Bücher

Bücher lesen heißt, wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben über die Sterne.
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Jean Paul

Donnerstag, 29. November 2012

Jetzt flüchte ich auch auf FB

Nachdem man mit guten Vorsätzen ja nicht bis Neujahr warten soll, wann man sie dann sowieso nicht einhält, habe ich mir gedacht, die beginnende Adventszeit ist auch ein guter Zeitpunkt.

In den letzten Monaten habe ich viele neue Leser gewonnen, wofür ich euch herzlich danke; viele nette Rückemeldungen bekommen - und keine einzige, die nicht nett war :-) und gerade in den letzten Wochen wurde ich des öfteren gefragt, ob es denn auch eine Facebook-Seite zum Blog gibt und wenn nicht, warum eigentlich nicht?

Ja, warum eigentlich nicht? Das habt ihr jetzt davon - jetzt gibt es die kleinen Fluchten auch auf Facebook:

Ninis kleine Fluchten

Natürlich freue ich mich schon auf euren Besuch und darauf, mich noch mehr mit euch austauschen zu können. In dem Sinne - wir lesen uns!

Sonntag, 25. November 2012

Mila Roth - Freifahrtschein (Ebook)

Kurzbeschreibung:
"Während eines Besuchs auf dem Jahrmarkt trifft Janna Berg auf zwei alte Bekannte: Die Geschwister Alim und Abida sind Mitglieder der terroristischen Gruppierung Söhne der Sonne und scheinen etwas im Schilde zu führen.

Der Geheimdienst schickt Markus Neumann, um der Sache auf den Grund zu gehen. Zusammen mit Janna soll er sich als Mitarbeiter des Meinungsforschungsinstituts ausgeben und eine Umfrage unter den Schaustellern durchführen.

Rasch finden die beiden heraus, dass die Terroristen offenbar einen Anschlag auf eines der Fahrgeschäfte planen. Um das Schlimmste zu verhindern, müssen Janna und Markus ihre Tarnung sogar noch ausweiten...mit überraschenden Folgen.

Fazit:
Im dritten Teil der Lesesoap um Janna Berg und Markus Neumann geht es rasant zu - und das nicht nur auf dem Autoscooter.

Wieder einmal gerät Janna in die Arbeit des Geheimdienstes und wird Markus Neumann zur Seite gestellt - der gar nicht mehr sooo abgeneigt wirkt, wie in den vorherigen Teilen. Zumindest erkennt auch er langsam, dass auch eine Zivilistin helfen und unterstützen kann.

Direkt nach den ersten Seiten ist man als Leser wieder mittendrin in der Geschichte und knüpft nahtlos an Jannas Erlebnisse in "Von Flöhen und Mäusen" an. Schön finde ich, dass Jannas Rolle immer aktiver wird, sie ist längst nicht mehr so unsicher im Umgang mit Markus und der Geheimdienstarbeit wie anfangs bei "Spionin wider Willen".
Überhaupt, Markus: Der große Geheimniskrämer, der sein Privatleben sorgfältig unter Verschluss hält, lässt sich diesmal von Janna aus der Reserve locken, sodass wir tatsächlich etwas über seinen Hintergrund erfahren - was uns natürlich noch längst nicht ausreicht und in den folgenden Teilen hoffentlich noch ausgebaut wird.

Die Anziehung zwischen Janna und Markus, die beide noch immer leugnen, ist dennoch immer vorhanden, auch in dieser Hinsicht wird sich doch wohl zukünftig etwas bewegen, oder?

Der Lesefluss ist großartig und netterweise, im Gegensatz zu Soaps im Fernsehen, auch nicht durch Werbung unterbrochen, sodass man es am besten gleich in einem Rutsch lesen kann, da auch die Handlung kaum Zeit zum Atemholen lässt.

Was soll ich sagen? Diese Serie macht ganz klar süchtig und mein einziger Kritikpunkt ist, dass jetzt wieder das Warten auf den nächsten Teil anfängt....

"Freifahrtschein" ist, wie auch die vorherigen Teile, nicht nur als Ebook, sondern auch als Taschenbuch erhältlich.

Dienstag, 20. November 2012

Petra Schier - der himmlische Weihnachtshund

Kurzbeschreibung:
"Als Santa Claus kurz vor Weihnachten einen alten Wunschzettel findet, bricht auf der Erde das Chaos aus. Er möchte seinen Fehler wieder gutmachen und schickt einen jungen Labrador zu dem nun erwachsenen Michael, der sich vor zwanzig Jahren einen Hund gewünscht hat. Damit aber gerät dessen Leben völlig aus den Fugen. Plötzlich steht alles auf dem Spiel: seine Verlobung, seine Familie. Denn mit dem Hund taucht auch Michaels Jugendliebe Fiona wieder auf.

Fazit:
Die Adventszeit naht und damit wird es Zeit für eine neue Weihnachtsgeschichte von Petra Schier.

Mich hat schon der Prolog gefesselt, weil es einfach soooo herrlich geschrieben ist: Santa Claus hat seine Weihnachtsmannzentrale technisch auf den neusten Stand gebracht, jetzt wird es auch Zeit, zu renovieren. Als die Weihnachtselfen den alten Aktenschrank entsorgen, kommt darunter ein 20 Jahre alter Wunschzettel zum Vorschein: damals wünschte sich der 9jährige Michael, dass seine beste Freundin Fiona nicht mit ihren Eltern wegzieht - oder wenigstens einen Hund. Bekommen hat er natürlich nichts, der Wunschzettel lag ja unter dem Schrank - das will Santa Claus jetzt wieder gutmachen und damit ist dem Chaos Tür und Tor geöffnet.

Der Schreibstil geht so nah und unter die Haut, dass man, obwohl das Ende ja praktisch vorherbestimmt ist, das Buch nicht weglegen mag - zu niedlich sind die Erlebnisse mit Keks, der Labradorhündin, die im Auftrag der Elfen Michael und Fiona wieder zusammenbringen will - außerdem haben sie die Rechnung nicht mit Michaels Fast-Verlobten und seinen Eltern gemacht.

Eine extrem anrührende und niedliche (und dieses Wort verwende ich im Hinblick auf Bücher eigentlich nie!!!) Geschichte - ideal für die Advents- und Weihnachtszeit!

Thomas Jeier - Am Ufer der Träume

Kurzbeschreibung:
Irland 1846: Auf der Flucht vor einem grausamen Hungertod folgt Molly Campbell ihrer großen Liebe nach Amerika. Bei der Ankunft in New York ist Bryan spurlos verschwunden. Was ihr bleibt, ist die Hoffnung, ihn wiederzufinden und mit ihm nach Westen zu gehen, um dort eine neue Zukunft aufzubauen. Wird sie ihn jemals wiedersehen?

Fazit:
Der Leser wird von der ersten Seite an mitten ins Elend geworfen - die Kartoffelfäule grassiert in Irland und die Landbevölkerung, die sich vor allem von Kartoffeln ernährt, ist dem Hungertod nahe, tausende hat es schon dahingerafft. Außerdem üben die Engländer eine grausame Herrschaft über die besiegten Iren aus und nehmen ihnen das Wenige, was diese noch haben. So werden auch Molly, ihre Schwester Fanny und ihre Mutter vom Grundbesitzer aus ihrer Hütte und von ihrem Land vertrieben. Irgendwie versuchen sie, sich durchzuschlagen  - dabei begegnen sie Bryan, der Mollys Herz erobert.

Der Lesefluss ist einmalig, so kann ich jedem nur empfehlen, dieses Buch erst dann in die Hand zu nehmen, wenn er Zeit und Ruhe hat - freiwillig wird er das Buch vor dem Ende nicht mehr weglegen. Der Leser irrt mit Molly und ihrer Familie durch Irland, auf der Suche nach einem Ausweg und begegnet unterwegs sehr viel Leid und Elend - aber die drei Frauen lassen sich davon nicht unterkriegen und machen sich auf nach Amerika, um dort ein besseres, ein freieres Leben zu finden - aber sie werden feststellen, dass Amerika nicht unbedingt auf sie gewartet hat.

Eine Familiengeschichte, die anrührt und bewegt, die den Leser in ihren Bann schlägt und ihn voll Spannung das weitere Geschehen erwarten lässt - und die zeigt, wozu Frauen alles im Stande sind.

Sonntag, 18. November 2012

Ursula Poznanski - die Verratenen

Kurzbeschreibung:
"Sie ist beliebt, privilegiert und talentiert. Sie ist Teil eines Systems, das sie schützt und versorgt. Und sie hat eine glänzende Zukunft vor sich - Rias Leben könnte nicht besser sein. Doch dann wendet sich das Blatt: Mit einem Mal sieht sich Ria einer ihr feindlich gesinnten Welt gegenüber und muss ums Überleben kämpfen. Es beginnt ein Versteckspiel und eine atemlose Flucht durch eine karge, verwaiste Landschaft. Verzweifelt sucht Ria nach einer Erklärung, warum ihre Existenz plötzlich in Trümmern liegt. Aber sie kann niemandem mehr vertrauen, sie ist ganz auf sich allein gestellt."

Fazit:
Unvermittelt findet sich der Leser in einer dystopischen, zweigeteilten Welt wieder: Ria, unsere Hauptprotagonistin hat Glück und lebt in "den Sphären", künstlich geschaffenen Lebensräumen auf der Erde, bestehend aus Kunststoffhüllen, abgeschirmt vom Rest der Menscheit, notwendig nach einem Ereignis, das als "die lange Nacht" bekannt ist und die Erde so verändert hat, dass ein normales Leben außerhalb der Sphären kaum möglich ist. Dennoch leben auch dort Menschen, in Clans organisiert, von den privilegierten Sphärenbewohnern nur "die Prims" genannt. Diese Menschen haben weder ausreichend Nahrung, noch Bildung, noch sonst irgend etwas und müssen, auf sich gestellt, versuchen, irgendwie zu überleben....

Durch Umstände, die sich Ria nicht erklären kann, landet auch sie schließlich, zusammen mit einer Hand voll Mitschülern, in der Welt der Prims - von ihnen verachtet und gehasst, darüber hinaus gejagt von den eigenen Leuten....

Der nüchterne Schreibstil war für mich anfangs ungewohnt, paßt aber dennoch hervorragend zur Handlung und zur Welt in den Sphären. Es ist erstaunlich, wie detailliert Ursula Poznanski diese andersartige Welt ausgearbeitet hat und so fliegen die Seiten nur so vorbei - man erfährt Einzelheiten über das Leben in den Sphären und auch von der Außenwelt. Gerade, als man sich so richtig schön in die Sphären hineinversetzt hat, wird man unvermittelt mit Ria zusammen daraus verstoßen und landet in einer ganz andere Welt - der Außenwelt.

Der Lesefluss ist hervorragend und die Spannung hält sich auch über große Teile des Buches. Einzig kritisieren kann ich, dass am Ende von "Die Verratenen" noch zu viele Fragen ungeklärt sind. Als Auftakt einer Trilogie muss natürlich noch Stoff für die anderen beiden Teile vorhanden sein, aber den Leser über so vieles im Ungewissen lassen, was ihn durchs ganze Buch getrieben hat, ist unbefriedigend. Lediglich ein Rätsel löst sich am Ende, dieses aber, nach all den Spekulationen darüber, ziemlich belanglos...

Dennoch ein überaus gelungener Auftakt und ich bedaure es sehr, ein Jahr auf die Fortsetzung warten zu müssen - von meiner Seite auf jeden Fall eine klare Leseempfehlung!

Freitag, 16. November 2012

Jilliane Hoffman - Argus

Kurzbeschreibung:
""No risk, no fun", denkt Gabriella und ignoriert ihre innere Stimme, die sie davor warnt, den gutaussehenden Reid in seine Kellerwohnung zu begleiten. Sie kennt ihn erst seit ein paar Stunden. Zu spät sieht sie die Kamera, zu spät bemerkt sie, dass sie nicht allein sind: Augen beobachten sie. Viele Augen. Böse Augen...

Einige Jahre später: Eine Serie von bestialischen Frauenmorden erschüttert Miami. Ein Kreis einflussreicher Männer soll dahinterstecken. Nur einer kennt die Namen der Mitglieder des tödlichen Clubs: William Bantling, der vor zehn Jahren für die Cupido-Morde verurteilt wurde und noch immer im Todestrakt des Florida State Prison sitzt. Er ist bereit, mit Staatsanwältin Daria zu reden. Aber ist sie bereit, seinen Preis zu bezahlen?"

Fazit:
"Argus" ist nach "Cupido" und "Morpheus" der dritte Teil der Reihe um Staatsanwältin C. J. Townsend und William Bantling.
Nachdem "Morpheus" gegenüber "Cupido" leider sehr abfiel, sowohl was Spannung als auch was die Handlung anging, hatte ich gehofft, dass sich dies mit "Argus" wieder bessern würde...

Der Anfang des Buches ist sehr gelungen - wir steigen direkt in eine spannende und erschütternde Handlung ein. Dann kommt ein drastischer Schnitt von mehreren Jahren und wir kommen zu Manny, den man auch schon aus den vorherigen Büchern kennt und zu Daria, einer jungen Staatsanwältin, die gemeinsam einen Mord aufzuklären bemüht sind.

Wie das alles mit C. J. und Bantling zusammenhängt? Das müsst ihr schon selbst herausfinden, da möchte ich nicht zu viel vorweg nehmen.

Der Lesefluss ist gewohnt gut, kurze Kapitel und Perspektivenwechsel sorgen dafür, dass keine Langeweile aufkommt. Leider fehlt einem Großteil des Buches die Spannung - Szenen, die man extrem spannend hätte ausbauen können, finden nur eine kurze Erwähnung, dafür werden wir einmal mehr mit dem Ablauf der amerikanischen Gerichtsbarkeit vertraut gemacht, was uns noch gut aus den bisherigen Teilen bekannt sein dürfte.

Dennoch lässt sich das Buch alles in allem gut lesen, es gibt keine großartig langatmigen Passagen und die Protagonisten sind gekonnte charakterisiert, sodass der Leser sie nicht nur vor sich sieht, sondern mit ihnen fühlt und sie ihm ans Herz wachsen.

Das Niveau von "Cupido" allerdings erreicht auch "Argus" nicht und besonders das Ende ist mir persönlich viel zu offen - einige elementaren Fragen der Handlung bleiben ungeklärt, was man so deuten könnte, dass ein vierter Teil folgt, in dem diese Fragen geklärt werden. Dagegen steht allerdings die Aussage der Autorin, dass mit "Argus" diese Reihe ihren Abschluss findet. Dafür finde ich das Ende zu schnell herbeigeschrieben, mit zu vielen noch dunklen Flecken.

Generell kann man dieses Buch aber jedem empfehlen, dem auch "Morpheus" gefallen hat. All jenen, die die Reihe noch nicht kennen, lege ich aber dringend ans Herz, erst die vorangegangenen Teile nachzuholen.

Sonntag, 11. November 2012

Fred Ink - das Grauen in den Bergen

Kurzbeschreibung:
"Ein Mann wird aus der Nervenheilanstalt entlassen und erfährt von einem mysteriösen Erbe. Die Suche nach seinen Wurzeln führt ihn tief in die Berge Neuenglands, wo zahlreiche seiner Vorfahren auf grausige Weise ums Leben kamen.

Was erwartet ihn auf dem nebelverhangenen Gipfel? Welche Macht zieht unwiderstehlich an ihm und hat seine Familie ins Verderben gestürzt?"

Fazit:
Das Buch ist in Form eines Berichts geschrieben. Dies und auch der Schreibstil haben mich von Anfang an an den grandiosen Schreibstil von Bram Stoker erinnert. Und vor diesem braucht Fred Ink sich wahrlich nicht verstecken.

Die Handlung spielt in den 30er Jahren des vorherigen Jahrhunderts in Neuengland. Unsere Hauptperson wird aus der Nervenheilanstalt entlassen, in der er nicht das erste Mal zu Gast war. Am Tor der Einrichtung erwartet ihn ein Chauffeur, der seinen Namen kennt und ihn zu Mr. Vanderbilt bringt. Dieser, seines Zeichens Anwalt und Notar, eröffnet ihm nicht nur eine Erbschaft in Millionenhöhe, sondern auch die Identität seiner leiblichen Eltern - war er doch bisher davon überzeugt, ein Waisenkind zu sein und keine leiblichen Verwandten zu haben....Aber es gibt eine Bedingung: vor Erhalt der Erbschaft soll er das Haus seiner Eltern niederbrennen sowie all ihren Besitz........eine Horrorgeschichte wäre keine Horrorgeschichte, wenn er sich daran halten würde.....aber im Ernst.....mitunter sollte man auf seine Eltern hören.....

Ich bin froh, dass dieses Buch nur wenig mehr als 130 Seiten hat, denn ich hätte es gestern Abend nach Beginn nicht wieder aus der Hand legen können. Die Geschichte und der Schreibstil nehmen den Leser direkt gefangen und führen ihn immer tiefer in eine grausige Vergangenheit, die auch in der Gegenwart ihre Fänge ausstreckt und ein mehr als fürchterliches Ende verheißen.....wird Usher dagegen ankommen und alles zu einem Ende bringen.....oder.......??

Ein Buch, dass ich jedem Liebhaber des Gruselns und Grauens nur unbedingt ans Herz legen kann, gerade zu dieser Jahreszeit, wo die Nächte lang und dunkel sind.....