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Bücher lesen heißt, wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben über die Sterne.
-
Jean Paul

Donnerstag, 26. September 2019

[Rezension] Petra Durst-Benning - Die Fotografin - Die Zeit der Entscheidung

Kurzbeschreibung:
"Die Wanderfotografin Mimi Reventlow lebt seit einiger Zeit in der kleinen Leineweberstadt Laichingen und kümmert sich um ihren kranken Onkel Josef. Durch ihre offene Art ist es ihr gelungen, die Herzen der Dorfbewohner zu erobern und Freundschaften zu knüpfen. Als eine Katastrophe das Dorf erschüttert, wird sie mit ihren wunderschönen Fotografien für viele der Bewohner gar zum einzigen Rettungsanker.
Doch nach einer schweren menschlichen Enttäuschung muss Mimi erkennen, dass sei sich nicht nur in ihrem Foto-Atelier dem schönen Schein hingegeben hat, sondern auch im wahren Leben. Für Mimi ist die Zeit der Entscheidung gekommen."

Fazit:
"Die Fotografin - Die Zeit der Entscheidung" ist der zweite Teil der Reihe von Petra Durst-Benning um Mimi Reventlow.
Im ersten Teil hatte ich mit der Person der Mimi Reventlow so meine Probleme, wurde erst gegen Ende des Buches mit ihr warm und habe ernsthaft überlegt, ob es für mich sinnvoll wäre, den zweiten Band zu lesen.

Der Klappentext klingt etwas abstrakt und theatralisch, was Handlung und Personen nicht gerecht wird.
Denn das Leben in Laichingen und seine Bewohner sind definitiv lebensecht und fest in ihrer meist harten Realität verankert.

Mittlerweile bin ich sehr froh, es noch einmal mit Mimi versucht zu haben, denn in "Die Zeit der Entscheidung" kommen Mimi und ich wunderbar zurecht. Möglicherweise, weil auch sie sich in eine Realität und eine Welt einfindet, die so gar nicht ihre ist. Als Pfarrerstochter aus gutem Hause aufgewachsen, wird sie hier nun mit bitterer Armut, teils unmenschlichen Arbeitsbedingungen und wenig Hoffnung konfrontiert.

All das klingt schrecklich deprimierend, aber das ist die Handlung meistens gar nicht, denn der Mensch versucht in der Regel, das Beste aus seiner Lage zu machen und so haben auch die Charaktere im Buch ihre positiven Seiten, ihre schönen Momente und ihre Hoffnungen in die Zukunft, die manchmal tatsächlich Wirklichkeit werden.

Der Lesefluss ist sehr gut, was mich gefreut hat; die Handlung abwechslungsreich und mitreißend und gegen Ende dermaßen traurig, dass man gar nicht weiterlesen möchte, aber das Buch dennoch nicht beiseite legen kann - sehr ergreifend!

Am Ende steht ein Umbruch, sodass man gleichzeitig hoffend und bangend auf die Fortsetzung wartet.

Petra Durst-Benning
"Die Fotografin - Die Zeit der Entscheidung"
erschienen bei blanvalet

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