Kurzbeschreibung:
"Für die Liebe hat Claire keine Zeit. Ihr Glasperlenladen und ihre beiden Kinder halten die Single-Mom schon genug auf Trab. Energisch wehrt sie die Flirtvesuche von Riley McKnight ab. Auch wenn ihr der kleine Bruder ihrer besten Freundin, der kürzlich als Polizeichef nach Hope's Crossing zurückgekehrt ist, überraschenderweise nicht mehr aus dem Kopf geht. Doch erst als ein schwerer Unfall Claire zum Innehalten zwingt, erkennt sie, dass sich die Dinge in ihrem Leben ändern müssen. Widerstrebend erlaubt sie Riley, sich um sie zu kümmern. Und bald kann auch sie das Knistern zwischen ihnen nicht mehr ignorieren..."
Fazit:
Ich habe einige Rezensionen zu diesem Buch gelesen, in denen ein (positiver) Vergleich zu Nora Roberts gezogen wurde. Mit einer entsprechenden Erwartungshaltung bin ich an das Buch gegangen und im Nachhinein gehe ich davon aus, dass es diese Erwartungshaltung war, die mich von dem Buch doch enttäuscht sein lässt.
Was habe ich erwartet? Eine nette, mitreißende Liebesgeschichte, mit Irrungen und Wirrungen, mit netten Charakteren, die aber auch ihre Ecken, Kanten und Vergangenheiten haben.
All dies wäre auch bei "Zauber der Hoffnung" durchaus da gewesen - hätte die Autorin es ein bißchen besser ausgebaut! Riley, unser gutaussehender, gefährlicher männlicher Hauptprotagonist hat jahrelang als Undercoveragent gearbeitet - bei Überschreitung des Ortsschildes "Hope's Crossing" hat er sich vom gefährlichen Panther aber wohl direkt in ein Schosshündchen verwandelt, denn ab dem Moment ist er nur noch lieb, nett und zuvorkommend. Natürlich ist daran nichts auszusetzen, aber so richtig charismatisch ist das auch nicht.
Und Claire, der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte, wirkt unglaublich naiv. Unglaublich in Hinblick darauf, dass sie Mitte 30, Mutter zweier Kinder und erfolgreiche Geschäftsfrau ist, eine Scheidung hinter sich hat, aber laufend mit ihrem Ex-Mann und dessen neuer, natürlich jüngerer, Frau konfrontiert wird.
Viele Liebesromane laufen nach einem ähnlichen Schema ab: sie sehen sich, sie lieben sich, sie verleugnen es, sie nähern sich an, sie streiten sich und letzten Endes kriegen sie sich. Daran ist nichts schlechtes, Verlässlichkeit hat auch ihre guten Seiten und ich persönlich verlasse mich auch durchaus aufs anstehende Happy End bei Liebesromanen! Ich wäre enttäuscht, wenn es anders käme. Allerdings kommt es auch immer darauf an, wieviel Raum welcher Phase in der Handlung gegeben wird und das fand ich hier ziemlich unausgeglichen - das halbe Buch schleichen die beiden einfach umeinander herum, ohne dass sonst irgendetwas passiert - also nicht nur zwischen den beiden, es passiert einfach über weite Strecken überhaupt rein gar nichts an Handlung! Das kann auf Dauer recht enervierend sein und ich danke Ruth, Claires überaus anstrengender Mutter, die dann wenigstens wieder ein bißchen Leben ins Buch gebracht hat!
Als durchaus störend habe ich die regelmäßig auftauchenden Rechtschreibfehler empfunden, teilweise waren Worte im Satz verdreht oder fehlten ganz - da erwarte ich von einem Verlagsbuch doch mehr Sorgfalt.
Alles in allem hat die Autorin in meinen Augen das Potential nicht ausgeschöpft, das durchaus vorhanden gewesen wäre und so haben wir einen seichten Unterhaltungsroman ohne jegliche Gefahr von Tiefgang.
Wer Hope's Crossing dennoch kennenlernen mag, findet beim Mira Taschenbuch - Verlag nähere Infos zum Buch: Zauber der Hoffnung.
Vielen Dank an BloggDeinBuch und dem Mira Taschenbuch-Verlag.
Jeder Mensch braucht seine kleinen Fluchten aus dem Alltag - ich finde meine in Büchern
Bücher
Bücher lesen heißt, wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben über die Sterne.
- Jean Paul
- Jean Paul
Sonntag, 20. Oktober 2013
Samstag, 19. Oktober 2013
Atze Schröder - und dann kam Ute
Kurzbeschreibung:
"Feuchtfröhliche Männerrunden, amouröse Abenteuer und der Porsche vor der Tür - Atze hat sein geliebtes Single-Leben im Griff.
Bis Ute in die Wohnung unter ihm einzieht. Ute, die Waldorf-Pädagogin und Vegetarierin. Die zu allem Überfluss auch noch schwanger ist.
Aber dann merkt er: Die Ute, die ist eigentlich schwer in Ordnung. Sogar attraktiv. Sein testosterongestähltes Herz klopft immer lauter, wenn er sie sieht. Das kann doch nicht gesund sein. Oder ist das etwa....LIEBE?"
Fazit:
Seit einigen Jahren kommen nach und nach alle Comedian auf den Gedanken, unbedingt ein Buch schreiben zu müssen - viele hätten es besser lassen sollen, denn oft ist der Anfang witzig und dann läuft sich jegliche Unterhaltung tot.
Und jetzt also auch Atze, das Essener Urgestein. Aber nicht einfach ein Buch soll es sein, ein unterhaltsamer Roman sollte es werden - und überraschenderweise ist es das auch geworden!
Atze spielt sich selbst und das kann er noch immer am besten! Atze, in dessen gewohntes Leben plötzlich Ute tritt - und alles durcheinander wirbelt. Kritik muss ich allerdings am Klappentext üben, denn bis Atze auf den Gedanken kommt, dass es Liebe sein könnte, ist ein Großteil des Buches bereits um - denn wer rechnet auch mit so etwas?
In gewohnter Atze-Manier begleiten wir den Sprücheklopfer durch sein Leben - unterhaltsam, spritzig, witzig - Atze live. Meine Befürchtung, dass die Handlung nur alibihalber da sei, damit er seine Witze unterbringen kann, war netterweise unbegründet, denn die Handlung ist zwar nicht sonderlich tiefschürfend - aber wer würde so etwas auch erwarten?
Dafür hat man beim Lesen jede Menge zu Schmunzeln, zu Lachen oder kann auch mal mit dem Kopf schütteln. Nicht so gut gefallen hat mir, dass er einige wohlbekannte und mittlerweile fast abgenutzte Gags unterbringen musste - darauf hätte ich gut verzichten können.
Alles in allem - gar nicht übel für einen Comedian ;-)
"Feuchtfröhliche Männerrunden, amouröse Abenteuer und der Porsche vor der Tür - Atze hat sein geliebtes Single-Leben im Griff.
Bis Ute in die Wohnung unter ihm einzieht. Ute, die Waldorf-Pädagogin und Vegetarierin. Die zu allem Überfluss auch noch schwanger ist.
Aber dann merkt er: Die Ute, die ist eigentlich schwer in Ordnung. Sogar attraktiv. Sein testosterongestähltes Herz klopft immer lauter, wenn er sie sieht. Das kann doch nicht gesund sein. Oder ist das etwa....LIEBE?"
Fazit:
Seit einigen Jahren kommen nach und nach alle Comedian auf den Gedanken, unbedingt ein Buch schreiben zu müssen - viele hätten es besser lassen sollen, denn oft ist der Anfang witzig und dann läuft sich jegliche Unterhaltung tot.
Und jetzt also auch Atze, das Essener Urgestein. Aber nicht einfach ein Buch soll es sein, ein unterhaltsamer Roman sollte es werden - und überraschenderweise ist es das auch geworden!
Atze spielt sich selbst und das kann er noch immer am besten! Atze, in dessen gewohntes Leben plötzlich Ute tritt - und alles durcheinander wirbelt. Kritik muss ich allerdings am Klappentext üben, denn bis Atze auf den Gedanken kommt, dass es Liebe sein könnte, ist ein Großteil des Buches bereits um - denn wer rechnet auch mit so etwas?
In gewohnter Atze-Manier begleiten wir den Sprücheklopfer durch sein Leben - unterhaltsam, spritzig, witzig - Atze live. Meine Befürchtung, dass die Handlung nur alibihalber da sei, damit er seine Witze unterbringen kann, war netterweise unbegründet, denn die Handlung ist zwar nicht sonderlich tiefschürfend - aber wer würde so etwas auch erwarten?
Dafür hat man beim Lesen jede Menge zu Schmunzeln, zu Lachen oder kann auch mal mit dem Kopf schütteln. Nicht so gut gefallen hat mir, dass er einige wohlbekannte und mittlerweile fast abgenutzte Gags unterbringen musste - darauf hätte ich gut verzichten können.
Alles in allem - gar nicht übel für einen Comedian ;-)
Donnerstag, 17. Oktober 2013
Martin Krist - Drecksspiel
Kurzbeschreibung:
"Eigentlich eine Schnapsidee von Philip, trotz ihrer Schulden Urlaub zu machen. Auch wenn Hannah einsieht, dass es guttut, mal aus Berlin rauszukommen. Doch der Wochenendtrip gerät zum Alptraum: Plötzlich findet sie sich gefesselt wieder, in der Gewalt eines Irren, der sich Zutritt zu ihrem Ferienhäuschen verschafft hat. Philip ist spurlos verschwunden. Und im Zimmer nebenan schläft Millie, Hannahs fünf Monate alte Tochter...
Während Hannah um Millies und ihr eigenes Leben bangt, nimmt David Gross einen neuen Auftrag an. Seit der Expolizist vor Jahren untertauchen musste, arbeitet er als diskreter Problemlöser. Diesmal ist es ein Entführungsfall, von dem die Öffentlichkeit möglichst nichts erfahren soll. David ermittelt fieberhaft, denn er ahnt: Das Leben des entführten Mädchens hängt an einem seidenen Faden."
Fazit:
Zu diesem Buch etwas zu schreiben ist gar nicht einmal so leicht. Nach den ersten Seiten fühlt man sich erst einmal erschlagen von der Vielzahl der Personen, die auftauchen und augenscheinlich gar nichts miteinander zu tun haben. Spannend allerdings ist es von Anfang an - aber auch rätselhaft... Mit jeder weiteren Seite ist es einfacher, die einzelnen Personen und Handlungsstränge auseinander zu halten, man hat aber noch immer nicht wirklich das Gefühl, zu ahnen, was sie miteinander verbindet...
Vielmehr habe ich mich während des Lesens wie auf einer Schnitzeljagd gefühlt - von Hinweis zu Hinweis, bis man meinte, ein weiteres Puzzlestück gefunden zu haben, weiter und immer weiter, fast atemlos, während Martin Krist einen mehr und mehr ins Spinnennetz seiner Spannung eingewoben hat.
All dies spielt in der sehr bildhaft geschilderten urbanen Landschaft Berlins - und nicht auf den schönen Seiten dieser Stadt...generell sollten Menschen, die schwach besaitet sind, sich mehrfach überlegen, ob sie das Buch lesen wollen, denn alles, wirklich alles was man liest, sieht man absolut real vor dem inneren Auge vorbeiziehen und damit meine ich nicht ausschließlich blutige Szenen - wer Probleme mit der Vorstellung von Schambehaarung an Drogentütchen hat...der sei gewarnt!
Mein einziger Kritikpunkt ist, dass einige Fragen offen bleiben, die sowohl die Vergangenheit als auch das Ende des Buches betreffen - das habe ich persönlich einfach nicht so gern. Ich mag es einfach lieber, wenn am Ende alles schön offen und abgeschlossen vor einem liegt.
Auch nach dem Lesen dieses Thrillers weiß ich noch, warum ich dem Erscheinungstermin so entgegen gefiebert habe - ganz klar ein Jahreshighlight und noch viel packender als "Die Mädchenwiese".
Nachtrag:
Da ich die Rezension schon veröffentlich habe, möchte ich den Text auch nicht mehr ändern, aber in diesem Fall gern einen Nachtrag anfügen:
Mein o. g. Kritikpunkt betraf die Vergangenheit und den Ausgang der Situation für eine Person: David Gross, den "Problemlöser". Da blieben Fragen offen, so wie ich es oben geschrieben hatte.
Aaaaber jetzt habe ich von Martin Krist die Information erhalten, dass dies genau so beabsichtigt war, denn: David Gross wird uns im nächsten Buch, dem Nachfolger von "Drecksspiel" wieder begegnen! Das freut mich umso mehr, da er eine tolle charismatische Person ist!
"Eigentlich eine Schnapsidee von Philip, trotz ihrer Schulden Urlaub zu machen. Auch wenn Hannah einsieht, dass es guttut, mal aus Berlin rauszukommen. Doch der Wochenendtrip gerät zum Alptraum: Plötzlich findet sie sich gefesselt wieder, in der Gewalt eines Irren, der sich Zutritt zu ihrem Ferienhäuschen verschafft hat. Philip ist spurlos verschwunden. Und im Zimmer nebenan schläft Millie, Hannahs fünf Monate alte Tochter...
Während Hannah um Millies und ihr eigenes Leben bangt, nimmt David Gross einen neuen Auftrag an. Seit der Expolizist vor Jahren untertauchen musste, arbeitet er als diskreter Problemlöser. Diesmal ist es ein Entführungsfall, von dem die Öffentlichkeit möglichst nichts erfahren soll. David ermittelt fieberhaft, denn er ahnt: Das Leben des entführten Mädchens hängt an einem seidenen Faden."
Fazit:
Zu diesem Buch etwas zu schreiben ist gar nicht einmal so leicht. Nach den ersten Seiten fühlt man sich erst einmal erschlagen von der Vielzahl der Personen, die auftauchen und augenscheinlich gar nichts miteinander zu tun haben. Spannend allerdings ist es von Anfang an - aber auch rätselhaft... Mit jeder weiteren Seite ist es einfacher, die einzelnen Personen und Handlungsstränge auseinander zu halten, man hat aber noch immer nicht wirklich das Gefühl, zu ahnen, was sie miteinander verbindet...
Vielmehr habe ich mich während des Lesens wie auf einer Schnitzeljagd gefühlt - von Hinweis zu Hinweis, bis man meinte, ein weiteres Puzzlestück gefunden zu haben, weiter und immer weiter, fast atemlos, während Martin Krist einen mehr und mehr ins Spinnennetz seiner Spannung eingewoben hat.
All dies spielt in der sehr bildhaft geschilderten urbanen Landschaft Berlins - und nicht auf den schönen Seiten dieser Stadt...generell sollten Menschen, die schwach besaitet sind, sich mehrfach überlegen, ob sie das Buch lesen wollen, denn alles, wirklich alles was man liest, sieht man absolut real vor dem inneren Auge vorbeiziehen und damit meine ich nicht ausschließlich blutige Szenen - wer Probleme mit der Vorstellung von Schambehaarung an Drogentütchen hat...der sei gewarnt!
Mein einziger Kritikpunkt ist, dass einige Fragen offen bleiben, die sowohl die Vergangenheit als auch das Ende des Buches betreffen - das habe ich persönlich einfach nicht so gern. Ich mag es einfach lieber, wenn am Ende alles schön offen und abgeschlossen vor einem liegt.
Auch nach dem Lesen dieses Thrillers weiß ich noch, warum ich dem Erscheinungstermin so entgegen gefiebert habe - ganz klar ein Jahreshighlight und noch viel packender als "Die Mädchenwiese".
Nachtrag:
Da ich die Rezension schon veröffentlich habe, möchte ich den Text auch nicht mehr ändern, aber in diesem Fall gern einen Nachtrag anfügen:
Mein o. g. Kritikpunkt betraf die Vergangenheit und den Ausgang der Situation für eine Person: David Gross, den "Problemlöser". Da blieben Fragen offen, so wie ich es oben geschrieben hatte.
Aaaaber jetzt habe ich von Martin Krist die Information erhalten, dass dies genau so beabsichtigt war, denn: David Gross wird uns im nächsten Buch, dem Nachfolger von "Drecksspiel" wieder begegnen! Das freut mich umso mehr, da er eine tolle charismatische Person ist!
Deeanne Gist - Liebe wider Willen
Kurzbeschreibung:
"North Carolina, Ende des 19. Jahrhunderts: Die junge Tillie Reese arbeitet als Dienstmädchen in Biltmore House. Sie ist von dem Luxus fasziniert, der sie dort umgibt. Und von Mack Danvers, einem unangepassten jungen Mann aus den Bergen, der ebenfalls im Haushalt der Familie Vanderbilt arbeitet. Als Tillie den Auftrag bekommt, Mack Benehmen beizubringen, funkt es zwischen den beiden. Doch ist die junge Frau bereit, sich von ihrem Lebenstraum zu verabschieden, als Zofe von Edith Vanderbilt durch die ganze Welt zu reisen?"
Fazit:
Mit Tillie taucht der Leser direkt ein in das Dienstbotenleben Ende des 19. Jahrhunderts in Amerika, wodurch man viele interessante Dinge erfährt: Zum Beispiel, dass es in der Dienstbotenhierarchie Unterschiede zwischen den USA und England gab (in England war der Butler der oberste Dienstbote, in Amerika hatte die Hausdame das Sagen) oder dass das Hauspersonal nicht verheiratet sein durfte - wer heiratete konnte sich nur als Arbeiter in den Außenwirtschaften verdingen, sodass Tillie mit einem Problem zu kämpfen hat, das sich auch in der heutigen Zeit des öfteren stellt: Familie versus Karriere. So neu scheint diese Problematik gar nicht zu sein....
Mit Tillie und Mack hat Deeanne Gist sehr sympathische und auch authentische Charaktere geschaffen, die auf den ersten Blick sehr unterschiedlich sind: Tillie, die von klein auf von ihrer Mutter darauf getrimmt wurde, es einmal auf den Posten der Zofe zu schaffen (dies erinnerte mich wiederum an die überehrgeizigen Eltern der heutigen Zeit, deren Kinder Model, Sänger oder sonstwie berühmt werden müssen) und Mack, der in den Bergen aufgewachsen ist und seine Freiheit liebt. Doch mit der Zeit erkennen beide, dass ihre Wertvorstellungen so unterschiedlich gar nicht sind.
Die Handlung selbst ist größtenteils unterhaltsam und abwechslungsreich, leider schleichen sich in der Mitte des Buches einige recht belanglose Kapitel ein, die in dieser Form nicht hätten sein müssen - dennoch ist der Lesefluss wirklich gut und die Handlung schön strukturiert.
Natürlich ist bei einer derartigen Liebesgeschichte - von den üblichen Irrungen und Wirrungen abgesehen - mit nicht viel Überraschendem zu rechnen, dennoch eine schöne Lektüre für Liebhaber von Liebesromanen, die sich von der Handlung einfach treiben lassen und unterhalten werden wollen.
"North Carolina, Ende des 19. Jahrhunderts: Die junge Tillie Reese arbeitet als Dienstmädchen in Biltmore House. Sie ist von dem Luxus fasziniert, der sie dort umgibt. Und von Mack Danvers, einem unangepassten jungen Mann aus den Bergen, der ebenfalls im Haushalt der Familie Vanderbilt arbeitet. Als Tillie den Auftrag bekommt, Mack Benehmen beizubringen, funkt es zwischen den beiden. Doch ist die junge Frau bereit, sich von ihrem Lebenstraum zu verabschieden, als Zofe von Edith Vanderbilt durch die ganze Welt zu reisen?"
Fazit:
Mit Tillie taucht der Leser direkt ein in das Dienstbotenleben Ende des 19. Jahrhunderts in Amerika, wodurch man viele interessante Dinge erfährt: Zum Beispiel, dass es in der Dienstbotenhierarchie Unterschiede zwischen den USA und England gab (in England war der Butler der oberste Dienstbote, in Amerika hatte die Hausdame das Sagen) oder dass das Hauspersonal nicht verheiratet sein durfte - wer heiratete konnte sich nur als Arbeiter in den Außenwirtschaften verdingen, sodass Tillie mit einem Problem zu kämpfen hat, das sich auch in der heutigen Zeit des öfteren stellt: Familie versus Karriere. So neu scheint diese Problematik gar nicht zu sein....
Mit Tillie und Mack hat Deeanne Gist sehr sympathische und auch authentische Charaktere geschaffen, die auf den ersten Blick sehr unterschiedlich sind: Tillie, die von klein auf von ihrer Mutter darauf getrimmt wurde, es einmal auf den Posten der Zofe zu schaffen (dies erinnerte mich wiederum an die überehrgeizigen Eltern der heutigen Zeit, deren Kinder Model, Sänger oder sonstwie berühmt werden müssen) und Mack, der in den Bergen aufgewachsen ist und seine Freiheit liebt. Doch mit der Zeit erkennen beide, dass ihre Wertvorstellungen so unterschiedlich gar nicht sind.
Die Handlung selbst ist größtenteils unterhaltsam und abwechslungsreich, leider schleichen sich in der Mitte des Buches einige recht belanglose Kapitel ein, die in dieser Form nicht hätten sein müssen - dennoch ist der Lesefluss wirklich gut und die Handlung schön strukturiert.
Natürlich ist bei einer derartigen Liebesgeschichte - von den üblichen Irrungen und Wirrungen abgesehen - mit nicht viel Überraschendem zu rechnen, dennoch eine schöne Lektüre für Liebhaber von Liebesromanen, die sich von der Handlung einfach treiben lassen und unterhalten werden wollen.
Freitag, 4. Oktober 2013
Elisabeth Büchle - Sturmwolken am Horizont
Kurzbeschreibung:
"St. Petersburg im Juli 1914: Anki van Campen hat sich in den jungen Arzt Robert Busch verliebt. Doch ihre zarte Romanze wird vom Beginn des Ersten Weltkriegs überschattet. In Berlin werden unterdessen die Lebensmittel knapp, die jüngeren Meindorff-Männer sind an der Front, der alte Patriarch krank. Demy van Campen versucht, gemeinsam mit den Angestellten den Haushalt zusammenzuhalten. Bald beginnt sie, heimatlose Kinder und andere Kriegsopfer aufzunehmen. Noch glauben alle, der Krieg sei bis Weihnachten vorbei. Doch das soll sich als bitterer Irrtum erweisen..."
Fazit:
"Sturmwolken am Horizont" ist der zweite Teil der Meindorff-Saga von Elisabeth Büchle. Nachdem mir der Beginn der Trilogie, "Himmel über fremdem Land" schon so gut gefallen hatte, habe ich natürlich freudig dem Erscheinungstermin der Fortsetzung entgegen geblickt.
Bei vielen Trilogien, und ich habe schon einige gelesen, ist der erste Teil wirklich fesselnd und mitreißend und ab dem zweiten Teil geht es stetig bergab.
Dies braucht der Leser bei "Sturmwolken am Horizont" wahrlich nicht zu befürchten.
Im ersten Teil lernte der Leser die einzelnen Charaktere und ihr Zusammentreffen erst kennen, in der Fortsetzung geht die Charakterisierung vieler Protagonisten mehr in die Tiefe, sodass man beim Lesen das Gefühl bekommt, die Person noch besser kennenzulernen. Vielschichtige Charakterisierungen finde ich immer sehr faszinierend und dieses beherrscht die Autorin scheinbar mühehlos, denn jede Person ist bis ins Detail "gezeichnet", sodass man meint, einem alten Bekannten zu begegnen, mit dem man schon eine Menge gemeinsam erlebt hat.
Lag der Schwerpunkt des ersten Teils in Berlin bei Demy van Campen, verlagert er sich in "Sturmwolken am Horizont" nach St. Petersburg zu Anki, die als Njanja = Kindermädchen bei der adligen Familie Chabenski arbeitet und hautnah die Auswirkungen des Krieges, aber auch die gesellschaftlichen Umwälzungen in Russland miterlebt.
Dennoch erfahren wir aber auch, wie es mit Demy in Berlin weitergeht und wer Demy kennt, weiß, da ist Trubel vorprogrammiert! Ebenso begleiten wir mehr oder weniger das Leben all der liebgewordenen Charaktere, wo auch immer es sie in dieser Zeit hinführt.
Neben dem Händchen für Charakterisierungen, was ich ja bereits oben erwähnte, hat mich, wie auch schon im ersten Teil, die genaue Recherche beeindruckt und die Umsetzung der damaligen Geschehnisse in der Handlung, die derart greifbar und lebensecht vor dem inneren Auge abläuft, dass man den Eindruck hat, selbst im Winter durch St. Petersburg zu laufen oder in den Gefechtsgräben in Frankreich zu liegen. Dies führt mitunter allerdings auch dazu, dass einem bei den Gräueln des Krieges eine Schaudern überläuft.
Die kurzen Kapitel und die Perspektivwechsel sorgen zusätzlich dafür, dass keine Langeweile aufkommt, auch wenn man an manchem Kapitelende denkt "Mist! Jetzt muss es zu Ende sein, ich möchte doch wissen, wie es weiter geht!" Dieser Gedanke allerdings hat sich auch nach der letzten Seite manifestiert und ich freue mich schon jetzt auf den dritten und letzten Teil, der im kommenden Frühjahr erscheinen wird.
Eine berührende, mitreißende, teilweise aber auch aufwühlende Familiensaga, die sich wahrlich nicht hinter Ihresgleichen zu verstecken braucht.
"St. Petersburg im Juli 1914: Anki van Campen hat sich in den jungen Arzt Robert Busch verliebt. Doch ihre zarte Romanze wird vom Beginn des Ersten Weltkriegs überschattet. In Berlin werden unterdessen die Lebensmittel knapp, die jüngeren Meindorff-Männer sind an der Front, der alte Patriarch krank. Demy van Campen versucht, gemeinsam mit den Angestellten den Haushalt zusammenzuhalten. Bald beginnt sie, heimatlose Kinder und andere Kriegsopfer aufzunehmen. Noch glauben alle, der Krieg sei bis Weihnachten vorbei. Doch das soll sich als bitterer Irrtum erweisen..."
Fazit:
"Sturmwolken am Horizont" ist der zweite Teil der Meindorff-Saga von Elisabeth Büchle. Nachdem mir der Beginn der Trilogie, "Himmel über fremdem Land" schon so gut gefallen hatte, habe ich natürlich freudig dem Erscheinungstermin der Fortsetzung entgegen geblickt.
Bei vielen Trilogien, und ich habe schon einige gelesen, ist der erste Teil wirklich fesselnd und mitreißend und ab dem zweiten Teil geht es stetig bergab.
Dies braucht der Leser bei "Sturmwolken am Horizont" wahrlich nicht zu befürchten.
Im ersten Teil lernte der Leser die einzelnen Charaktere und ihr Zusammentreffen erst kennen, in der Fortsetzung geht die Charakterisierung vieler Protagonisten mehr in die Tiefe, sodass man beim Lesen das Gefühl bekommt, die Person noch besser kennenzulernen. Vielschichtige Charakterisierungen finde ich immer sehr faszinierend und dieses beherrscht die Autorin scheinbar mühehlos, denn jede Person ist bis ins Detail "gezeichnet", sodass man meint, einem alten Bekannten zu begegnen, mit dem man schon eine Menge gemeinsam erlebt hat.
Lag der Schwerpunkt des ersten Teils in Berlin bei Demy van Campen, verlagert er sich in "Sturmwolken am Horizont" nach St. Petersburg zu Anki, die als Njanja = Kindermädchen bei der adligen Familie Chabenski arbeitet und hautnah die Auswirkungen des Krieges, aber auch die gesellschaftlichen Umwälzungen in Russland miterlebt.
Dennoch erfahren wir aber auch, wie es mit Demy in Berlin weitergeht und wer Demy kennt, weiß, da ist Trubel vorprogrammiert! Ebenso begleiten wir mehr oder weniger das Leben all der liebgewordenen Charaktere, wo auch immer es sie in dieser Zeit hinführt.
Neben dem Händchen für Charakterisierungen, was ich ja bereits oben erwähnte, hat mich, wie auch schon im ersten Teil, die genaue Recherche beeindruckt und die Umsetzung der damaligen Geschehnisse in der Handlung, die derart greifbar und lebensecht vor dem inneren Auge abläuft, dass man den Eindruck hat, selbst im Winter durch St. Petersburg zu laufen oder in den Gefechtsgräben in Frankreich zu liegen. Dies führt mitunter allerdings auch dazu, dass einem bei den Gräueln des Krieges eine Schaudern überläuft.
Die kurzen Kapitel und die Perspektivwechsel sorgen zusätzlich dafür, dass keine Langeweile aufkommt, auch wenn man an manchem Kapitelende denkt "Mist! Jetzt muss es zu Ende sein, ich möchte doch wissen, wie es weiter geht!" Dieser Gedanke allerdings hat sich auch nach der letzten Seite manifestiert und ich freue mich schon jetzt auf den dritten und letzten Teil, der im kommenden Frühjahr erscheinen wird.
Eine berührende, mitreißende, teilweise aber auch aufwühlende Familiensaga, die sich wahrlich nicht hinter Ihresgleichen zu verstecken braucht.
Donnerstag, 3. Oktober 2013
Mary Elizabeth Braddon - das Geheimnis der Lady Audley
Kurzbeschreibung:
"Ein Londoner Anwalt versucht, den Mord an seinem Freund aufzuklären, doch die wunderschöne Lady Audley will dies mit allen Mitteln verhindern. Schnell wird ihm klar, dass Lady Audley ein dunkles Geheimnis hütet. Um den Mörder seines Freundes finden zu können, muss er es lüften. Ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel beginnt zwischen dem jungen Mann und der mysteriösen Frau."
Fazit:
"Das Geheimnis der Lady Audley" von Mary Elizabeth Braddon erschien bereits 1862. Für diese Auflage wurde es von Anja Marschall übersetzt und sprachlich aufbereitet, sodass es auch in der heutigen Zeit lesbar ist. Und da hat Anja Marschall wirklich hervorragende Arbeit geleistet. Denn sie hat es geschafft, das viktorianische Flair und die Schönheit des damals verwendeten Sprachgebrauchs zu erhalten und den Leser so direkt in die viktorianische Ära zu entführen.
Anfangs liest sich das Buch wie ein Jane Austen - Roman, tragend, unterhaltsam - bis die Krimihandlung einsetzt dauert es ein wenig, dafür vertreibt die Autorin dem Leser die Zeit aber durch tiefgehende Charakterisierungen und intensive Landschaftbeschreibungen.
Mitunter machte es mir meine persönliche Ungeduld schwer, dem trägen männlichen Protagonisten zu vertrauen, dass er durch seine Ruhe und Beharrlichkeit schon des Lösungs Schlüssel finden würde - aber wir dürfen da getrost auf die Autorin vertrauen!
Eine ganze Zeit lang dachte ich, dass die Handlung offen vor dem Leser läge, doch auch da hat mich Mrs. Braddon eines Besseren belehrt.
Vollkommen zu recht hochgelobt von damaligen Zeitgenossen wie Charles Dickens, hat uns der Dryas-Verlag mit "Das Geheimnis der Lady Audley" einen wunderbar unterhaltsamen und spannenden Ausflug in die viktorianische Zeit beschert.
"Ein Londoner Anwalt versucht, den Mord an seinem Freund aufzuklären, doch die wunderschöne Lady Audley will dies mit allen Mitteln verhindern. Schnell wird ihm klar, dass Lady Audley ein dunkles Geheimnis hütet. Um den Mörder seines Freundes finden zu können, muss er es lüften. Ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel beginnt zwischen dem jungen Mann und der mysteriösen Frau."
Fazit:
"Das Geheimnis der Lady Audley" von Mary Elizabeth Braddon erschien bereits 1862. Für diese Auflage wurde es von Anja Marschall übersetzt und sprachlich aufbereitet, sodass es auch in der heutigen Zeit lesbar ist. Und da hat Anja Marschall wirklich hervorragende Arbeit geleistet. Denn sie hat es geschafft, das viktorianische Flair und die Schönheit des damals verwendeten Sprachgebrauchs zu erhalten und den Leser so direkt in die viktorianische Ära zu entführen.
Anfangs liest sich das Buch wie ein Jane Austen - Roman, tragend, unterhaltsam - bis die Krimihandlung einsetzt dauert es ein wenig, dafür vertreibt die Autorin dem Leser die Zeit aber durch tiefgehende Charakterisierungen und intensive Landschaftbeschreibungen.
Mitunter machte es mir meine persönliche Ungeduld schwer, dem trägen männlichen Protagonisten zu vertrauen, dass er durch seine Ruhe und Beharrlichkeit schon des Lösungs Schlüssel finden würde - aber wir dürfen da getrost auf die Autorin vertrauen!
Eine ganze Zeit lang dachte ich, dass die Handlung offen vor dem Leser läge, doch auch da hat mich Mrs. Braddon eines Besseren belehrt.
Vollkommen zu recht hochgelobt von damaligen Zeitgenossen wie Charles Dickens, hat uns der Dryas-Verlag mit "Das Geheimnis der Lady Audley" einen wunderbar unterhaltsamen und spannenden Ausflug in die viktorianische Zeit beschert.
Christian Gailus - Dierk Gewesen und das Geheimnis von Glamour City
Kurzbeschreibung:
"Gerade erst hat Dierk Gewesen die Welt vor dem Untergang bewahrt, da kündigt sich neues Unheil an: Eine Wasserstoff-Blondine verdreht dem Hansestadt-Supercop den Kopf und teleportiert ihn in eine furchtbare Welt, in der die Typen Vokuhila tragen und die Mädels Schulterpolster-Sakkos. Noch dazu arbeitet Gewesens Mama in der Kirche, und seine Ex ist zur Nonne mutiert. Ein Albtraum ist Wirklichkeit geworden: Dierk Gewesen ist in den 80ern gestrandet!"
Fazit:
Ihr kennt Dierk Gewesen (noch) nicht? Dann seid gewarnt: Dierk muss man erstmal aushalten können!
"Dierk Gewesen und das Geheimnis von Glamour City" ist der zweite Teil um den Hamburger Kommissar, der in der "Abteilung zur holistischen Durchleuchtung extrem seltsamer Delikte" arbeitet und immer mal wieder die Welt retten muss. Und das Universum gönnt ihm auch keine Atempause!
Dierk Gewesen ist action pur! Das schlägt sich auch in Christian Gailus' Schreibstil nieder, der keine Langeweile aufkommen lässt. Zur zusätzlichen Kopfkino-Untermalung kommen auch schonmal untermalende Comic-Schriftzüge in der Handlung vor, die für zusätzliche Veranschaulichung sorgen.
Wer jetzt aber denkt, dass es sich bei Dierk Gewesen um anspruchslose Unterhaltung a la simple Actionfilme handelt, der irrt gewaltig. Denn die Handlung ist durchaus komplex und fordert dem Leser einiges an Denkvermögen ab, um den Entwicklungen und der Vielzahl der Multiversen folgen zu können.
Eine extrem lachmuskelfordernde Mischung aus "Der letzte Bulle", "Zurück in die Zukunft" und "Austin Powers"!
"Gerade erst hat Dierk Gewesen die Welt vor dem Untergang bewahrt, da kündigt sich neues Unheil an: Eine Wasserstoff-Blondine verdreht dem Hansestadt-Supercop den Kopf und teleportiert ihn in eine furchtbare Welt, in der die Typen Vokuhila tragen und die Mädels Schulterpolster-Sakkos. Noch dazu arbeitet Gewesens Mama in der Kirche, und seine Ex ist zur Nonne mutiert. Ein Albtraum ist Wirklichkeit geworden: Dierk Gewesen ist in den 80ern gestrandet!"
Fazit:
Ihr kennt Dierk Gewesen (noch) nicht? Dann seid gewarnt: Dierk muss man erstmal aushalten können!
"Dierk Gewesen und das Geheimnis von Glamour City" ist der zweite Teil um den Hamburger Kommissar, der in der "Abteilung zur holistischen Durchleuchtung extrem seltsamer Delikte" arbeitet und immer mal wieder die Welt retten muss. Und das Universum gönnt ihm auch keine Atempause!
Dierk Gewesen ist action pur! Das schlägt sich auch in Christian Gailus' Schreibstil nieder, der keine Langeweile aufkommen lässt. Zur zusätzlichen Kopfkino-Untermalung kommen auch schonmal untermalende Comic-Schriftzüge in der Handlung vor, die für zusätzliche Veranschaulichung sorgen.
Wer jetzt aber denkt, dass es sich bei Dierk Gewesen um anspruchslose Unterhaltung a la simple Actionfilme handelt, der irrt gewaltig. Denn die Handlung ist durchaus komplex und fordert dem Leser einiges an Denkvermögen ab, um den Entwicklungen und der Vielzahl der Multiversen folgen zu können.
Eine extrem lachmuskelfordernde Mischung aus "Der letzte Bulle", "Zurück in die Zukunft" und "Austin Powers"!
Abonnieren
Posts (Atom)






