin und Hobbydetektivin, nach Schottland gereist. Sie soll dort nach dem Rechten sehen, denn Cannys Tante Flora behauptet, in ihrem Altenheim bestohlen zu werden. Oder wird die alte Dame langsam dement, wie die Leiterin von Scorrybreac House es behauptet?

Ella nutzt die Reise in den Norden auch, um sich über ihre Gefühle für Detective Inspector Alex Drake klar zu werden. Sie träumt von einsamen Wanderungen und gemütlichen Schreibabenden mit einem Gläschen Whisky.

Doch bei ihrer Ankunft auf der Isle of Skye wirkt die alte Dame auf Ella kein bisschen verwirrt. Dafür scheinen einige Leute in Scorrybreac House Geheimnisse zu haben: der charmante Witwer ebenso wie die blauhaarige Krankengymnastin. Was bleibt Ella anderes übrig, als den Dingen auf den Grund zu gehen?"

Fazit:
Ich habe vor einigen Jahren "Canterbury Requiem", den ersten Teil der Reihe um die sympathische Liebesromanautorin Ella Martin gelesen und mich sehr gut unterhalten gefühlt. Ich bin ja etwas schwierig, wenn es um Cosy Krimis geht, aber Gitta Edelmann und Ella Martin haben mich absolut überzeugt. Deshalb war ich auch etwas entsetzt festzustellen, dass "Canterbury Symphony" bereits der fünfte Teil der Reihe ist und ich die dazwischen liegenden verpasst habe - zum Glück lässt sich so etwas ja nachholen.

Hatte ich mich ursprünglich auf Canterbury gefreut, ist die Isle of Skye doch ein mehr als würdiger Ersatz, zumal Gitta Edelmann es versteht, die Insel vor dem inneren Auge des Lesers entstehen zu lassen.
Der Lesefluss ist sehr gut. Dies ist vor allem den Charakteren zu verdanken, denn darunter befinden sich einige Original und zu verbergen scheint auch so mancher etwas zu haben. Gegen Ende wird es auch richtig spannend, denn Ella lebt gefährlich.

So ist auch "Canterbury Symphony", welches sich übrigens problemlos ohne Kenntnis der vorhergehenden Bände lesen lässt, ein wunderbarer Ausflug in Ellas Welt und eine unterhaltsame Schnitzeljagd auf der Suche nach der Wahrheit.

Gitta Edelmann
"Canterbury Symphony"
erschienen im Dryas Verlag