Kurzbeschreibung:
"Woher stammt die DVD mit den merkwürdigen, verschlüsselten Daten, die Janna beim Aufräumen ihres Dachbodens findet? Aus Angst, sich einen Computervirus einzufangen, entsorgt sie den Datenträger im Papierkorb.
Kurz darauf löst sich das Rätsel jedoch, denn Sander Lambrecht, Jannas Ex-Freund, steht noch am selben Tag vor ihrer Tür und erklärt, dass er die DVD bei ihr versteckt habe. Dummerweise ist Janna durch deren Benutzung in die virtuelle Falle einer kriminellen Organisation getappt, deren Angehörige vor einigen Jahren Sanders Bruder Helge und dessen Frau ermordet haben. Und sie werden nicht zögern, auch noch weitere mögliche Zeugen zu eliminieren.
Um Janna zu schützen, will Sander fliehen, doch sie überredet ihn, sich von Markus Neumann, ihrem Partner beim Geheimdienst, helfen zu lassen. Zu dritt fahren sie zu einer Berghütte im Schwarzwald, in der Helge den Datenschlüssel zur DVD und weiteres Beweismaterial versteckt hat. Doch die Mörder sind ihnen bereits auf der Spur..."
Fazit:
Ich glaube, für einen Autor stellt eine Vorabendserie in Buchform eine besondere Herausforderung dar. Nicht nur erwartet der Leser, dass bis zum nächsten Teil kein Jahr oder ein ähnlich langer Zeitraum verstreicht, auch muss sich der Autor immer neue Plots einfallen lassen, die auch die Leser und Liebhaber der bisherigen Teile neu fordern und mitreißen und das Ganze dann auch noch so umsetzen, dass die gesamte Handlung in die gut 120 Seiten paßt.
Als Fan von Mila Roths Reihe um Janna und Markus, war ich natürlich auch entsprechend gespannt auf den neuen Teil, der es tatsächlich in sich hat. Nicht nur bringt die Handlung es mit sich, dass Janna, Markus und Sander zu dritt im Sturm in einer Hütte im Schwarzwald sitzen, was ja schon genügend explosiven Stoff birgt, sondern ihnen sind auch noch gedungene Mörder auf den Fersen.
Was mir nach dem Lesen als erstes positiv auffiel, ist die ungeheure Dynamik, die diesem Teil inne ist. Nach dem anfänglich sanften Einstieg in die Handlung von "...dein Freund und Mörder", geht es temporeich los und hört auch bis zum Ende des Buches nicht mehr auf - man kann gar nicht anders, als diesen Teil in einem Rutsch durchzulesen und dann etwas fassungslos zu denken: "Das war's schon?"
Viel zu schnell vorbei, hat es mir einen Riesenspaß bereitet, Janna und Markus wieder einmal begleiten zu dürfen und schon jetzt freue ich mich auf den achten Fall für die beiden.
Allen, die Janna und Markus bisher nicht kennen, rate ich, die Serie von Anfang an zu lesen, um die Entwicklungen nachvollziehen zu können, aber prinzipiell lässt sich dieser siebte Teil auch unabhängig davon lesen.
Nähere Informationen zu allen Teilen der Reihe findet ihr auf der Homepage der Autorin: Mila Roth
Mila Roth
"...dein Freund und Mörder"
ISBN: 978-3-95690-188-1 (epub)
€ 2,99
Jeder Mensch braucht seine kleinen Fluchten aus dem Alltag - ich finde meine in Büchern
Bücher
Bücher lesen heißt, wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben über die Sterne.
- Jean Paul
- Jean Paul
Sonntag, 21. September 2014
Freitag, 19. September 2014
[Rezension] Paul Rosenhayn - Elf Abenteuer des Joe Jenkins
Kurzbeschreibung:
"Kurz nach der Ankunft in Berlin beginnen für den amerikanischen Privatdetektiv Joe Jenkins elf Abenteuer, die ihn im Laufe der lose verknüpften Geschichten auch nach Paris, London, Stockholm und Hamburg führen. Ein verschollener Geheimvertrag, ein toter Offizier, der seine Frau in den Wahnsinn treibt, ein Mord in der Berliner Theaterszene, rätselhafte Flugzeugabstürze - Joe Jenkins widmet sich elf unheimlichen udn angeblich unlösbaren Fällen und bedient sich dabei gern der deduktiven Methode seines englischen Kollegen Sherlock Holmes."
Fazit:
Diesem Buch sollte man vorausschicken, dass es sich zwar um eine Neuauflage, aber nicht um ein neues Buch handelt. Ursprünglich wurden Joe Jenkins Abenteuer bereits 1915 veröffentlicht und auch wenn ihr wie ich den Namen Paul Rosenhayn vorher noch nie gehört habt, war eben dieser im Kaiserreich berühmt, nicht nur für seine Bücher, sondern auch durch die Verfilmungen von Joe Jenkins.
Nach dem Lesen dieses Buches muss ich klar feststellen, dass Paul Rosenhayns Meisterdetektiv vollkommen zu Unrecht in Vergessenheit geriet, denn Joe Jenkins kann sich selbstbewusst in eine Reihe mit Sherlock Holmes und Hercule Poirot stellen.
Die Methode des Detektivs ist der von Sherlock Holmes sehr ähnlich - er stellt Fragen, deren Sinn sich dem Leser nicht direkt erschließen, kommt unvermittelt auf die Lösung des jeweiligen Rätsels und erklärt dann, wie es dazu kam. Automatisch möchte man miträtseln, aber ich muss ehrlich gestehen, dass ich nur ein einziges Mal vor Joe Jenkins auf die Lösung kam.
Obwohl der Text beinahe hundert Jahre alt ist, lässt er sich problemlos auch heute lesen, ist unterhaltsam und mitreißend - innerhalb eines Falls ist es unmöglich, das Buch an die Seite zu legen, möchte man doch die Lösung des Rätsels zu gern wissen.
Zu meinem Bedauern war das Buch viel zu schnell vorbei und so hege ich die Hoffnung, dass weitere Fälle des Joe Jenkins noch einmal aufgelegt werden, sodass auch die heutigen Leser sich mit den Fällen des Privatdetektivs befassen und unterhalten können.
Für Fans von Sherlock Holmes, Hercule Poirot und Miss Marple ein Muß!
Paul Rosenhayn
"Elf Abenteuer des Joe Jenkins"
ISBN: 978-3-940855-57-2
erschienen im Dryas Verlag
€ 10,95
"Kurz nach der Ankunft in Berlin beginnen für den amerikanischen Privatdetektiv Joe Jenkins elf Abenteuer, die ihn im Laufe der lose verknüpften Geschichten auch nach Paris, London, Stockholm und Hamburg führen. Ein verschollener Geheimvertrag, ein toter Offizier, der seine Frau in den Wahnsinn treibt, ein Mord in der Berliner Theaterszene, rätselhafte Flugzeugabstürze - Joe Jenkins widmet sich elf unheimlichen udn angeblich unlösbaren Fällen und bedient sich dabei gern der deduktiven Methode seines englischen Kollegen Sherlock Holmes."
Fazit:
Diesem Buch sollte man vorausschicken, dass es sich zwar um eine Neuauflage, aber nicht um ein neues Buch handelt. Ursprünglich wurden Joe Jenkins Abenteuer bereits 1915 veröffentlicht und auch wenn ihr wie ich den Namen Paul Rosenhayn vorher noch nie gehört habt, war eben dieser im Kaiserreich berühmt, nicht nur für seine Bücher, sondern auch durch die Verfilmungen von Joe Jenkins.
Nach dem Lesen dieses Buches muss ich klar feststellen, dass Paul Rosenhayns Meisterdetektiv vollkommen zu Unrecht in Vergessenheit geriet, denn Joe Jenkins kann sich selbstbewusst in eine Reihe mit Sherlock Holmes und Hercule Poirot stellen.
Die Methode des Detektivs ist der von Sherlock Holmes sehr ähnlich - er stellt Fragen, deren Sinn sich dem Leser nicht direkt erschließen, kommt unvermittelt auf die Lösung des jeweiligen Rätsels und erklärt dann, wie es dazu kam. Automatisch möchte man miträtseln, aber ich muss ehrlich gestehen, dass ich nur ein einziges Mal vor Joe Jenkins auf die Lösung kam.
Obwohl der Text beinahe hundert Jahre alt ist, lässt er sich problemlos auch heute lesen, ist unterhaltsam und mitreißend - innerhalb eines Falls ist es unmöglich, das Buch an die Seite zu legen, möchte man doch die Lösung des Rätsels zu gern wissen.
Zu meinem Bedauern war das Buch viel zu schnell vorbei und so hege ich die Hoffnung, dass weitere Fälle des Joe Jenkins noch einmal aufgelegt werden, sodass auch die heutigen Leser sich mit den Fällen des Privatdetektivs befassen und unterhalten können.
Für Fans von Sherlock Holmes, Hercule Poirot und Miss Marple ein Muß!
Paul Rosenhayn
"Elf Abenteuer des Joe Jenkins"
ISBN: 978-3-940855-57-2
erschienen im Dryas Verlag
€ 10,95
Donnerstag, 18. September 2014
[Rezension] Gitta Edelmann - Canterbury Requiem
Kurzbeschreibung:
"Es regnet und ein kalter Wind fegt durch Canterburys Straßen, als Ella sich nach der Chorprobe von Aileen verabschiedet. Am nächsten Morgen ist Aileen tot. Zunächst sieht alles nach einem Unfall mit Fahrerflucht aus, doch dann stellt sich heraus, dass Aileen starke Beruhigungsmittel im Blut hatte.
Entschlossen beginnt Ella, die erst kürzlich nach Canterbury gezogen ist, in Aileens Leben nachzuforschen. Dabei stößt sie auf Ungereimtheiten, häkelnde alte Damen, einen mürrischen Professor, einen pfiffigen Nachbarsjungen, einen ausgesprochen attraktiven jungen Mann im Pub und einen Detective Inspector, der ihr das Leben nicht unbedingt leichter macht..."
Fazit:
Einen Krimi aus Kent habe ich bisher noch nicht gelesen. Die meisten britischen Krimis sind in und um London angesiedelt, ein paar in Cornwall und dann gibt es natürlich noch Oxford. Da ein wenig Abwechslung aber nie schadet, habe ich mich frohgemut aufgemacht nach Canterbury.
Die Kurzbeschreibung suggeriert einen unterhaltsamen Häkelkrimi und in diesem Fall kann man sich auf dieses Versprechen auch verlassen.
Ella, ihres Zeichens Liebesromanautorin, wurde von ihrem Verlag nach Canterbury geschickt, um eine Liebesromanreihe zu schreiben, die dort angesiedelt ist. Höchst unterhaltsam war es, von den Unwägbarkeiten und Problemen zu lesen, mit denen Autoren wohl regelmäßig zu kämpfen haben. Überhaupt ist Ella ein unterhaltsamer Charakter, da sie sich selbst nicht so ganz ernst nimmt und so auch mit den Fettnäpfchen, die ihr das Leben scheinbar regelmäßig in den Weg stellt, humorvoll umgehen kann. Auch der restliche Kreis der überschaubaren Protagonisten dieses Kent-Krimis ist sympathisch und lebensecht charakterisiert, aber auch immer mit einem Schmunzeln und Augenzwinkern zu nehmen.
Wie meist bei Häkelkrimis, ist die Krimihandlung nicht im Vordergrund, sondern höchstens gleichberechtigt mit der sonstigen Rahmenhandlung, wird zum Ende hin aber immer wichtiger. Der Lesefluss ist sehr gut, der Schreibstil sehr unterhaltsam und kommt Freunden des britischen schwarzen Humors entgegen.
Dass die Identität des Mörders keine große Überraschung darstellt, verzeiht man Gitta Edelmann gern, da man bis dahin eine unterhaltsame Zeit in Canterbury verbringen durfte.
Für alle Freunde der britischen Häkelkrimis ein lohnenswertes Buch und mir scheint, auch Canterbury selbst ist einen Besuch wert.
Gitta Edelmann
"Canterbury Requiem"
ISBN: 978-3-940258-40-3
erschienen im Goldfinch Verlag
€ 11,95
"Es regnet und ein kalter Wind fegt durch Canterburys Straßen, als Ella sich nach der Chorprobe von Aileen verabschiedet. Am nächsten Morgen ist Aileen tot. Zunächst sieht alles nach einem Unfall mit Fahrerflucht aus, doch dann stellt sich heraus, dass Aileen starke Beruhigungsmittel im Blut hatte.
Entschlossen beginnt Ella, die erst kürzlich nach Canterbury gezogen ist, in Aileens Leben nachzuforschen. Dabei stößt sie auf Ungereimtheiten, häkelnde alte Damen, einen mürrischen Professor, einen pfiffigen Nachbarsjungen, einen ausgesprochen attraktiven jungen Mann im Pub und einen Detective Inspector, der ihr das Leben nicht unbedingt leichter macht..."
Fazit:
Einen Krimi aus Kent habe ich bisher noch nicht gelesen. Die meisten britischen Krimis sind in und um London angesiedelt, ein paar in Cornwall und dann gibt es natürlich noch Oxford. Da ein wenig Abwechslung aber nie schadet, habe ich mich frohgemut aufgemacht nach Canterbury.
Die Kurzbeschreibung suggeriert einen unterhaltsamen Häkelkrimi und in diesem Fall kann man sich auf dieses Versprechen auch verlassen.
Ella, ihres Zeichens Liebesromanautorin, wurde von ihrem Verlag nach Canterbury geschickt, um eine Liebesromanreihe zu schreiben, die dort angesiedelt ist. Höchst unterhaltsam war es, von den Unwägbarkeiten und Problemen zu lesen, mit denen Autoren wohl regelmäßig zu kämpfen haben. Überhaupt ist Ella ein unterhaltsamer Charakter, da sie sich selbst nicht so ganz ernst nimmt und so auch mit den Fettnäpfchen, die ihr das Leben scheinbar regelmäßig in den Weg stellt, humorvoll umgehen kann. Auch der restliche Kreis der überschaubaren Protagonisten dieses Kent-Krimis ist sympathisch und lebensecht charakterisiert, aber auch immer mit einem Schmunzeln und Augenzwinkern zu nehmen.
Wie meist bei Häkelkrimis, ist die Krimihandlung nicht im Vordergrund, sondern höchstens gleichberechtigt mit der sonstigen Rahmenhandlung, wird zum Ende hin aber immer wichtiger. Der Lesefluss ist sehr gut, der Schreibstil sehr unterhaltsam und kommt Freunden des britischen schwarzen Humors entgegen.
Dass die Identität des Mörders keine große Überraschung darstellt, verzeiht man Gitta Edelmann gern, da man bis dahin eine unterhaltsame Zeit in Canterbury verbringen durfte.
Für alle Freunde der britischen Häkelkrimis ein lohnenswertes Buch und mir scheint, auch Canterbury selbst ist einen Besuch wert.
Gitta Edelmann
"Canterbury Requiem"
ISBN: 978-3-940258-40-3
erschienen im Goldfinch Verlag
€ 11,95
[Rezension] Katharina M. Mylius - Die Toten vom Magdalen College
Kurzbeschreibung:
Bei einem Alumni-Dinner im Magdalen College der Universität Oxford bricht ein wichtiger Lokalpolitiker tot zusammen. Er wurde vergiftet, doch keiner der Gäste an seinem Tisch will etwas gesehen haben.
Und auch bei ihren weiteren Nachforschungen stoßen Inspector Heidi Green und ihr neuer Kollege Frederick Collins von der Thames Valley Police auf eisernes Schweigen. Nur eins steht fest: Ein paar der Ehemaligen hüten ein dunkles Geheimnis aus der Vergangenheit. Bald gibt es eine zweite Leiche..."
Fazit:
Es gibt Orte, die ein spezielles Flair haben. Solche Orte eignen sich als Handlungsorte in Büchern natürlich besonders, da sie beim Leser direkt bestimmte Assoziationen hervorrufen. Ich persönlich bin ein großer Fan von Oxford als Handlungsort. Gerade bei britischen Krimis gern verwendet, ist es einer Reihe von Autoren wirklich gut gelungen, die spezielle Atmosphäre von Oxford in die Handlung einzubinden. Genau diese Atmosphäre habe ich hier vorausgesetzt, da ein Teil der Handlung nicht nur in Oxford selbst, sondern auch noch an der Universität spielt - diesbezüglich wurde ich leider enttäuscht. Ich kann nicht genau benennen, woran es liegt, aber das oxforder Flair wurde von der Autorin leider nicht so transportiert, dass es bei mir angekommen wäre, was ich überaus schade finde. Möglicherweise liegt mein Empfinden auch an zu hohen Erwartungen meinerseits?
Ebenfalls etwas enttäuscht war ich von den Charakteren der beiden Hauptprotagonisten Inspector Heidi Green und Frederick Collins, denn sie wirken kompetent und sympathisch, man erfährt im Laufe des Buches auch einiges an persönlichen Hintergründen, aber Charisma und Tiefgründigkeit bleiben aus - sie bleiben leider blass und irgendwie weichgespült.
Dennoch kann und will ich hier nicht behaupten, dass mir das Buch nicht gefallen habe! Die Autorin hat einen angenehm unterhaltenden Schreibstil, der Lesefluss ist wirklich gut und der Plot interessant und hintergründig angelegt - der Mörder z. B. war für mich ein aha!-Erlebnis.
Zusammengenommen ein unterhaltsamer, gut erzählter Krimi, bei dem die Autorin die Möglichkeiten in Bezug auf Atmosphäre und Charakter nicht voll ausgeschöpft hat. Im Herbst 2015 wird der zweite Fall mit den Ermittlern Green und Collins erscheinen und ich habe die Hoffnung, dass sich dann einige meiner Kritikpunkte in Wohlgefallen auflösen.
Katharina M. Mylius
"Die Toten vom Magdalen College"
ISBN: 978-3-940258-39-7
erschienen im Goldfinch Verlag
€ 11,95
Bei einem Alumni-Dinner im Magdalen College der Universität Oxford bricht ein wichtiger Lokalpolitiker tot zusammen. Er wurde vergiftet, doch keiner der Gäste an seinem Tisch will etwas gesehen haben.
Und auch bei ihren weiteren Nachforschungen stoßen Inspector Heidi Green und ihr neuer Kollege Frederick Collins von der Thames Valley Police auf eisernes Schweigen. Nur eins steht fest: Ein paar der Ehemaligen hüten ein dunkles Geheimnis aus der Vergangenheit. Bald gibt es eine zweite Leiche..."
Fazit:
Es gibt Orte, die ein spezielles Flair haben. Solche Orte eignen sich als Handlungsorte in Büchern natürlich besonders, da sie beim Leser direkt bestimmte Assoziationen hervorrufen. Ich persönlich bin ein großer Fan von Oxford als Handlungsort. Gerade bei britischen Krimis gern verwendet, ist es einer Reihe von Autoren wirklich gut gelungen, die spezielle Atmosphäre von Oxford in die Handlung einzubinden. Genau diese Atmosphäre habe ich hier vorausgesetzt, da ein Teil der Handlung nicht nur in Oxford selbst, sondern auch noch an der Universität spielt - diesbezüglich wurde ich leider enttäuscht. Ich kann nicht genau benennen, woran es liegt, aber das oxforder Flair wurde von der Autorin leider nicht so transportiert, dass es bei mir angekommen wäre, was ich überaus schade finde. Möglicherweise liegt mein Empfinden auch an zu hohen Erwartungen meinerseits?
Ebenfalls etwas enttäuscht war ich von den Charakteren der beiden Hauptprotagonisten Inspector Heidi Green und Frederick Collins, denn sie wirken kompetent und sympathisch, man erfährt im Laufe des Buches auch einiges an persönlichen Hintergründen, aber Charisma und Tiefgründigkeit bleiben aus - sie bleiben leider blass und irgendwie weichgespült.
Dennoch kann und will ich hier nicht behaupten, dass mir das Buch nicht gefallen habe! Die Autorin hat einen angenehm unterhaltenden Schreibstil, der Lesefluss ist wirklich gut und der Plot interessant und hintergründig angelegt - der Mörder z. B. war für mich ein aha!-Erlebnis.
Zusammengenommen ein unterhaltsamer, gut erzählter Krimi, bei dem die Autorin die Möglichkeiten in Bezug auf Atmosphäre und Charakter nicht voll ausgeschöpft hat. Im Herbst 2015 wird der zweite Fall mit den Ermittlern Green und Collins erscheinen und ich habe die Hoffnung, dass sich dann einige meiner Kritikpunkte in Wohlgefallen auflösen.
Katharina M. Mylius
"Die Toten vom Magdalen College"
ISBN: 978-3-940258-39-7
erschienen im Goldfinch Verlag
€ 11,95
Freitag, 12. September 2014
[Rezension] Josephine Angelini - Everflame - Feuerprobe [1/3]
Kurzbeschreibung:
"Die 17-jährige Lily Proctor hat es nicht leicht. Mit ihren feuerroten Haaren fühlt sie sich immer als Außenseiterin. Zudem halten ihre lebensbedrohlichen Allergien sie davon ab, so zu leben wie die anderen in ihrer Heimatstadt Salem. Lily wünscht sich nichts mehr, als ein normales Highschool-Girl zu sein. Nach einer katastrophalen Partynacht will sie einfach nur verschwinden. Und genau das passiert. Wortwörtlich. Lily findet sich plötzlich in einem anderen Salem wieder, wo sie auf ihre eigene Doppelgängerin trifft. Sie gerät in einen gefährlichen Strudel aus Macht, Versuchung und einer Liebe, mit der sie nie gerechnet hätte. Ist Lilys Doppelgängerin buchstäblich ihr größter Feind?"
Fazit:
Josephine Angelini ist vielen wohlbekannt als Autorin der "Göttlich"-Trilogie. Wenn man nach einer solch erfolgreichen Trilogie eine weitere startet, muss man den Lesern natürlich etwas Besonderes bieten, damit die neue Trilogie den Erwartungen der Leserschaft standhalten kann. Da ich persönlich die "Göttlich"-Trilogie nicht gelesen habe, bin ich in dieser Hinsicht nicht "vorbelastet", da es aber in den vergangenen Jahren einiges an urban fantasy - Trilogien und -Reihen gab, hat man vieles schon gelesen und will natürlich nicht immer einen neuen Aufguss derselben Handlung erleben. Entsprechend war ich durchaus etwas skeptisch, ob mich "Everflame" begeistern könnte.
Dann allerdings fing ich an zu lesen und nach den ersten Seiten hatte ich komplett vergessen, dass wir ja im Bereich des urban fantasy sind und früher oder später die Welt, wie wir sie kennen, so nicht mehr Mittelpunkt der Handlung sein würde. Da mich die Geschichte um Lily, Tristan und Lilys Mutter aber schon so gefangen nahm, dass ich eigentlich nur Lily weiter begleiten wollte, war ich dann glatt etwas überrumpelt, als Lily von unserer gewohnten in eine andere Welt wechselte.
Aber auch diese hat es geschafft, mich weiter in der Geschichte zu halten. Josephine Angelini charakterisiert ihre Protagonisten sehr menschlich - keiner hat nur gute oder nur schlechte Seiten, jeder ist mit Fehlern und Macken behaftet, was beim Leser Sympathie hervorruft und hilft, sich inmitten der Protagonisten und ihrer Handlung fast integriert zu fühlen.
Selbstverständlich möchte ich euch hier nicht zuviel von der Handlung verraten, aber mich hat sie bis zur letzten Seite absolut fasziniert. Aber nicht nur die geschriebene Handlung nimmt den Leser gefangen, auch das Ungeschriebene, Angedeutete, das darauf hinweist, dass nicht alles so ist, wie es scheint und somit eine Menge Potential für die Folgebände lässt - genau so muss der Auftakt einer Trilogie sein! Auf der letzten Seite möchte man nichts weiter als direkt das zweite Buch aufschlagen - definitiv gelungen!
Josephine Angelini
"Everflame - Feuerprobe"
ISBN: 978-3-7915-2630-0
erscheint im Dressler Verlag
€19,99
"Die 17-jährige Lily Proctor hat es nicht leicht. Mit ihren feuerroten Haaren fühlt sie sich immer als Außenseiterin. Zudem halten ihre lebensbedrohlichen Allergien sie davon ab, so zu leben wie die anderen in ihrer Heimatstadt Salem. Lily wünscht sich nichts mehr, als ein normales Highschool-Girl zu sein. Nach einer katastrophalen Partynacht will sie einfach nur verschwinden. Und genau das passiert. Wortwörtlich. Lily findet sich plötzlich in einem anderen Salem wieder, wo sie auf ihre eigene Doppelgängerin trifft. Sie gerät in einen gefährlichen Strudel aus Macht, Versuchung und einer Liebe, mit der sie nie gerechnet hätte. Ist Lilys Doppelgängerin buchstäblich ihr größter Feind?"
Fazit:
Josephine Angelini ist vielen wohlbekannt als Autorin der "Göttlich"-Trilogie. Wenn man nach einer solch erfolgreichen Trilogie eine weitere startet, muss man den Lesern natürlich etwas Besonderes bieten, damit die neue Trilogie den Erwartungen der Leserschaft standhalten kann. Da ich persönlich die "Göttlich"-Trilogie nicht gelesen habe, bin ich in dieser Hinsicht nicht "vorbelastet", da es aber in den vergangenen Jahren einiges an urban fantasy - Trilogien und -Reihen gab, hat man vieles schon gelesen und will natürlich nicht immer einen neuen Aufguss derselben Handlung erleben. Entsprechend war ich durchaus etwas skeptisch, ob mich "Everflame" begeistern könnte.
Dann allerdings fing ich an zu lesen und nach den ersten Seiten hatte ich komplett vergessen, dass wir ja im Bereich des urban fantasy sind und früher oder später die Welt, wie wir sie kennen, so nicht mehr Mittelpunkt der Handlung sein würde. Da mich die Geschichte um Lily, Tristan und Lilys Mutter aber schon so gefangen nahm, dass ich eigentlich nur Lily weiter begleiten wollte, war ich dann glatt etwas überrumpelt, als Lily von unserer gewohnten in eine andere Welt wechselte.
Aber auch diese hat es geschafft, mich weiter in der Geschichte zu halten. Josephine Angelini charakterisiert ihre Protagonisten sehr menschlich - keiner hat nur gute oder nur schlechte Seiten, jeder ist mit Fehlern und Macken behaftet, was beim Leser Sympathie hervorruft und hilft, sich inmitten der Protagonisten und ihrer Handlung fast integriert zu fühlen.
Selbstverständlich möchte ich euch hier nicht zuviel von der Handlung verraten, aber mich hat sie bis zur letzten Seite absolut fasziniert. Aber nicht nur die geschriebene Handlung nimmt den Leser gefangen, auch das Ungeschriebene, Angedeutete, das darauf hinweist, dass nicht alles so ist, wie es scheint und somit eine Menge Potential für die Folgebände lässt - genau so muss der Auftakt einer Trilogie sein! Auf der letzten Seite möchte man nichts weiter als direkt das zweite Buch aufschlagen - definitiv gelungen!
Josephine Angelini
"Everflame - Feuerprobe"
ISBN: 978-3-7915-2630-0
erscheint im Dressler Verlag
€19,99
Donnerstag, 11. September 2014
[Rezension] Tina Voß - Ex und Mops
Kurzbeschreibung:
"Kay, Junior-Personalreferentin, lebt mit Johannes, einem fanatischen Läufer und Veganer, zusammen. Ihre Freundin Klara möchte kurzfristig für ein Jahr ins Ausland gehen und Kay, die in ihrer Beziehung nicht glücklich ist, entschließt sich spontan, die Wohnung samt Bernd, dem Mops, zu hüten.
Doch dann gerät alles aus den Fugen, im Job wird Kay degradiert, ihr Privatleben ist ein Scherbenhaufen und die Erziehung von Bernd eine einzige Katastrophe. Da kommt der Tierarzt Ludger gerade zur rechten Zeit, allerdings kann der verwöhnte Mops ihn einfach nicht ausstehen."
Fazit:
Mir hatte es bereits die Namenswahl angetan: Der Mops des Buches heißt Bernd, wenn das mal nicht genial ist!
Überhaupt hat die Autorin ein Händchen dafür, ihre Protagonisten so zu charakterisieren, dass einem selbst bei den unsympathischen ein Schmunzeln entwischt, so z. B. Frau Schreiber, Kays ständig missgestimmte Vorgesetzte. Kay selbst, unser weiblicher Hauptcharakter, ist ein Wirbelwind mit einer Schwäche für unüberlegte Sätze und einem Hang dazu, kein Fettnäpfchen auszulassen - ein bißchen wie Bridget Jones im Koffeinrausch.
Rauschähnlich ist auch das Leseempfinden, denn dank Kays unnachahmlichen Talent, sich dauernd in peinliche und missliche Situationen zu bringen, fängt man einmal an zu lesen und hört erst auf der letzten Seite auf, entsprechend gut ist der Lesefluss.
Selbstverständlich darf man nicht alles auf die Goldwaage legen, und wer ernsthafte Lektüre möchte, sollte lieber einen Bogen um Kay und Bernd machen - wer sich allerdings einmal richtig gut unterhalten lassen möchte, der ist hier definitiv an der richtigen Adresse!
Ein Mopsroman, der mich so richtig zum Lachen gebracht hat!
Darüber hinaus tut man mit dem Kauf des Buches auch noch etwas Gutes, denn für jedes verkaufte Buch wird an Tasso e. V. gespendet.
Tina Voß
"Ex & Mops"
ISBN: 978-3-940855-54-1
erscheint im Dryas Verlag
€ 10,50
"Kay, Junior-Personalreferentin, lebt mit Johannes, einem fanatischen Läufer und Veganer, zusammen. Ihre Freundin Klara möchte kurzfristig für ein Jahr ins Ausland gehen und Kay, die in ihrer Beziehung nicht glücklich ist, entschließt sich spontan, die Wohnung samt Bernd, dem Mops, zu hüten.
Doch dann gerät alles aus den Fugen, im Job wird Kay degradiert, ihr Privatleben ist ein Scherbenhaufen und die Erziehung von Bernd eine einzige Katastrophe. Da kommt der Tierarzt Ludger gerade zur rechten Zeit, allerdings kann der verwöhnte Mops ihn einfach nicht ausstehen."
Fazit:
Mir hatte es bereits die Namenswahl angetan: Der Mops des Buches heißt Bernd, wenn das mal nicht genial ist!
Überhaupt hat die Autorin ein Händchen dafür, ihre Protagonisten so zu charakterisieren, dass einem selbst bei den unsympathischen ein Schmunzeln entwischt, so z. B. Frau Schreiber, Kays ständig missgestimmte Vorgesetzte. Kay selbst, unser weiblicher Hauptcharakter, ist ein Wirbelwind mit einer Schwäche für unüberlegte Sätze und einem Hang dazu, kein Fettnäpfchen auszulassen - ein bißchen wie Bridget Jones im Koffeinrausch.
Rauschähnlich ist auch das Leseempfinden, denn dank Kays unnachahmlichen Talent, sich dauernd in peinliche und missliche Situationen zu bringen, fängt man einmal an zu lesen und hört erst auf der letzten Seite auf, entsprechend gut ist der Lesefluss.
Selbstverständlich darf man nicht alles auf die Goldwaage legen, und wer ernsthafte Lektüre möchte, sollte lieber einen Bogen um Kay und Bernd machen - wer sich allerdings einmal richtig gut unterhalten lassen möchte, der ist hier definitiv an der richtigen Adresse!
Ein Mopsroman, der mich so richtig zum Lachen gebracht hat!
Darüber hinaus tut man mit dem Kauf des Buches auch noch etwas Gutes, denn für jedes verkaufte Buch wird an Tasso e. V. gespendet.
Tina Voß
"Ex & Mops"
ISBN: 978-3-940855-54-1
erscheint im Dryas Verlag
€ 10,50
Mittwoch, 10. September 2014
[Rezension] Deborah Harkness - Die Seelen der Nacht
Kurzbeschreibung:
"Diana Bishop ist Historikerin mit Leib und Seele. Dass in ihr zudem das Blut eines uralten Hexengeschlechts fließt, versucht sie im Alltag möglichst zu ignorieren. Doch dann fällt Diana in einer Bibliothek in Oxford ein magisches Manuskript in die Hände, und plötzlich wird sie von Hexen, Dämonen und Vampiren verfolgt, die ihr das geheime Wissen entlocken wollen. Hilfe erfährt Diana ausgerechnet von Matthew Clairmont, Naturwissenschaftler , 1500 Jahre alter Vampir - und der Mann, der Diana bald schon mehr bedeuten wird als ihr Leben..."
Fazit:
"Die Seelen der Nacht" war mir schon mehrfach empfohlen worden und so ließ ich mich von den fast 800 Seiten nicht beeindrucken und machte mich ans Werk.
Bereits am Anfang fiel mir auf, wie lebensecht die Autorin Hexen, Dämonen und Vampire in die Realität integrierte - es wirkte nicht aufgesetzt oder künstlich, sondern so, als könne es tatsächlich so sein, dass magische Wesen unter uns Menschen leben und wir es nur nicht bemerken.
Auch die beiden Hauptprotagonisten, Diana und Matthew, hat Deborah Harkness sympathisch gestaltet und bildhaft erstehen lassen - auch wenn Dianas Begriffsstutzigkeit und Sturheit mich mitunter auf die Palme brachte.
Die Handlung an sich fand ich auf den ersten 600 Seiten allerdings eindeutig zu ausführlich und detailverliebt. Eine Straffung des Ganzen auf 300-400 Seiten hätte dem Lesefluss gut getan und deutlich mehr Dynamik gebracht - die letzten 200 Seiten hingegen waren dann durchaus fesselnd, dynamisch und wirklich angenehm zu lesen, das Ende selbst so offen, dass ich tatsächlich in Erwägung ziehe, dem zweiten Teil eine Chance zu geben.
Alles in allem eine interessante Handlung, aber man muss mitunter einen langen Atem haben.
Deborah Harkness
"Die Seelen der Nacht"
ISBN: 978-3-442-37719-0
erschienen bei Blanvalet
€ 9,99
"Diana Bishop ist Historikerin mit Leib und Seele. Dass in ihr zudem das Blut eines uralten Hexengeschlechts fließt, versucht sie im Alltag möglichst zu ignorieren. Doch dann fällt Diana in einer Bibliothek in Oxford ein magisches Manuskript in die Hände, und plötzlich wird sie von Hexen, Dämonen und Vampiren verfolgt, die ihr das geheime Wissen entlocken wollen. Hilfe erfährt Diana ausgerechnet von Matthew Clairmont, Naturwissenschaftler , 1500 Jahre alter Vampir - und der Mann, der Diana bald schon mehr bedeuten wird als ihr Leben..."
Fazit:
"Die Seelen der Nacht" war mir schon mehrfach empfohlen worden und so ließ ich mich von den fast 800 Seiten nicht beeindrucken und machte mich ans Werk.
Bereits am Anfang fiel mir auf, wie lebensecht die Autorin Hexen, Dämonen und Vampire in die Realität integrierte - es wirkte nicht aufgesetzt oder künstlich, sondern so, als könne es tatsächlich so sein, dass magische Wesen unter uns Menschen leben und wir es nur nicht bemerken.
Auch die beiden Hauptprotagonisten, Diana und Matthew, hat Deborah Harkness sympathisch gestaltet und bildhaft erstehen lassen - auch wenn Dianas Begriffsstutzigkeit und Sturheit mich mitunter auf die Palme brachte.
Die Handlung an sich fand ich auf den ersten 600 Seiten allerdings eindeutig zu ausführlich und detailverliebt. Eine Straffung des Ganzen auf 300-400 Seiten hätte dem Lesefluss gut getan und deutlich mehr Dynamik gebracht - die letzten 200 Seiten hingegen waren dann durchaus fesselnd, dynamisch und wirklich angenehm zu lesen, das Ende selbst so offen, dass ich tatsächlich in Erwägung ziehe, dem zweiten Teil eine Chance zu geben.
Alles in allem eine interessante Handlung, aber man muss mitunter einen langen Atem haben.
Deborah Harkness
"Die Seelen der Nacht"
ISBN: 978-3-442-37719-0
erschienen bei Blanvalet
€ 9,99
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