Bücher

Bücher lesen heißt, wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben über die Sterne.
-
Jean Paul

Samstag, 12. Januar 2019

[Rezension] Jeffery Deaver - Der Komponist

Kurzbeschreibung:
"Am helllichten Tag wird auf einer Straße in der New Yorker Upper East Side ein Mann überwältigt und entführt. Am Tatort bleibt ein Galgenstrick in Miniaturgröße zurück. Kurz darauf sorgt ein Video im Internet für Aufsehen: Man sieht live dabei zu, wie dem aufgehängten Opfer langsam die Luft abgeschnürt wird. Seine verzweifelten Atemzüge bilden den Hintergrund zu einem düsteren Musikstück. Als in Neapel eine ähnliche Entführung stattfindet, reisen der Forensikexperte Lincoln Rhyme und seine Partnerin Amelia Sachs nach Italien und nehmen die Verfolgung auf. Denn solange der Täter nicht gefasst ist, wird die Musik des Grauens nicht verklingen..."

Fazit:
Bereits zum vierzehnten Mal darf der Leser Lincoln und Amelia bei der Ermittlung über die Schulter sehen. Bis auf eine Ausnahme ("Der Insektensammler") haben mir alle Teile ausnehmend gut gefallen.

Und auch bei "Der Komponist" haben wir es - zumindest in weiten Teilen - mit einem typischen "Lincoln-Rhyme" zu tun. Das ist keine Abwertung, sondern ein Gütesiegel.

Die Handlung ist spannend und die einzelnen Charaktere sehr unterschiedlich, aber bis ins Detail ausgearbeitet. So hat man es gleich mit mehreren sehr interessanten Personen zu tun. Ob dies der Forstwachtmeister Benelli oder Oberstaatsanwalt Dante Spiro ist, oder "Der Komponist", dessen besondere psychische Verfassung auch extrem interessant ist. Ebenso erfährt man immer wieder Dinge, derer man sich vorher nicht bewusst war. Ich zum Beispiel hatte keine Ahnung von der komplexen Ausrichtung der italienischen Polizei.

Und dann kommt es irgendwann zur Auflösung der Entführungen, zur Enttarnung des Komponisten und ... ließ mich tatsächlich ernüchtert und enttäuscht zurück. In der heutigen Zeit mag es so etwas tatsächlich geben oder es wäre zumindest möglich, aber das war nicht die Art von Auflösung, wie ich sie in einem Lincoln Rhyme - Thriller erwarte oder auch nur lesen wollen würde! Ich will natürlich nichts verraten, aber dennoch deutlich machen, dass dieses Detail meine Lesefreude doch erheblich beeinträchtigt hat.

Natürlich freue ich mich, wenn irgendwann der nächste Fall für Lincoln und Amelia erscheint, aber ich hoffe doch sehr, dass ich dann auch mit der Auflösung leben kann.

Jeffery Deaver
"Der Komponist"
erschienen bei Blanvalet

Freitag, 11. Januar 2019

[Rezension] Petra Schier - Flammen und Seide

Kurzbeschreibung:
"Rheinbach, 1673. Madlen Thynen weiß, dass Krieg herrscht. Als Tochter eines Tuchhändlers ist es unmöglich, die ausbleibenden Lieferungen zu ignorieren. Doch sie weiß nicht, was Krieg bedeutet. Bis er ihre Heimat erreicht...
Noch bevor die ersten feindlichen Truppen nahen, ist die Stadt Schauplatz des Konflikts zwischen Franzosen und Holländern: Ein Verräter hat sich hier eingenistet. Auf der Suche nach ihm kommt Madlens Jugendliebe zurück nach Rheinbach. Und bittet ausgerechnet ihren Verlobten um Hilfe.
Madlen sollte sich nicht zerrissen fühlen zwischen diesen beiden Männern. Und doch tut sie es. Wird sie nun selbst zur Verräterin? Und wenn ja, wen verrät sie: ihre Pflicht oder ihr Herz?"

Fazit:
Die historischen Romane von Petra Schier haben einen festen Platz in meinem Lesekalender. Sobald ein neues von ihr erscheint, muss ich es auch lesen. Zwar bin ich generell eher Leser von Reihen, aber auch die einzelnen historischen Romane von ihr haben mich noch nie enttäuscht.

"Flammen und Seide" ist tatsächlich der erste Roman der Autorin, der mich - nein, nicht enttäuscht hat - aber der mir nicht ganz so gut gefallen hat wie die bisherigen Bücher. Das kann ich an der Vorhersehbarkeit festmachen: Nach den ersten Seiten weiß man, wie das Buch ausgehen wird - zumindest in Bezug auf die Handlung von Madlen und ihrer Zerrissenheit zwischen zwei Männern. Das ist nicht ungewöhnlich und auch kein Grund zur Kritik. Allerdings war die allgemeine Handlung auch in weiten Teilen vorhersehbar - mir hat gefehlt, dass Petra Schier mich überrascht, dass Dinge zutage treten, mit denen ich nicht gerechnet habe - darauf musste ich lange warten.

Das klingt nun sehr negativ, so ist das gar nicht gemeint, denn das Buch hat mir gefallen! Der Lesefuss ist wie gewohnt sehr gut und die Charaktere ebenso! Madlen ist eine starke Persönlichkeit, wie wir es von den weiblichen Protagonisten der Autorin gewohnt sind. Sie ist sympathisch, intelligent und liebenswert. Auch die männlichen Charaktere sind gelungen. Meine Lieblingsperson ist übrigens keine der drei Hauptprotagonisten, sondern Madlens Vater, der nicht nur das Herz am rechten Fleck, sondern für die damalige Zeit auch eine sehr liberale Einstellung hat!

Auch die Mischung aus historischem Alltag und dem Weltgeschehen der Zeit ist gut gelungen, man fühlt sich mittendrin.
Auf den letzten 100 Seiten dann kam das, was ich mir vorher schon gewünscht hätte: einige Sachen, die aufgelöst wurden, waren anders, als ich es vermutet hatte - das hat für mich den Roman dann wieder wunderbar abgerundet.

Also auch wenn es einige Bücher der Autorin gibt, die mich mehr mitgerissen haben, ist "Flammen und Seide" ein wunderbarer historischer Roman!

Petra Schier
"Flammen und Seide"
erschienen im Rowohlt Verlag

Donnerstag, 10. Januar 2019

[Rezension] Markus Heitz - Doors


Kurzbeschreibung:
"Kann man in einem Haus verschwinden?
Die Spuren von Anna-Lena van Dam führen zwar eindeutig hinein in die seit Jahrzehnten leer stehende Villa ihres Großvaters - aber nicht wieder heraus.
Ihr Vater vermutet sie in einem geheimen Höhlensystem unter dem Haus und schickt ein Geo-Expertenteam aus, um seine Tochter zu suchen..."

Fazit:
Ich fand die Idee faszinierend - ein Buch, drei Möglichkeiten.... oder drei Bücher mit demselben Beginn, wie man es sehen möchte...

Der Anfang der Geschichte ist immer gleich und in jedem der drei Bücher vorhanden. In dem Moment, in dem das Expertenteam sich für eine Tür entscheidet, nimmt jede der drei Geschichten ihren eigenen Verlauf. Da mir die bisherigen Bücher, die ich von Markus Heitz gelesen habe, gezeigt haben, dass er immer für eine Überraschung gut ist, habe ich mich auf das Experiment eingelassen.

Offiziell kann man auch jedes Buch einzeln lesen. Hätte ich das getan, wäre es wohl enttäuschend gewesen. Denn natürlich ist die Handlung jedes Bandes für sich abgeschlossen, aber neben der Frage "Wo landet das Team? Was wird passieren?" lebt die "Doors"-Geschichte von den Charakteren der einzelnen Teammitglieder, die alle ihre ganz eigenen Geheimnisse und Gründe für die Teilnahme an der Expedition haben. Und in jedem Buch erfährt man nur näheres über einen Teil des Teams - für ein umfassendes Gesamtbild ist es also unabdingbar, alle drei Bücher zu lesen.
Darüber hinaus ist das Interessante ja gerade, welch unterschiedlichen Verlauf die Handlung jeweils nimmt und auch diesen Vergleich hat man nur, wenn man mehr als ein Buch liest. 

Das Lesen nur eines Bandes wäre im Idealfall eine nette Unterhaltung gewesen, im schlimmsten Fall lanweilig... denn ob einem die jeweilige Handlung gefällt, hängt stark davon ab, wie faszinierend man die Wirklichkeit findet, in der man im jeweiligen Buch landet.

Ich habe mit "? - Kolonie" begonnen, ohne vorher zu schauen, wohin es mich verschlagen wird. Herausgekommen bin ich im Deutschland der 40er-Jahre des letzten Jahrhunderts - soweit nichts Besonderes, allerdings ist es eine Parallelwelt, in der der Zweite Weltkrieg einen etwas anderen Verlauf genommen hat. "Kolonie" hat mir wirklich sehr gut gefallen, sodass ich im Anschluß direkt mit "! - Blutfeld" weitergemacht habe - Frühes Mittelalter des 9. Jahrhunderts. Diesen Band allerdings fand ich langatmig und auch langweilig und ich habe hin und her überlegt, ob es sich lohnen würde "X - Dämmerung" zu lesen. Letztendlich habe ich es natürlich dennoch getan und es war auch durchaus interessant, hat mich aber nicht wirklich mitgerissen.

Insgesamt finde ich die Idee der unterschiedlichen Handlungsverläufe noch immer sehr interessant, hätte mir aber eine Ausgestaltung gewünscht, die sich nicht allein auf das Konzept verlässt, sondern der einzelnen Handlung ebensoviel Aufmerksamkeit angedeihen lässt wie einem einzelnen Buch.

Markus Heitz
"Doors"
erschienen bei Droemer Knaur

Freitag, 4. Januar 2019

[Rezension] Christiane Lind - Zeit des Mutes

Kurzbeschreibung:
"Deutschland 1913: Die schüchterne Emma wird von ihrer Familie zu Verwandten nach England geschickt, um einen Skandal zu vermeiden. Auf Hazelwell Manor taucht Emma in eine neue, ihr fremde Welt und verliebt sich unglücklich in Percival, den jungen Lord. Ihre Liebe scheint aussichtslos, bis sie Zeugin eines tragischen Unglücks wird. Nun hat sie Percival in der Hand und zwingt ihn zur Ehe.
Auch dem jungen Dienstmädchen Lucy fällt es schwer, sich an all die Regeln in Hazelwell Manor zu halten. Doch sie braucht diese Arbeit, um für ihre Familie zu sorgen. Nach dem schicksalhaften Unglück muss Lucy das Herrenhaus und ihr altes Leben verlassen. In London ist sie verloren, bis sie auf die Suffragetten, die Kämpferinnen für das Frauenwahlrecht, trifft.
Auch Emma ist mit ihrem Ehemann, der sie verachtet, nach London gezogen. Als sie Lucy wiedersieht, muss Emma sich entscheiden: Findet sie den Mut, die Wahrheit einzugestehen und ein eigenes Leben zu beginnen?"

Fazit:
"Zeit des Mutes" ist nicht nur die Geschichte von Emma, die versucht, sich in der Welt zurecht zu finden und dabei eine Menge über sich und die Gesellschaft lernen muss, sondern auch ein Zeugnis über den Kampf der Suffragetten für das Frauenwahlrecht.

Wenn ich "Suffragetten" höre, muss ich immer an Mrs. Banks denken, die Hausherrin in "Mary Poppins", die überzeugt vor sich hinsingend durchs Haus marschiert. Natürlich war mir bewusst, dass der Weg der Suffragetten nicht so unproblematisch und unterhaltsam war, wie es dort scheint. Wie extrem die Frauen aber von der Obrigkeit bekämpft wurden, bis hin zur Zwangsernährung im Gefängnis, wusste ich nicht. Und diese negativen Seiten des Kampfes um das Frauenwahlrecht transportiert Christiane Lind sehr eindrücklich. Mehr als einmal musste ich schlucken bei den Schilderungen.

Überhaupt gibt die Autorin in "Zeit des Mutes" einen umfassenden Einblick in das Leben zu der Zeit: der gewaltige Unterschied innerhalb eines Hauses - Herrschaft auf der einen Seite und Dienstboten auf der anderen lebten in komplett unterschiedlichen Welten und Verhältnissen. Und auch die Arbeitsbedingungen in den Fabriken, die manch einem einen frühen Tod bescherten, bekommt der Leser zu "sehen".

Dass all dies nicht zu einem deprimierenden oder gar langweiligen Buch wird, ist - neben Christiane Lind - vor allem Emma zu verdanken. Auch wenn ich gestehen muss, dass ich anfangs meine Schwieirgkeiten mit ihr hatte. Ihre Unbedarftheit und Naivität hat mich das ein oder andere Mal an den Rand des Wahnsinns gebracht. Aber umso umfassender ihr Wandel bzw. ihre Weiterentwicklung im Verlauf der Handlung.

All dies zusammengenommen ergibt einen Lesestoff, der mitreißt, mitnimmt, Emotionen unterschiedlichster Art hervorruft und bis zur letzten Seite mitfiebern lässt.

Christiane Lind
"Zeit des Mutes"
ISBN: 978-3-96443-403-6

Freitag, 28. Dezember 2018

[Rezension] Christine Drews - Kälter als die Angst

Kurzbeschreibung:
"Carla Delbrück wurde grausam ermordet. Zunächst sieht alles nach einer Beziehungstat aus, selbst wenn ihr Ehemann jegliche Schuld ableugnet. Tatsächlich bekam die Tote anonyme Briefe, die ihr ein furchtbares Ende versprachen. Hat der Verfasser seine Drohung nun in die Tat umgesetzt? Oder geht es um etwas anderes? Charlotte Schneidmann und Peter Käfer ermitteln - und sind entsetzt, als sie erfahren, wer identische Briefe erhält. Katrin Ortrup musste bereits in der Vergangenheit Schreckliches erdulden, die beiden Kommissare aus Münster kennen sie aus ihrem ersten großen Fall. Hat es wieder jemand auf sie abgesehen? Und können Charlotte und Käfer sie diesmal beschützen?"

Fazit:
"Kälter als die Angst" ist bereits der fünfte Fall für Charlotte Schneidmann und Peter Käfer. Die Reihe hat mich von Anfang an begeistert, was sowohl am jeweiligen Plot, als auch an den Charakteren der Kommissare liegt, denn diese sind durchweg authentisch und aus dem Leben gegriffen. Mit Ecken und Kanten, aber ganz normale Menschen und klare Sympathieträger - weder Superhelden, noch total gestörte Existenzen.

Auch wenn in "Kälter als die Angst" Bezug auf den ersten Fall von Charlotte und Käfer, "Schattenfreundin", genommen wird, muss man die vorherigen Bücher nicht gelesen haben, der jeweilige Krimiplot ist in sich geschlossen.

Nichts ist so, wie es anfangs scheint. Das muss auch Käfer feststellen, als er zum Schauplatz eines Mordes gerufen wird, bei dem alles klar auf der Hand zu liegen scheint. Was sich dahinter aber alles verbirgt, werden Charlotte und Käfer erst nach und nach, Steinchen für Steinchen, aufdecken und dadurch natürlich die Phantasie und Neugier des Lesers befeuern. Zwischendrin dachte ich, dass doch alles klar erkennbar ist - der berühmte Holzweg, auf den ich der Autorin brav gefolgt bin...

Der Lesefluss ist dann auch sehr gut, kein Wunder, ist der Leser während des Lesens doch dauerhaft damit beschäftigt, die Puzzleteile im Kopf hin und her zu schieben und dennoch passt immer irgendetwas nicht. Die Lösung des Ganzen ist dann auch überraschend und der Weg dahin wäre am Anfang auch nicht vorstellbar gewesen.

Mit "Kälter als die Angst" hat Christine Drews wieder einmal einen mitreißenden, aber auch unterhaltsamen Krimi mit unterschiedlichsten Charakteren vorgelegt, bei dem die Spannung nicht zu kurz kommt. Schon jetzt freue ich mich auf ein Wiederlesen mit Charlotte und Käfer.

Christine Drews
"Kälter als die Angst"
erschienen in der Bastei Lübbe

Sonntag, 16. Dezember 2018

Rückblick und Ausblick

Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen und ehrlich gesagt, kann ich 2018 da auch keinen Vorwurf machen - ich bin froh, wenn es vorbei ist. Dies war ein anstregendes und definitiv kein einfaches Jahr - es besteht ja immer die Hoffnung, dass das kommende daran etwas ändert...

Die vielen Unwägbarkeiten des Lebens spiegeln sich dann auch in meiner Lesestatistik nieder: So habe ich 2018 ca. 20 Bücher weniger gelesen als in den Jahren davor. Das ist prinzipiell nicht schlimm, denn weniger als die Anzahl zählt natürlich der Eindruck, den einzelne Bücher hinterlassen. Einige über Jahre hinaus!

Ich bin kein Mensch, der sich darauf beschränken kann, zu sagen, "Mein Lesehighlight des Jahres 2018 war"... dafür gibt es zu viele tolle unterschiedliche Bücher...aber ich möchte zumindest für jeden Monat feststellen, welches Buch mich besonders beeindruckt hat - negativ oder positiv:

Januar: keine einfache Entscheidung, in dem Monat habe ich viele tolle Bücher gelesen, entscheide mich letztendlich aber für "Totenlied" von Tess Gerritsen, das mich wirklich gefangen genommen hat und in der Handlung die von mir so geliebte nicht vorhersehbare Wendung genommen hat.

Februar: Lisa Jackson "You will pay". Lange Jahre habe ich nichts mehr von Lisa Jackson gelesen und wusste nach dem Buch wieder, warum ich ihre Bücher früher verschlungen habe.

März: Ein harter Kampf zwischen zwei sehr unterschiedlichen Büchern, Autoren, Genres, aber ich nehme Claire Winter "Die geliehene Schuld", ein absolut fesselnder Roman, der zeigt, warum ich jedes Mal auf ein neues Buch der Autorin warte.

April: Ein klarer Sieger: John Katzenbach "Die Grausamen". Nicht jedes Buch von John Katzenbach konnte mich fesseln, aber dieses ist sowohl in Story als auch in den Charakteren sowas von gelungen!

Mai: Ein Buch ohne Sieger oder ohne Konkurrenz, wie man es sieht. Denn im Mai habe ich nur ein Buch gelesen....war aber nicht übel, Sina Jorritsen "Friesenjuwel".

Juni: Im Juni hat mich "Auf zerbrochenem Glas" von Alexander Hartung beeindruckt, weil mich der Protagonist so mitgenommen hat.

Juli: Der Juli geht an Frank Goldammer, denn mit "Tausend Teufel" hat er mich endgültig zum Fan seiner Reihe gemacht.

August: "Stille Schwester" von Martin Krist. Nachdem mir der erste Teil nicht sooo gut gefiel, hat mich dieses Buch dann doch beeindruckt und mich für die Charaktere eingenommen.

September: Ui, das ist eine schwere Entscheidung und einmal im Jahr darf es auch ein untentschieden geben, sodass sowohl Andreas Gruber "Rachewinter", als auch Luca di Fulvio "Als das Leben unsere Träume fand" ganz oben stehen dürfen.

Oktober: Mit "Grenzgänger", dem ersten Buch, das ich von Mechthild Borrmann gelesen habe, hat sie mich absolut gefesselt.

November: Auch eine Reihe, an der ich zwischenzeitlich zu zweifeln begonnen hatte, aber mit "Die Rache der Orphans" war ich wieder ganz bei Gregg Hurwitz.

Über den Dezember kann ich noch keine klare Aussage treffen - denn zum einen haben wir ja noch zwei Wochen und wer weiß, was ich da noch lesen werde? Aktuell bin ich auf jeden Fall bei einem ganz heißen Anwärter für das Treppchen.


Was hat das Bücherjahr mir sonst noch so gebracht?
Neben vielen tollen Neuerscheinungen und dem ewigen Bedauern, nie genug Zeit haben zu werden, um diese alle zu lesen, habe ich in diesem Jahr einige schöne Lesungen besucht - und tatsächlich keine, bei der ich hinterher gedacht habe, das hätte ich mir auch schenken können (ist tatsächlich schon vorgekommen).

In diesem Jahr habe ich Frank Goldammer, Linus Geschke, Max Bentow und gleich zweimal Jeffery Archer lauschen dürfen, einem extrem unterhaltsamen Menschen - kein Wunder bei dem Lebensweg. Aber auch die anderen Autoren haben jeder für sich die Lesung zu einem Erlebnis gemacht.

Ich bin gespannt, was mich im nächsten Jahr lesungstechnisch erwartet. Auf jeden Fall gibt es ein Wiedersehen mit Linus Geschke, das ist bereits gebucht.

18 für 2018
Ich muss es eingestehen: Ich habe kläglich versagt....18 Bücher, die man in 2018 lesen will...18 Bücher im Laufe eines Jahres: das kann doch nicht so schwer sein? Immerhin habe ich mir diese 18 auch selbst ausgesucht, alles Bücher, die ich wirklich, wirklich lesen möchte!! Und das Ergebnis:

Tatsächlich gelesen habe ich:
- George R. R. Martin - Das Lied von Eis und Feuer - Sturm der Schwerter
- Marah Woolf - Götterfunke - Hasse mich nicht
- Leigh Bardugo - Das Lied der Krähen
- Max Bentow - Die Puppenmacherin
- Andreas Gruber - Todesfrist
- Tess Gerritsen - Totenlied
- Stephan Ludwig - Zorn - wie du mir
- Jeffery Archer - Winter eines Lebens

Macht summa summarum 8 von 18...keine sonderlich erhebende Bilanz. Aber ich geloben Besserung oder bin unverbesserlich, wie man es nimmt und werde mich selbstverständlich auch an "19 für 2019" versuchen...

Was erwarte ich von 2019?
oooohhh eine Menge - denn von einigen Verlagen habe ich bereits die Frühjahrsvorschauen gesehen und das verspricht wieder eine Menge Lesefreude und -leid.
Darüber hinaus hoffe ich natürlich, dass es wieder einige tolle Autoren in den Norden verschlagen wird - schön wären auch Lesungen an Freitag und Samstagen....wir werden sehen.

Zum Schluß wünsche ich euch allen ein schönes Restlesejahr und einen spannenden Beginn 2019!!

Sonntag, 25. November 2018

[Rezension] Karen Rose - Dornenherz

Kurzbeschreibung:
"Als Meredith Fallon um ihr Leben fürchtet, fällt ihr jener Detective ein, den sie ein Jahr zuvor kennenlernte und der erst seit Kurzem wieder im Dienst ist: Adam Kimble. Adam würde alles tun, um ihr zu helfen, doch er schämt sich seiner posttraumatischen Störungen und will sich, sosehr Meredith ihn auch fasziniert, möglichst weit von ihr fernhalten. Schon bald geschehen eine Reihe von Morden, und auch Meredith gerät, allen Sicherheitsvorkehrungen zum Trotz, einmal mehr in die Schusslinie. Adam muss erkennen, dass der Täter nicht allein operiert und stets bestens über alle Schritte der Polizei informiert ist. Immer drängender stellt sich die Frage, wem er eigentlich noch trauen kann..."

Fazit:
"Dornenherz" ist der vierte Teil von Karen Roses "Dornen"-Reihe. Das Buch lässt sich auch unabhängig von den anderen Teilen lesen, allerdings ist es natürlich viel schöner, wenn man all die bekannten Charaktere aus den vorherigen Bänden wiederlesen darf. Diejenigen, die zumindest Teile der Reihe kennen, sind Meredith und auch Adam bereits begegnet. Und obwohl gerade Adam bisher keine sehr sympathische Person abgab, hat mich sein Charakter, bzw. seine Dämonen, die mitunter durchscheinen, so fasziniert, dass ich mich sehr auf die Geschichte mit ihm und Meredith gefreut habe.

Für Leser, die in ihrem Thriller keine amourösen Verflechtungen mögen, ist "Dornenherz" sicher nicht die richtige Lektüre, was allerdings für so ziemlich jedes Buch von Karen Rose gilt. Ich persönlich mag es, dass sie ein gutes Gleichgewicht zwischen Thrillerhandlung und Liebesgeschichte findet und schon beides für sich genommen immer sehr mitreißend und spannend ist. Da bildet "Dornenherz" keine Ausnahme.

Die Thrillerhandlung ist nicht nur gut durchdacht, sondern nahezu durchgehend spannend und das, obwohl Karen Rose realistisch darstellt, dass so ein Ermittleralltag auch viel aus warten, recherchieren und wieder warten besteht. Der Leser rätselt natürlich automatisch mit und ich muss sagen, dass ich des Rätsels Lösung so nicht erwartet habe! Zart besaitet sollte man allerdings nicht sein, denn die Autorin scheut sich nicht, brutalste Verbrechen geschehen zu lassen.

Die persönliche Geschichte zwischen Adam und Meredith besticht dadurch, dass man - was bisher noch nicht so deutlich festzustellen war - auch bei Meredith erschütternde Entdeckungen macht und natürlich, weil beide Protagonisten einfach unter die Haut gehen.

"Dornenherz" ist eine absolut gelungene Fortsetzung der "Dornen"-Reihe. Ich hoffe natürlich, dass die Reihe noch weiter fortgeführt wird und Karen Rose uns nicht die Geschichte von Dr. Dani und Diesel vorenthält!

Karen Rose
"Dornenherz"
erschienen bei Droemer Knaur