Kurzbeschreibung:
"Es regnet und ein kalter Wind fegt durch Canterburys Straßen, als Ella sich nach der Chorprobe von Aileen verabschiedet. Am nächsten Morgen ist Aileen tot. Zunächst sieht alles nach einem Unfall mit Fahrerflucht aus, doch dann stellt sich heraus, dass Aileen starke Beruhigungsmittel im Blut hatte.
Entschlossen beginnt Ella, die erst kürzlich nach Canterbury gezogen ist, in Aileens Leben nachzuforschen. Dabei stößt sie auf Ungereimtheiten, häkelnde alte Damen, einen mürrischen Professor, einen pfiffigen Nachbarsjungen, einen ausgesprochen attraktiven jungen Mann im Pub und einen Detective Inspector, der ihr das Leben nicht unbedingt leichter macht..."
Fazit:
Einen Krimi aus Kent habe ich bisher noch nicht gelesen. Die meisten britischen Krimis sind in und um London angesiedelt, ein paar in Cornwall und dann gibt es natürlich noch Oxford. Da ein wenig Abwechslung aber nie schadet, habe ich mich frohgemut aufgemacht nach Canterbury.
Die Kurzbeschreibung suggeriert einen unterhaltsamen Häkelkrimi und in diesem Fall kann man sich auf dieses Versprechen auch verlassen.
Ella, ihres Zeichens Liebesromanautorin, wurde von ihrem Verlag nach Canterbury geschickt, um eine Liebesromanreihe zu schreiben, die dort angesiedelt ist. Höchst unterhaltsam war es, von den Unwägbarkeiten und Problemen zu lesen, mit denen Autoren wohl regelmäßig zu kämpfen haben. Überhaupt ist Ella ein unterhaltsamer Charakter, da sie sich selbst nicht so ganz ernst nimmt und so auch mit den Fettnäpfchen, die ihr das Leben scheinbar regelmäßig in den Weg stellt, humorvoll umgehen kann. Auch der restliche Kreis der überschaubaren Protagonisten dieses Kent-Krimis ist sympathisch und lebensecht charakterisiert, aber auch immer mit einem Schmunzeln und Augenzwinkern zu nehmen.
Wie meist bei Häkelkrimis, ist die Krimihandlung nicht im Vordergrund, sondern höchstens gleichberechtigt mit der sonstigen Rahmenhandlung, wird zum Ende hin aber immer wichtiger. Der Lesefluss ist sehr gut, der Schreibstil sehr unterhaltsam und kommt Freunden des britischen schwarzen Humors entgegen.
Dass die Identität des Mörders keine große Überraschung darstellt, verzeiht man Gitta Edelmann gern, da man bis dahin eine unterhaltsame Zeit in Canterbury verbringen durfte.
Für alle Freunde der britischen Häkelkrimis ein lohnenswertes Buch und mir scheint, auch Canterbury selbst ist einen Besuch wert.
Gitta Edelmann
"Canterbury Requiem"
ISBN: 978-3-940258-40-3
erschienen im Goldfinch Verlag
€ 11,95
Jeder Mensch braucht seine kleinen Fluchten aus dem Alltag - ich finde meine in Büchern
Bücher
Bücher lesen heißt, wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben über die Sterne.
- Jean Paul
- Jean Paul
Donnerstag, 18. September 2014
[Rezension] Katharina M. Mylius - Die Toten vom Magdalen College
Kurzbeschreibung:
Bei einem Alumni-Dinner im Magdalen College der Universität Oxford bricht ein wichtiger Lokalpolitiker tot zusammen. Er wurde vergiftet, doch keiner der Gäste an seinem Tisch will etwas gesehen haben.
Und auch bei ihren weiteren Nachforschungen stoßen Inspector Heidi Green und ihr neuer Kollege Frederick Collins von der Thames Valley Police auf eisernes Schweigen. Nur eins steht fest: Ein paar der Ehemaligen hüten ein dunkles Geheimnis aus der Vergangenheit. Bald gibt es eine zweite Leiche..."
Fazit:
Es gibt Orte, die ein spezielles Flair haben. Solche Orte eignen sich als Handlungsorte in Büchern natürlich besonders, da sie beim Leser direkt bestimmte Assoziationen hervorrufen. Ich persönlich bin ein großer Fan von Oxford als Handlungsort. Gerade bei britischen Krimis gern verwendet, ist es einer Reihe von Autoren wirklich gut gelungen, die spezielle Atmosphäre von Oxford in die Handlung einzubinden. Genau diese Atmosphäre habe ich hier vorausgesetzt, da ein Teil der Handlung nicht nur in Oxford selbst, sondern auch noch an der Universität spielt - diesbezüglich wurde ich leider enttäuscht. Ich kann nicht genau benennen, woran es liegt, aber das oxforder Flair wurde von der Autorin leider nicht so transportiert, dass es bei mir angekommen wäre, was ich überaus schade finde. Möglicherweise liegt mein Empfinden auch an zu hohen Erwartungen meinerseits?
Ebenfalls etwas enttäuscht war ich von den Charakteren der beiden Hauptprotagonisten Inspector Heidi Green und Frederick Collins, denn sie wirken kompetent und sympathisch, man erfährt im Laufe des Buches auch einiges an persönlichen Hintergründen, aber Charisma und Tiefgründigkeit bleiben aus - sie bleiben leider blass und irgendwie weichgespült.
Dennoch kann und will ich hier nicht behaupten, dass mir das Buch nicht gefallen habe! Die Autorin hat einen angenehm unterhaltenden Schreibstil, der Lesefluss ist wirklich gut und der Plot interessant und hintergründig angelegt - der Mörder z. B. war für mich ein aha!-Erlebnis.
Zusammengenommen ein unterhaltsamer, gut erzählter Krimi, bei dem die Autorin die Möglichkeiten in Bezug auf Atmosphäre und Charakter nicht voll ausgeschöpft hat. Im Herbst 2015 wird der zweite Fall mit den Ermittlern Green und Collins erscheinen und ich habe die Hoffnung, dass sich dann einige meiner Kritikpunkte in Wohlgefallen auflösen.
Katharina M. Mylius
"Die Toten vom Magdalen College"
ISBN: 978-3-940258-39-7
erschienen im Goldfinch Verlag
€ 11,95
Bei einem Alumni-Dinner im Magdalen College der Universität Oxford bricht ein wichtiger Lokalpolitiker tot zusammen. Er wurde vergiftet, doch keiner der Gäste an seinem Tisch will etwas gesehen haben.
Und auch bei ihren weiteren Nachforschungen stoßen Inspector Heidi Green und ihr neuer Kollege Frederick Collins von der Thames Valley Police auf eisernes Schweigen. Nur eins steht fest: Ein paar der Ehemaligen hüten ein dunkles Geheimnis aus der Vergangenheit. Bald gibt es eine zweite Leiche..."
Fazit:
Es gibt Orte, die ein spezielles Flair haben. Solche Orte eignen sich als Handlungsorte in Büchern natürlich besonders, da sie beim Leser direkt bestimmte Assoziationen hervorrufen. Ich persönlich bin ein großer Fan von Oxford als Handlungsort. Gerade bei britischen Krimis gern verwendet, ist es einer Reihe von Autoren wirklich gut gelungen, die spezielle Atmosphäre von Oxford in die Handlung einzubinden. Genau diese Atmosphäre habe ich hier vorausgesetzt, da ein Teil der Handlung nicht nur in Oxford selbst, sondern auch noch an der Universität spielt - diesbezüglich wurde ich leider enttäuscht. Ich kann nicht genau benennen, woran es liegt, aber das oxforder Flair wurde von der Autorin leider nicht so transportiert, dass es bei mir angekommen wäre, was ich überaus schade finde. Möglicherweise liegt mein Empfinden auch an zu hohen Erwartungen meinerseits?
Ebenfalls etwas enttäuscht war ich von den Charakteren der beiden Hauptprotagonisten Inspector Heidi Green und Frederick Collins, denn sie wirken kompetent und sympathisch, man erfährt im Laufe des Buches auch einiges an persönlichen Hintergründen, aber Charisma und Tiefgründigkeit bleiben aus - sie bleiben leider blass und irgendwie weichgespült.
Dennoch kann und will ich hier nicht behaupten, dass mir das Buch nicht gefallen habe! Die Autorin hat einen angenehm unterhaltenden Schreibstil, der Lesefluss ist wirklich gut und der Plot interessant und hintergründig angelegt - der Mörder z. B. war für mich ein aha!-Erlebnis.
Zusammengenommen ein unterhaltsamer, gut erzählter Krimi, bei dem die Autorin die Möglichkeiten in Bezug auf Atmosphäre und Charakter nicht voll ausgeschöpft hat. Im Herbst 2015 wird der zweite Fall mit den Ermittlern Green und Collins erscheinen und ich habe die Hoffnung, dass sich dann einige meiner Kritikpunkte in Wohlgefallen auflösen.
Katharina M. Mylius
"Die Toten vom Magdalen College"
ISBN: 978-3-940258-39-7
erschienen im Goldfinch Verlag
€ 11,95
Freitag, 12. September 2014
[Rezension] Josephine Angelini - Everflame - Feuerprobe [1/3]
Kurzbeschreibung:
"Die 17-jährige Lily Proctor hat es nicht leicht. Mit ihren feuerroten Haaren fühlt sie sich immer als Außenseiterin. Zudem halten ihre lebensbedrohlichen Allergien sie davon ab, so zu leben wie die anderen in ihrer Heimatstadt Salem. Lily wünscht sich nichts mehr, als ein normales Highschool-Girl zu sein. Nach einer katastrophalen Partynacht will sie einfach nur verschwinden. Und genau das passiert. Wortwörtlich. Lily findet sich plötzlich in einem anderen Salem wieder, wo sie auf ihre eigene Doppelgängerin trifft. Sie gerät in einen gefährlichen Strudel aus Macht, Versuchung und einer Liebe, mit der sie nie gerechnet hätte. Ist Lilys Doppelgängerin buchstäblich ihr größter Feind?"
Fazit:
Josephine Angelini ist vielen wohlbekannt als Autorin der "Göttlich"-Trilogie. Wenn man nach einer solch erfolgreichen Trilogie eine weitere startet, muss man den Lesern natürlich etwas Besonderes bieten, damit die neue Trilogie den Erwartungen der Leserschaft standhalten kann. Da ich persönlich die "Göttlich"-Trilogie nicht gelesen habe, bin ich in dieser Hinsicht nicht "vorbelastet", da es aber in den vergangenen Jahren einiges an urban fantasy - Trilogien und -Reihen gab, hat man vieles schon gelesen und will natürlich nicht immer einen neuen Aufguss derselben Handlung erleben. Entsprechend war ich durchaus etwas skeptisch, ob mich "Everflame" begeistern könnte.
Dann allerdings fing ich an zu lesen und nach den ersten Seiten hatte ich komplett vergessen, dass wir ja im Bereich des urban fantasy sind und früher oder später die Welt, wie wir sie kennen, so nicht mehr Mittelpunkt der Handlung sein würde. Da mich die Geschichte um Lily, Tristan und Lilys Mutter aber schon so gefangen nahm, dass ich eigentlich nur Lily weiter begleiten wollte, war ich dann glatt etwas überrumpelt, als Lily von unserer gewohnten in eine andere Welt wechselte.
Aber auch diese hat es geschafft, mich weiter in der Geschichte zu halten. Josephine Angelini charakterisiert ihre Protagonisten sehr menschlich - keiner hat nur gute oder nur schlechte Seiten, jeder ist mit Fehlern und Macken behaftet, was beim Leser Sympathie hervorruft und hilft, sich inmitten der Protagonisten und ihrer Handlung fast integriert zu fühlen.
Selbstverständlich möchte ich euch hier nicht zuviel von der Handlung verraten, aber mich hat sie bis zur letzten Seite absolut fasziniert. Aber nicht nur die geschriebene Handlung nimmt den Leser gefangen, auch das Ungeschriebene, Angedeutete, das darauf hinweist, dass nicht alles so ist, wie es scheint und somit eine Menge Potential für die Folgebände lässt - genau so muss der Auftakt einer Trilogie sein! Auf der letzten Seite möchte man nichts weiter als direkt das zweite Buch aufschlagen - definitiv gelungen!
Josephine Angelini
"Everflame - Feuerprobe"
ISBN: 978-3-7915-2630-0
erscheint im Dressler Verlag
€19,99
"Die 17-jährige Lily Proctor hat es nicht leicht. Mit ihren feuerroten Haaren fühlt sie sich immer als Außenseiterin. Zudem halten ihre lebensbedrohlichen Allergien sie davon ab, so zu leben wie die anderen in ihrer Heimatstadt Salem. Lily wünscht sich nichts mehr, als ein normales Highschool-Girl zu sein. Nach einer katastrophalen Partynacht will sie einfach nur verschwinden. Und genau das passiert. Wortwörtlich. Lily findet sich plötzlich in einem anderen Salem wieder, wo sie auf ihre eigene Doppelgängerin trifft. Sie gerät in einen gefährlichen Strudel aus Macht, Versuchung und einer Liebe, mit der sie nie gerechnet hätte. Ist Lilys Doppelgängerin buchstäblich ihr größter Feind?"
Fazit:
Josephine Angelini ist vielen wohlbekannt als Autorin der "Göttlich"-Trilogie. Wenn man nach einer solch erfolgreichen Trilogie eine weitere startet, muss man den Lesern natürlich etwas Besonderes bieten, damit die neue Trilogie den Erwartungen der Leserschaft standhalten kann. Da ich persönlich die "Göttlich"-Trilogie nicht gelesen habe, bin ich in dieser Hinsicht nicht "vorbelastet", da es aber in den vergangenen Jahren einiges an urban fantasy - Trilogien und -Reihen gab, hat man vieles schon gelesen und will natürlich nicht immer einen neuen Aufguss derselben Handlung erleben. Entsprechend war ich durchaus etwas skeptisch, ob mich "Everflame" begeistern könnte.
Dann allerdings fing ich an zu lesen und nach den ersten Seiten hatte ich komplett vergessen, dass wir ja im Bereich des urban fantasy sind und früher oder später die Welt, wie wir sie kennen, so nicht mehr Mittelpunkt der Handlung sein würde. Da mich die Geschichte um Lily, Tristan und Lilys Mutter aber schon so gefangen nahm, dass ich eigentlich nur Lily weiter begleiten wollte, war ich dann glatt etwas überrumpelt, als Lily von unserer gewohnten in eine andere Welt wechselte.
Aber auch diese hat es geschafft, mich weiter in der Geschichte zu halten. Josephine Angelini charakterisiert ihre Protagonisten sehr menschlich - keiner hat nur gute oder nur schlechte Seiten, jeder ist mit Fehlern und Macken behaftet, was beim Leser Sympathie hervorruft und hilft, sich inmitten der Protagonisten und ihrer Handlung fast integriert zu fühlen.
Selbstverständlich möchte ich euch hier nicht zuviel von der Handlung verraten, aber mich hat sie bis zur letzten Seite absolut fasziniert. Aber nicht nur die geschriebene Handlung nimmt den Leser gefangen, auch das Ungeschriebene, Angedeutete, das darauf hinweist, dass nicht alles so ist, wie es scheint und somit eine Menge Potential für die Folgebände lässt - genau so muss der Auftakt einer Trilogie sein! Auf der letzten Seite möchte man nichts weiter als direkt das zweite Buch aufschlagen - definitiv gelungen!
Josephine Angelini
"Everflame - Feuerprobe"
ISBN: 978-3-7915-2630-0
erscheint im Dressler Verlag
€19,99
Donnerstag, 11. September 2014
[Rezension] Tina Voß - Ex und Mops
Kurzbeschreibung:
"Kay, Junior-Personalreferentin, lebt mit Johannes, einem fanatischen Läufer und Veganer, zusammen. Ihre Freundin Klara möchte kurzfristig für ein Jahr ins Ausland gehen und Kay, die in ihrer Beziehung nicht glücklich ist, entschließt sich spontan, die Wohnung samt Bernd, dem Mops, zu hüten.
Doch dann gerät alles aus den Fugen, im Job wird Kay degradiert, ihr Privatleben ist ein Scherbenhaufen und die Erziehung von Bernd eine einzige Katastrophe. Da kommt der Tierarzt Ludger gerade zur rechten Zeit, allerdings kann der verwöhnte Mops ihn einfach nicht ausstehen."
Fazit:
Mir hatte es bereits die Namenswahl angetan: Der Mops des Buches heißt Bernd, wenn das mal nicht genial ist!
Überhaupt hat die Autorin ein Händchen dafür, ihre Protagonisten so zu charakterisieren, dass einem selbst bei den unsympathischen ein Schmunzeln entwischt, so z. B. Frau Schreiber, Kays ständig missgestimmte Vorgesetzte. Kay selbst, unser weiblicher Hauptcharakter, ist ein Wirbelwind mit einer Schwäche für unüberlegte Sätze und einem Hang dazu, kein Fettnäpfchen auszulassen - ein bißchen wie Bridget Jones im Koffeinrausch.
Rauschähnlich ist auch das Leseempfinden, denn dank Kays unnachahmlichen Talent, sich dauernd in peinliche und missliche Situationen zu bringen, fängt man einmal an zu lesen und hört erst auf der letzten Seite auf, entsprechend gut ist der Lesefluss.
Selbstverständlich darf man nicht alles auf die Goldwaage legen, und wer ernsthafte Lektüre möchte, sollte lieber einen Bogen um Kay und Bernd machen - wer sich allerdings einmal richtig gut unterhalten lassen möchte, der ist hier definitiv an der richtigen Adresse!
Ein Mopsroman, der mich so richtig zum Lachen gebracht hat!
Darüber hinaus tut man mit dem Kauf des Buches auch noch etwas Gutes, denn für jedes verkaufte Buch wird an Tasso e. V. gespendet.
Tina Voß
"Ex & Mops"
ISBN: 978-3-940855-54-1
erscheint im Dryas Verlag
€ 10,50
"Kay, Junior-Personalreferentin, lebt mit Johannes, einem fanatischen Läufer und Veganer, zusammen. Ihre Freundin Klara möchte kurzfristig für ein Jahr ins Ausland gehen und Kay, die in ihrer Beziehung nicht glücklich ist, entschließt sich spontan, die Wohnung samt Bernd, dem Mops, zu hüten.
Doch dann gerät alles aus den Fugen, im Job wird Kay degradiert, ihr Privatleben ist ein Scherbenhaufen und die Erziehung von Bernd eine einzige Katastrophe. Da kommt der Tierarzt Ludger gerade zur rechten Zeit, allerdings kann der verwöhnte Mops ihn einfach nicht ausstehen."
Fazit:
Mir hatte es bereits die Namenswahl angetan: Der Mops des Buches heißt Bernd, wenn das mal nicht genial ist!
Überhaupt hat die Autorin ein Händchen dafür, ihre Protagonisten so zu charakterisieren, dass einem selbst bei den unsympathischen ein Schmunzeln entwischt, so z. B. Frau Schreiber, Kays ständig missgestimmte Vorgesetzte. Kay selbst, unser weiblicher Hauptcharakter, ist ein Wirbelwind mit einer Schwäche für unüberlegte Sätze und einem Hang dazu, kein Fettnäpfchen auszulassen - ein bißchen wie Bridget Jones im Koffeinrausch.
Rauschähnlich ist auch das Leseempfinden, denn dank Kays unnachahmlichen Talent, sich dauernd in peinliche und missliche Situationen zu bringen, fängt man einmal an zu lesen und hört erst auf der letzten Seite auf, entsprechend gut ist der Lesefluss.
Selbstverständlich darf man nicht alles auf die Goldwaage legen, und wer ernsthafte Lektüre möchte, sollte lieber einen Bogen um Kay und Bernd machen - wer sich allerdings einmal richtig gut unterhalten lassen möchte, der ist hier definitiv an der richtigen Adresse!
Ein Mopsroman, der mich so richtig zum Lachen gebracht hat!
Darüber hinaus tut man mit dem Kauf des Buches auch noch etwas Gutes, denn für jedes verkaufte Buch wird an Tasso e. V. gespendet.
Tina Voß
"Ex & Mops"
ISBN: 978-3-940855-54-1
erscheint im Dryas Verlag
€ 10,50
Mittwoch, 10. September 2014
[Rezension] Deborah Harkness - Die Seelen der Nacht
Kurzbeschreibung:
"Diana Bishop ist Historikerin mit Leib und Seele. Dass in ihr zudem das Blut eines uralten Hexengeschlechts fließt, versucht sie im Alltag möglichst zu ignorieren. Doch dann fällt Diana in einer Bibliothek in Oxford ein magisches Manuskript in die Hände, und plötzlich wird sie von Hexen, Dämonen und Vampiren verfolgt, die ihr das geheime Wissen entlocken wollen. Hilfe erfährt Diana ausgerechnet von Matthew Clairmont, Naturwissenschaftler , 1500 Jahre alter Vampir - und der Mann, der Diana bald schon mehr bedeuten wird als ihr Leben..."
Fazit:
"Die Seelen der Nacht" war mir schon mehrfach empfohlen worden und so ließ ich mich von den fast 800 Seiten nicht beeindrucken und machte mich ans Werk.
Bereits am Anfang fiel mir auf, wie lebensecht die Autorin Hexen, Dämonen und Vampire in die Realität integrierte - es wirkte nicht aufgesetzt oder künstlich, sondern so, als könne es tatsächlich so sein, dass magische Wesen unter uns Menschen leben und wir es nur nicht bemerken.
Auch die beiden Hauptprotagonisten, Diana und Matthew, hat Deborah Harkness sympathisch gestaltet und bildhaft erstehen lassen - auch wenn Dianas Begriffsstutzigkeit und Sturheit mich mitunter auf die Palme brachte.
Die Handlung an sich fand ich auf den ersten 600 Seiten allerdings eindeutig zu ausführlich und detailverliebt. Eine Straffung des Ganzen auf 300-400 Seiten hätte dem Lesefluss gut getan und deutlich mehr Dynamik gebracht - die letzten 200 Seiten hingegen waren dann durchaus fesselnd, dynamisch und wirklich angenehm zu lesen, das Ende selbst so offen, dass ich tatsächlich in Erwägung ziehe, dem zweiten Teil eine Chance zu geben.
Alles in allem eine interessante Handlung, aber man muss mitunter einen langen Atem haben.
Deborah Harkness
"Die Seelen der Nacht"
ISBN: 978-3-442-37719-0
erschienen bei Blanvalet
€ 9,99
"Diana Bishop ist Historikerin mit Leib und Seele. Dass in ihr zudem das Blut eines uralten Hexengeschlechts fließt, versucht sie im Alltag möglichst zu ignorieren. Doch dann fällt Diana in einer Bibliothek in Oxford ein magisches Manuskript in die Hände, und plötzlich wird sie von Hexen, Dämonen und Vampiren verfolgt, die ihr das geheime Wissen entlocken wollen. Hilfe erfährt Diana ausgerechnet von Matthew Clairmont, Naturwissenschaftler , 1500 Jahre alter Vampir - und der Mann, der Diana bald schon mehr bedeuten wird als ihr Leben..."
Fazit:
"Die Seelen der Nacht" war mir schon mehrfach empfohlen worden und so ließ ich mich von den fast 800 Seiten nicht beeindrucken und machte mich ans Werk.
Bereits am Anfang fiel mir auf, wie lebensecht die Autorin Hexen, Dämonen und Vampire in die Realität integrierte - es wirkte nicht aufgesetzt oder künstlich, sondern so, als könne es tatsächlich so sein, dass magische Wesen unter uns Menschen leben und wir es nur nicht bemerken.
Auch die beiden Hauptprotagonisten, Diana und Matthew, hat Deborah Harkness sympathisch gestaltet und bildhaft erstehen lassen - auch wenn Dianas Begriffsstutzigkeit und Sturheit mich mitunter auf die Palme brachte.
Die Handlung an sich fand ich auf den ersten 600 Seiten allerdings eindeutig zu ausführlich und detailverliebt. Eine Straffung des Ganzen auf 300-400 Seiten hätte dem Lesefluss gut getan und deutlich mehr Dynamik gebracht - die letzten 200 Seiten hingegen waren dann durchaus fesselnd, dynamisch und wirklich angenehm zu lesen, das Ende selbst so offen, dass ich tatsächlich in Erwägung ziehe, dem zweiten Teil eine Chance zu geben.
Alles in allem eine interessante Handlung, aber man muss mitunter einen langen Atem haben.
Deborah Harkness
"Die Seelen der Nacht"
ISBN: 978-3-442-37719-0
erschienen bei Blanvalet
€ 9,99
Dienstag, 9. September 2014
[Rezension] Jeff Lindsay - Dunkler Dämon
Kurzbeschreibung:
"Dexter Morgan arbeitet als Spezialist für Blutanalysen bei der Polizei von Miami. Seiner Neigung, brutale Killer höchstpersönlich aus dem Weg zu räumen, darf er im Moment jedoch nicht frönen. Denn Sergeant Doakes, sein misstrauischer Kollege, hat ihn im Visier. Also versucht sich Dexter als solider Familienvater und kümmert sich um seine Freundin Rita und ihre beiden Kinder. Kurz bevor er vor Langeweile fast durchdreht, wendet sich das Blatt: Ein besonders gefährlicher Serienmörder macht die Straßen von Miami unsicher. Dexter und sein "dunkler Passagier" stürzen sich in den Kampf..."
Fazit:
"Dunkler Dämon" ist der zweite Teil der Reihe um Dexter Morgan, unseren Psychopathen auf der richtigen Seite des Gesetzes (wie er meint), der vielen auch aus der Fernsehserie "Dexter" bekannt sein dürfte.
Wenn man die Reihe um Dexter Morgan liest, sollte man vorgewarnt sein, denn wenn man nur das Cover mit Genrebezeichung "Psychothriller" und dazu dem Sticker "Hochspannung" sieht, erwartet man sicher etwas anderes. Denn wie auch im ersten Teil, ist der Schreibstil geprägt von schwarzem Humor und mehr als einmal muss man sich beim Lesen ins Gedächtnis rufen, dass dies genau Dexters Art entspricht, da er selbst keine Gefühle empfindet, sondern nur gelernt hat, diese nach außen vorzuspiegeln.
Ist man sich bewusst, was einen erwartet, steht allerding vergnüglichen Stunden nichts im Weg - auch wenn einige Beschreibungen der Vorgehensweise unseres Serienkillers Dr. Danco sicher nichts für empfindliche Mägen ist.
Davon abgesehen, würde es im Bereich des Psychothrillers ein Äquivalent zu den "Häkelkrimis" geben, würde Dexter Morgan gerade dort hervorragend hineinpassen.
Ich habe ziemlichen Gefallen an dieser Reihe gefunden, bin mir aber bewusst, dass gerade der Schreibstil etwas ist, was man liebt oder haßt - ich werde auf jeden Fall auch den nächsten Band lesen!
Jeff Lindsay
"Dunkler Dämon"
ISBN: 978-3-426-62808-9
erschienen bei Knaur
€ 7,95
"Dexter Morgan arbeitet als Spezialist für Blutanalysen bei der Polizei von Miami. Seiner Neigung, brutale Killer höchstpersönlich aus dem Weg zu räumen, darf er im Moment jedoch nicht frönen. Denn Sergeant Doakes, sein misstrauischer Kollege, hat ihn im Visier. Also versucht sich Dexter als solider Familienvater und kümmert sich um seine Freundin Rita und ihre beiden Kinder. Kurz bevor er vor Langeweile fast durchdreht, wendet sich das Blatt: Ein besonders gefährlicher Serienmörder macht die Straßen von Miami unsicher. Dexter und sein "dunkler Passagier" stürzen sich in den Kampf..."
Fazit:
"Dunkler Dämon" ist der zweite Teil der Reihe um Dexter Morgan, unseren Psychopathen auf der richtigen Seite des Gesetzes (wie er meint), der vielen auch aus der Fernsehserie "Dexter" bekannt sein dürfte.
Wenn man die Reihe um Dexter Morgan liest, sollte man vorgewarnt sein, denn wenn man nur das Cover mit Genrebezeichung "Psychothriller" und dazu dem Sticker "Hochspannung" sieht, erwartet man sicher etwas anderes. Denn wie auch im ersten Teil, ist der Schreibstil geprägt von schwarzem Humor und mehr als einmal muss man sich beim Lesen ins Gedächtnis rufen, dass dies genau Dexters Art entspricht, da er selbst keine Gefühle empfindet, sondern nur gelernt hat, diese nach außen vorzuspiegeln.
Ist man sich bewusst, was einen erwartet, steht allerding vergnüglichen Stunden nichts im Weg - auch wenn einige Beschreibungen der Vorgehensweise unseres Serienkillers Dr. Danco sicher nichts für empfindliche Mägen ist.
Davon abgesehen, würde es im Bereich des Psychothrillers ein Äquivalent zu den "Häkelkrimis" geben, würde Dexter Morgan gerade dort hervorragend hineinpassen.
Ich habe ziemlichen Gefallen an dieser Reihe gefunden, bin mir aber bewusst, dass gerade der Schreibstil etwas ist, was man liebt oder haßt - ich werde auf jeden Fall auch den nächsten Band lesen!
Jeff Lindsay
"Dunkler Dämon"
ISBN: 978-3-426-62808-9
erschienen bei Knaur
€ 7,95
Montag, 1. September 2014
[Rezension] Teri Wilson - Ausgerechnet Mr. Darcy
Kurzbeschreibung:
"Elizabeth Scott, 29 Jahre und 364 Tage alt, stellt da eine bemerkenswerte Ausnahme dar. Zum Leidwesen ihrer Mutter genießt sie ihr Singledasein. Selbst als ihr bei einer Hundeshow der begehrte Junggeselle Donovan Darcy begegnet, findet sie ihn einfach nur peinlich. Oder was soll sie von einem Mann halten, der erst mir ihr flirtet und ihre schönen Augen lobt - und dann behauptet, er hätte ihren Hund gemeint? Warum er ihr trotz allem nicht mehr aus dem Kopf geht, ist Elizabeth ein Rätsel. Es kann doch nicht sein, dass augerechnet dieser unmögliche Mr. Darcy eine nie gekannte Sehnsucht in ihr weckt...?"
Fazit:
Bereits das Cover macht es deutlich: hier haben wir es mit einem Frauenbuch zu tun! Gerüchten zufolge soll es ja auch Männer geben, die Liebesromane lesen und die sollen sich natürlich auch von einem rosa-pinken Cover mit Hund nicht davon abhalten lassen, aber zumindest ist von vornherein klar, dass es um Gefühle, positive wie negative, unberechenbare Frauenverhaltensweisen und nicht nachvollziehbare Handlungen geht.
Nach dem Lesen von "Ausgerechnet Mr. Darcy" weiß ich mehr über Hundeausstellungen, als ich mir jemals hätte vorstellen können, aber auch wenn ich persönlich eher ein Katzenmensch bin, hat die Autorin damit ein wunderbares Verbindungsglied geschaffen zwischen Lizzy, unserer weiblichen Hauptprotagonistin, Sue, der liebenswerten reichen Engländerin und natürlich - Mr. Darcy, der züchtende Milliardär.
Kaum begonnen, fliegen die Seiten nur so dahin, denn Teri Wilson hat eine große Stärke: Sie schafft es, einem die liebenswerten Personen (ja, auch Mr. Darcy) nicht nur in den Kopf zu pflanzen, sondern sie geradezu lebensecht aufmarschieren zu lassen. Darüber hinaus pointiert sie Mr. Darcy so absolutely typical British, dass man gar nicht anders kann, als sich von ihm einwickeln zu lassen, zumindest geht dies mir bei gebildeten britischen Upperclass-Männern in Büchern so!
Anfangs lesen wir eine einnehmende und ansonsten locker, leichte Chick-lit-Lektüre, aber irgendwann wir man gewahr, dass etwas passiert ist! Irgendwo im Verlauf der Handlung sind die Protagonisten vom Kopf ins Herz gewandert und man sitzt zitternd mit dem Buch in der Hand und hofft und bangt, dass die beiden Königskinder doch endlich bitte zueinander finden mögen! Der Einfallsreichtum der Autorin genau dieses zu verhindern ist wirklich nahezu preisverdächtig!
Ob sie es dann doch noch schaffen und wie viele Fettnäpfchen man in einem Buch unterbringen kann? Überzeugt euch selbst - von mir gibt es eine klare Leseempfehlung: Herbstwetter, Couch, Wolldecke, Tee und Mr. Darcy!
Teri Wilson
"Ausgerechnet Mr. Darcy"
ISBN: 978-3-95649-053-8
erschienen bei Mira Taschenbuch
€ 8,99
"Elizabeth Scott, 29 Jahre und 364 Tage alt, stellt da eine bemerkenswerte Ausnahme dar. Zum Leidwesen ihrer Mutter genießt sie ihr Singledasein. Selbst als ihr bei einer Hundeshow der begehrte Junggeselle Donovan Darcy begegnet, findet sie ihn einfach nur peinlich. Oder was soll sie von einem Mann halten, der erst mir ihr flirtet und ihre schönen Augen lobt - und dann behauptet, er hätte ihren Hund gemeint? Warum er ihr trotz allem nicht mehr aus dem Kopf geht, ist Elizabeth ein Rätsel. Es kann doch nicht sein, dass augerechnet dieser unmögliche Mr. Darcy eine nie gekannte Sehnsucht in ihr weckt...?"
Fazit:
Bereits das Cover macht es deutlich: hier haben wir es mit einem Frauenbuch zu tun! Gerüchten zufolge soll es ja auch Männer geben, die Liebesromane lesen und die sollen sich natürlich auch von einem rosa-pinken Cover mit Hund nicht davon abhalten lassen, aber zumindest ist von vornherein klar, dass es um Gefühle, positive wie negative, unberechenbare Frauenverhaltensweisen und nicht nachvollziehbare Handlungen geht.
Nach dem Lesen von "Ausgerechnet Mr. Darcy" weiß ich mehr über Hundeausstellungen, als ich mir jemals hätte vorstellen können, aber auch wenn ich persönlich eher ein Katzenmensch bin, hat die Autorin damit ein wunderbares Verbindungsglied geschaffen zwischen Lizzy, unserer weiblichen Hauptprotagonistin, Sue, der liebenswerten reichen Engländerin und natürlich - Mr. Darcy, der züchtende Milliardär.
Kaum begonnen, fliegen die Seiten nur so dahin, denn Teri Wilson hat eine große Stärke: Sie schafft es, einem die liebenswerten Personen (ja, auch Mr. Darcy) nicht nur in den Kopf zu pflanzen, sondern sie geradezu lebensecht aufmarschieren zu lassen. Darüber hinaus pointiert sie Mr. Darcy so absolutely typical British, dass man gar nicht anders kann, als sich von ihm einwickeln zu lassen, zumindest geht dies mir bei gebildeten britischen Upperclass-Männern in Büchern so!
Anfangs lesen wir eine einnehmende und ansonsten locker, leichte Chick-lit-Lektüre, aber irgendwann wir man gewahr, dass etwas passiert ist! Irgendwo im Verlauf der Handlung sind die Protagonisten vom Kopf ins Herz gewandert und man sitzt zitternd mit dem Buch in der Hand und hofft und bangt, dass die beiden Königskinder doch endlich bitte zueinander finden mögen! Der Einfallsreichtum der Autorin genau dieses zu verhindern ist wirklich nahezu preisverdächtig!
Ob sie es dann doch noch schaffen und wie viele Fettnäpfchen man in einem Buch unterbringen kann? Überzeugt euch selbst - von mir gibt es eine klare Leseempfehlung: Herbstwetter, Couch, Wolldecke, Tee und Mr. Darcy!
Teri Wilson
"Ausgerechnet Mr. Darcy"
ISBN: 978-3-95649-053-8
erschienen bei Mira Taschenbuch
€ 8,99
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