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Bücher lesen heißt, wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben über die Sterne.
-
Jean Paul

Montag, 26. Dezember 2016

[Rezension] Christiane Lind - Im Land des ewigen Frühlings

Kurzbeschreibung:
Guatemala 1902: Verzweifelt erkennt Margarete, dass ihre Liebe zu Juan keine Zukunft hat. Die eigensinnige Tochter eines deutschen Kaffebauern steht nach ihrer Rückkehr aus Bremen vor dem Ruin. Muss sie die Kaffeefinca durch die Hochzeit mit einem reichen Kaufmann retten?

Zur gleichen Zeit begibt sich Elise widerwillige auf die Reise nach Guatemala. Misstrauisch beäugt sie die ehrgeizigen Pläne ihrer Eltern, einen verborgenen Maya-Tempel zu entdecken. Wie befürchtet nimmt die Expedition durch den mittelamerikanischen Dschungel einen dramatischen Verlauf.

Bremen, 2016: "Meine Ururgroßmutter hat Ihre Ururgroßmutter gerettet" - mit diesen Worten stürmt Isabell ins Büro von Fabian, Chef einer Kaffeerösterei. Gemeinsam tauchen sie ein in staubige Archivordner, bewegende Tagebücher und abenteuerliche Reiseberichte. Dabei erfahren sie nicht nur viel über zwei starke Frauen, auch sie selbst finden ihr Schicksal."

Fazit:
Bei den Büchern von Christiane Lind kann man sich sicher sein, dass es um starke Frauen geht, auch wenn das ihnen am Anfang der Handlung nicht immer bewusst ist. In "Im Land des ewigen Frühlings" dürfen wir gleich drei starke Frauencharaktere kennenlernen: In der Gegenwart Isabell, die eine schmerzhafte Trennung hinter sich hat und auf Fabian, widerwillig Chef einer Kaffeerösterei, trifft und Anfang des 20. Jahrhunderts Margarete, die von klein auf charakterstark war und Elise, die erst selbst herausfinden muss, dass viel Kraft in ihr schlummert.

Wenn jemandem diese Handlung teilweise bekannt vorkommt, mag das daran liegen, dass "Im Land des ewigen Frühlings" eine überarbeitete und - wie ich nach dem Lesen bestätigen kann - abgeänderte Version von "Im Land der Kaffeeblüten" ist, das vor einigen Jahren unter dem Pseudonym Laura Antoni veröffentlich wurde.

Der Lesefluss ist sehr gut, durch die Perspektivenwechsel sowohl in Bezug auf die jeweilige Person als auch natürlich in der Zeit, weiß man gar nicht, wo man am liebsten bleiben möchte, denn natürlich ist die Neugier in Bezug auf alle Handlungsstränge groß. Sehr gut gefallen haben mir die Beschreibungen der Landschaft Guatemalas, das mir bisher nur ein vager Begriff war und die ausführlichen Erläuterungen zur Kultur der Mayas, die auch verdeutlichen, dass ein nicht geringes Maß an Recherchearbeit unerlässlich war.
Neben der Landschaft Mittelamerikas und unsere drei starken Protagonistinnen kommt aber auch das Gefühl - in vielfältiger Weise - nicht zu kurz.

Kurzum: "Im Land des ewigen Frühlings" ist ein unterhaltsamer Roman, der berührt und mitnimmt, in den man komplett eintauchen und mit den Charakteren mitfiebern kann, bei dessen Lektüre man schmunzelt, seufzt und leidet und dessen letzte Seite man doch wehmütig umblättert.

Christiane Lind
"Im Land des ewigen Frühlings"
ISBN: 978-1-5398-2674-3
Nähere Informationen zur Autorin und ihren Büchern findet ihr hier

Kommentare:

  1. Hallo!
    Ich habe damnals noch "IM Land der Kaffeeblüten" gelesen und man kannte doch etwas, dass es sich um ein Jugendbuch handelte. Hat sich das nun geändert? ich mag ja die Bücher von Christiane Lind SEHR!
    Liebe Grüße
    Martina
    http://martinasbuchwelten.blogspot.co.at/

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  2. Hallo Martina,
    Das jugendliche ist durch die Überarbeitung erwachsen geworden. Gerade, weil Isabell, die Hauptprotagonistin der Gegenwart eine Frau Ende 30 ist und es statt Julia mit Fabian einen erwachsenen Gegenpart gibt.

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