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Bücher lesen heißt, wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben über die Sterne.
-
Jean Paul

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Deeanne Gist - Liebe wider Willen

Kurzbeschreibung:
"North Carolina, Ende des 19. Jahrhunderts: Die junge Tillie Reese arbeitet als Dienstmädchen in Biltmore House. Sie ist von dem Luxus fasziniert, der sie dort umgibt. Und von Mack Danvers, einem unangepassten jungen Mann aus den Bergen, der ebenfalls im Haushalt der Familie Vanderbilt arbeitet. Als Tillie den Auftrag bekommt, Mack Benehmen beizubringen, funkt es zwischen den beiden. Doch ist die junge Frau bereit, sich von ihrem Lebenstraum zu verabschieden, als Zofe von Edith Vanderbilt durch die ganze Welt zu reisen?"

Fazit:
Mit Tillie taucht der Leser direkt ein in das Dienstbotenleben Ende des 19. Jahrhunderts in Amerika, wodurch man viele interessante Dinge erfährt: Zum Beispiel, dass es in der Dienstbotenhierarchie Unterschiede zwischen den USA und England gab (in England war der Butler der oberste Dienstbote, in Amerika hatte die Hausdame das Sagen) oder dass das Hauspersonal nicht verheiratet sein durfte - wer heiratete konnte sich nur als Arbeiter in den Außenwirtschaften verdingen, sodass Tillie mit einem Problem zu kämpfen hat, das sich auch in der heutigen Zeit des öfteren stellt: Familie versus Karriere. So neu scheint diese Problematik gar nicht zu sein....

Mit Tillie und Mack hat Deeanne Gist sehr sympathische und auch authentische Charaktere geschaffen, die auf den ersten Blick sehr unterschiedlich sind: Tillie, die von klein auf von ihrer Mutter darauf getrimmt wurde, es einmal auf den Posten der Zofe zu schaffen (dies erinnerte mich wiederum an die überehrgeizigen Eltern der heutigen Zeit, deren Kinder Model, Sänger oder sonstwie berühmt werden müssen) und Mack, der in den Bergen aufgewachsen ist und seine Freiheit liebt. Doch mit der Zeit erkennen beide, dass ihre Wertvorstellungen so unterschiedlich gar nicht sind.

Die Handlung selbst ist größtenteils unterhaltsam und abwechslungsreich, leider schleichen sich in der Mitte des Buches einige recht belanglose Kapitel ein, die in dieser Form nicht hätten sein müssen - dennoch ist der Lesefluss wirklich gut und die Handlung schön strukturiert.

Natürlich ist bei einer derartigen Liebesgeschichte - von den üblichen Irrungen und Wirrungen abgesehen - mit nicht viel Überraschendem zu rechnen, dennoch eine schöne Lektüre für Liebhaber von Liebesromanen, die sich von der Handlung einfach treiben lassen und unterhalten werden wollen.

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