Bücher

Bücher lesen heißt, wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben über die Sterne.
-
Jean Paul

Sonntag, 26. April 2015

[Aktion] Blogger schenken Lesefreude 2015 - Die Gewinner

Es ist soweit!!!

Die Gewinner stehen fest:

Und da will ich euch gar nicht lange auf die Folter spannen:

Veronica Roth - "Die Bestimmung"hat gewonnen: Annika Boehm

Je eine Ausgabe von Tinka Wallenka "Chroniken eines Pizzalieferanten" haben gewonnen:
Julia Katheder
Rachel Dudek-Lewin und
Katja Clausen


Meinen herzlichsten Glückwunsch den Gewinnern, aber auch ein überwältigtes "Danke schön!!" an alle, die teilgenommen haben, denn die Reaktion war absolut phänomenal, ich hätte hundert Bücher verlosen können und immer wäre noch jemand leer ausgegangen!

Donnerstag, 23. April 2015

[Aktion] Blogger schenken Lesefreude!!!

Wie auch in den vergangenen Jahren, heißt es am 23. April zum Welttag des Buches wieder:

Blogger schenken Lesefreude


Und natürlich sind die Kleinen Fluchten auch in diesem Jahr wieder gerne mit dabei!

Womit ich euch eine Freude machen möchte?

Ihr habt gleich vier Chancen, zwei wunderbare Bücher geschenkt zu bekommen:

Und zwar eine niegelnagelneue Ausgabe von Veronica Roth: Die Bestimmung, dem ersten Teil der wunderbaren Reihe, die schon hohe Wellen geschlagen und manchen Bücherwurm ins Kino getrieben hat!

Außerdem könnt ihr gleich drei Mal je eine Ausgabe von diesem unterhaltsamen Schmöker gewinnen:
Tinka Wallenka: Chroniken eines Pizzalieferanten
Nähere Infos zum Buch findet ihr: hier


Und wie könnt ihr nun gewinnen?

Ganz einfach: Schickt mir bis Sonntag, 26. April 2015, 19 Uhr eine Email an Nini[at]macmark.de mit dem Betreff: Blogger schenken Lesefreude 2015" mit eurem Namen und eurer Anschrift und dem Hinweis, welches Buch ihr gewinnen wollt.
Natürlich könnt ihr auch in beide Lostöpfe hüpfen, auch das könnt ihr in der Email vermerken.
Sonntag Abend werde ich dann auslosen und die Gewinner bekanntgeben!

Jetzt bleibt mir nur noch, euch allen viel Glück und einen wundervollen Welttag des Buches zu wünschen!

Jaaa, das Kleingedruckte:
- teilnehmen kann jeder, der über 18 Jahre ist, es gibt selbstverständlich weder Garantie noch Gewähr oder einen Anspruch auf einen Gewinn. Ebenso wenig kann dieser Gewinn in bar ausgezahlt werden.

Sonntag, 19. April 2015

[Rezension] Katja Montejano - Vendetta - Die Rache der Anna Pizzo

Kurzbeschreibung:
"Anna Pizzo, Tochter des sizilianischen Cosa Nostra-Chefs Don Vito, lebt nach einem brutalen Übergriff und dem Tod ihres ungeborenen Sohnes zurückgezogen in ihrem Loft. Nach der Versöhnung mit ihrem Vater, der sie einst in eine unfreiwillige Heirat drängen wollte, sichert dieser ihr Hilfe bei ihrer Vendetta zu: Anna will Malik Brenner, ihren ehemaligen Freund und den Mörder ihres Kindes, zur Strecke bringen. Um sich ganz auf die Suche nach ihm konzentrieren zu können, kündigt die hochbegabte Hackerin ihren Job bei der Soffex AG, wird aber an ihrem letzten Arbeitstag Zeugin des Amoklaufs ihres ehemaligen Vorgesetzten Daniel Rohner.

Zur selben Zeit bricht in Italien ein blutiger Mafiakrieg aus..."

Fazit:
"Vendetta - Die Rache der Anna Pizzo" ist ein Mafiathriller der alten Schule. Die Intrigen, Fehden und Geschäftspraktiken erinnern sicher nicht zufällig an den großen Paten und Katja Montejano versteht es, den Leser nahezu gegenständlich inmitten des Milieus zu versetzen.

Darüber hinaus hat "Vendetta" aber auch einen sehr modernen Handlungsstrang: Anna, die Tochter des großen Don Vito, will mit dem Mafiaclan nichts zu tun haben und hat sich ihr eigenes Leben aufgebaut. Hochbegabt und mit fotografischem Gedächtnis ist sie eine herausragende Hackerin, sodass Technik und Computer bei ihrr einen hohen Stellenwert haben.

Der Lesefluss ist durchgehend sehr gut, denn der Plot ist gut strukturiert mit einem wohl dosierten Spannungsbogen, der den Leser zielgerichtet zum Höhepunkt treibt. Zusätzlich sind die Verschachtelungen und Verwicklungen gut durchdacht und nicht immer vorhersehbar, sodass der Leser sowohl miträtseln kann, als auch mitunter überrascht werden wird.

Einige Probleme hatte ich allerdings mit den Charakterisierungen der Protagonisten. Zwar haben sie alle eine Vergangenheit mit guten und schlechten Erlebnissen, die sie geprägt haben, dennoch bleiben sie seltsam distanziert und unwirklich. Beispielsweise erfährt der Leser eine Menge über das Leben der Leibwächterin und wie ihre Erfahrungen sie verändert haben, dennoch zeigt sich das nicht in dem Beschriebenen, wie sie agiert und fühlt, es bleibt alles geschriebenes Wort und wird nicht zu gelebtem.
Bei Anna selbst sind mir zu viele Widersprüche im Wesen: in einem Mafiaclan aufgewachsen, weiß sie um die Machenschaften der "Familie", auch wenn sie selbst damit nichts zu tun haben will, Illusionen hat sie über die Praktiken auch nicht - dennoch wirkt sie mitunter sehr naiv und vertrauensselig. Darüber hinaus erweckt sie über weite Spannen des Buches einen eher hilflosen Eindruck und macht dann am Ende eine 180°-Wende, die ich nicht mit ihrem Wesen in Einklang bringen konnte.

Zusammen genommen ist "Vendetta - Die Rache der Anna Pizzo" ein guter Thriller im Mafia- und Cybermilieu, der Spannung nicht vermissen lässt, dessen Protagonisten ich mir aber bildhafter gewünscht hätte.

Katja Montejano
"Vendetta - Die Rache der Anna Pizzo"
ISBN: 978-3-943-6508-15
erschienen im Pax et Bonum - Verlag

Sonntag, 12. April 2015

[Rezension] James Patterson / Mark Sullivan - Private Games - Der Countdown des Todes

Kurzbeschreibung:
"London, 2012. Die Welt wartet gespannt auf den Startschuss für die Olympischen Sommerspiele, die Vorbereitungen für die Eröffnungsfeier laufen auf Hochtouren. Private, die renommierteste Ermittlungsagentur der Welt, ist für die Sicherheit der Spiele verantwortlich. Doch dann ereignet sich ein grausamer Mord: Ein hochrangiges Mitglied des Organisationskomitees wird geköpft. Kurz darauf erhält eine Reporterin einen Brief von einem Mann, der sich Kronos nennt und bekennt, den Mord begangen zu haben. Nun liegt jegliche Hoffnung auf Private-Ermittler Peter Knight, denn Kronos kündigt an, die Spiele zu "reinigen" - indem er alle tötet, die den ursprünglichen Olympischen Gedanken beschmutzen..."

Fazit:
"Private Games - Der Countdown des Todes" ist der Auftakt zu James Pattersons Reihe rund um die Private-Agentur und deren Ermittler, die er mit wechselnden Co-Autoren geschrieben hat. Die Handlungsorte variieren von Teil zu Teil und entsprechend auch der jeweils im Fokus stehende Ermittler - in diesem Fall befinden wir uns in London und Peter Knight hat deutlich mehr zu tun, als sich nur um die Sicherheit der Olympischen Austragungsorte zu kümmern.

Der Schreibstil ist sehr typisch für James Patterson, was mitunter etwas seltsam anmutet, weil wir uns durchgehend in London befinden, aber die Atmosphäre very un-british ist. Dem Lesefluss tut dies aber keinen Abbruch, dieser ist durchgehend flüssig und der Plot samt Spannungsbogen gut aufgebaut.

Ein wenig vermisste ich Charisma bei den Hauptprotagonisten - auch wenn Peter Knight sehr sympathisch wirkt und als alleinerziehender Vater auch die soziale Komponente nicht fehlt, bleibt er doch immer etwas blass und oberflächlich.

Dennoch gelingt es James Patterson, den Leser mitzunehmen und zu unterhalten - was vor allem Kronos, dem Bösewicht zu verdanken ist, denn dieser verfügt über eine perfide Fantasie, wie er seine Racheakte plant und umsetzt, die Spannung und Neugier wach halten.

Alles in allem ist "Private Games - Der Countdown des Todes" ein gelungener Auftakt, der für weitere Teile einiges an Potential erahnen lässt.

James Patterson / Mark Sullivan
"Private Games - Der Countdown des Todes"
ISBN: 978-3-442-47787-6
erschienen bei Goldmann

Montag, 6. April 2015

[Rezension] Matthias Jösch - PHOENIX - Unsere Rache wird euch treffen (ebook)

Kurzbeschreibung:
"In Feuer, Schutt und Asche ist das dritte Reich untergegangen - doch noch immer träumen Fanatiker davon, es in blutigem Glanz auferstehen zu lassen. Eine junge Mossad-Agentin findet Hinweise auf eine schier unglaubliche Verschwörung und beginnt zu ermitteln. Von all dem ahnt der Mathematikdozent und BND-Mitarbeiter Adrian von Zollern nichts, als er in einem holländischen Antiquariat eine harmlos aussehende Kiste mit alten deutschen Schallplatten entdeckt. Doch schon kurze Zeit später muss er um sein Leben kämpfen - und gegen eine mächtige Organisation, die vor nichts zurückschreckt, um die Welt zu unterwerfen."

Fazit:
"PHOENIX- Unsere Rache wird euch treffen" ist Matthias Jöschs zweiter Thriller um Adrian von Zollern. Den ersten Teil "MAMMON - Für deine Sünden wirst du büßen" habe ich - noch - nicht gelesen und kann daher bestätigen, dass man dieses Buch problemlos ohne Kenntniss des ersten Bandes lesen, verstehen und genießen kann - allerdings wird man hinterher den Wunsch verspüren, den ersten Fall von Adrian von Zollern nachzuholen...

Die ersten Seiten sind direkt temporeich, aber auch verwirrend, weil Zeiten und Handlungsorte schnell wechseln. Aber bereits nach kurzer Zeit kommt eine Struktur in die Handlung, die dem Leser die Orientierung bietet, die er für dieses Abenteuer braucht.

Der Lesefluss ist durchweg sehr gut, allerdings wird man vergeblich auf Zeit zum Luftholen warten, denn die Ereignisse der Gegenwart und Vergangenheit, die Adrian von Zollern und seine Freunde, ebenso wie die Mossad-Agentin Shari bewegen und bedrohen, sind nicht nur interessant und wecken die Neugier des Lesers auf die Hintergründe, sondern reißen den Leser mit in einen Strudel aus Intrigen, der sich quer über alle Kontinente erstreckt.

Auch wenn Matthias Jöschs Szenario - hoffentlich - nicht immer realistisch rüberkommt, besteht immer noch ein winziges Fünkchen Möglichkeit, dass es sich doch genau so zutragen könnte - ein beängstigendes Szenario aus Fiktion, Wunschdenken, Mythen und Realität.

Auch die Charaktere, sowohl die der Protagonisten als auch ihrer Gegenspieler, sind sehr bildhaft und lebensecht gestaltet, sodass man beim Lesen an ihrer Existenz keine Zweifel hegt.

Zusammen genommen ist "PHOENIX - Unsere Rache wird euch treffen" ein temporeicher Agententhriller, der den Leser mitnimmt auf einen spannende Schnitzeljagd und dabei ein Szenario zeichnet, das wir alle nicht erleben wollen.

Matthias Jösch
"PHOENIX - Unsere Rache wird euch treffen"
ISBN: 978-3-95520-678-9
erschienen bei Dotbooks 

Sonntag, 29. März 2015

[Rezension] Stephen King - Revival

Kurzbeschreibung:
"Der kleine Jamie spielt vor dem Haus mit seinen Plastiksoldaten, da schiebt sich ein dunkler Schatten über ihn, ein Schatten, den er sein Leben lang nicht loswerden wird. Er blickt auf und sieht Charles Jacobs über sich, den jungen Methodistenprediger, der in der neuenglischen Gemeinde gerade sein Amt antritt. Im Nu gewinnt der charismatische Jacobs die Herzen der gottesfürchtigen Einwohner. Den Kindern haben es vor allem die elektrischen Spielereien angetan, mit denen er Bibelgeschichten veranschaulicht. Das alles endet, als ihn ein schrecklicher Unfall vom Glauben abfallen lässt und er eine letzte Predigt hält, die in einer rasenden Gottverfluchung gipfelt. Von der Gemeinde verstoßen, tingelt er fortan über die Jahrmärkte, wo er elektrische Experimente vorführt, die zunehmend spektakulärer werden. Und immer schrecklichere Folgen nach sich ziehen..."

Fazit:
Ein King ist ein King - darauf kann man sich als Leser eigentlich immer verlassen. Trotz dieser Unmenge an Büchern, die Stephen King produziert, gibt es nicht diesen oft zu beobachtenden qualitativen Niedergang, der bei vielen Autoren zum Tragen kommt, die eine solche Vielzahl an Büchern schreiben.

Je nach Interesse am jeweiligen Grundthema, mag das ein oder andere Buch dem einzelnen Leser mehr oder weniger zusagen (ich beispielsweise bin kein großer Fan von "The Stand", weil ich mit Endzeitthemen wenig anfangen kann), aber gibt es einen wirklich schlechten King? Mir ist noch keiner begegnet, wobei ich zwar viele, aber noch längst nicht alle Bücher von ihm gelesen habe.

In "Revival" ist das immer präsente Hintergrundthema die Elektrizität, von der Charles Jacobs geradezu besessen ist. Und da Jamies Schicksal seit der ersten Begegnung mit Charles Jacobs mit dessen Leben untrennbar verbunden scheint, hat Jamie keine Chance, Charles und dessen Hang zur Elektrizität zu entkommen.

Der Leser begleitet Jamie - und damit auch Jacobs - über einen sehr langen Zeitraum, mehr als 60 Jahre gehen ins Land, bis das Ende der Geschichte erreicht ist.

Wie bei vielen Büchern von Stephen King, benötigt die Handlung einen Vorlauf, bevor sich eine Vorstellung davon im Kopf des Lesers einnistet, worauf sie hinauslaufen wird oder könnte. Typisch auch, dass man im Laufe der Zeit viele Kleinigkeiten erfährt, die man für nebensächlich hält und wo erst im Nachhinein klar wird, dass nur so ein stimmiges Ganzes erreicht wird.
Vorlauf bedeutet nicht, dass das Lesen zäh oder langweilig wäre - ganz und gar nicht. Die Geschichte von Jamie nimmt den Leser direkt mit und so fragt man sich erst nach einer gewissen Zeit, in der man wunderbar unterhalten wurde, wann denn wohl das Grauen auftauchen wird?

Dass es das tut, ist unleugbar, man erahnt es bereits, aber der Autor quält seine Leser, indem die Spannung Stück für Stück ansteigt und tatsächlich wie Elektrizität unter der Haut kribbelt, bis man glaubt, es kaum noch ertragen zu können, doch Stephen King lässt sich Zeit, bis man es kaum noch aushält, endlich den Showdown zu erreichen.

"Revival" ist die Art subtiles Grauen, das wir auch von "The Green Mile" kennen, nicht das offene Gruseln von "Es" oder "Friedhof der Kuscheltiere". Doch genau dieses subtile Grauen ist es, was sich im Kopf des Lesers einnistet und dadurch über das Lesen hinaus fortbesteht und das Gehirn beschäftigt hält...

"Revival" ist ein King - ganz klar. Mitreißend, unterhaltsam und durch das eigene Kopfkino auch gruselig - aber es gibt doch den ein oder anderen King, der mir besser gefallen hat, auch wenn dies jetzt wirklich jammern auf hohem Niveau ist.

Stephen King
"Revival"
ISBN: 978-3-453-26963-7
erschienen bei Heyne

Sonntag, 22. März 2015

[Rezension] Kristin Harmel - Über uns der Himmel

Kurzbeschreibung:
"Die junge Kate Waithman lebt mit ihrem Mann Patrick in Manhattan. Eines Morgens geht sie am Hudson River joggen, als plötzlich ein Flugzeug den Himmel durchbricht. Momente später ist das World Trade Center in Rauch gehüllt. Es ist das Gebäude, in dem Patrick arbeitet...

Dreizehn Jahre später fühlt sich Kate endlich bereit, ihr Herz wieder zu öffnen. Doch dann hat sie einen unglaublich realen Traum - von dem Leben, das sie mit Patrick gehabt haben könnte. Während sie Nacht für Nacht an ihrer verlorenen Liebe festhält, beginnt Kate zu ahnen, dass es für sie einen zweiten Weg zum Glück geben könnte..."

Fazit:
"Solang am Himmel Sterne stehen" von Kristin Harmel war in meinen Augen ein ganz besonderes Buch. Viele Autoren schreiben nie ein derart berührendes und bewegendes Werk und entsprechend unwahrscheinlich ist es, dass dies jemandem mehrfach gelingt. Aus diesem Grund habe ich von vornherein versucht, keine Vergleich anzustellen, sondern "Über uns der Himmel" als das zu sehen, was es ist - ein eigenständiges Werk.

Dennoch hatte ich meine Anfangsschwierigkeiten mit diesem Roman. Dies lag weder am Schreibstil, der gerade im Verlauf des Buches genau so berührend wird, wie ich es bei dieser Autorin mag, noch an den Charakteren, die Kristin Harmel sehr lebensnah und bildhaft gestaltet hat. Vielmehr rührten meine Probleme von Kates Träumen her. Diese realen Träume, in denen sie in einem Leben aufwacht, "wie es hätte sein können", mit ihrem toten Mann, der quicklebendig und entsprechend der vergangenen dreizehn Jahre gealtert ist und in einer Parallelrealität, in der sie mitunter mehrere Stunden verbringt und aus denen sie Wissen mitnimmt, was sich in der normalen Realität als wahr herausstellt, über welches sie aber eigentlich gar nicht verfügen kann - das konnte ich nicht so recht mit der ansonsten real gestalteten Handlung in Einklang bringen.

Nach etwa 100 Seiten hatte mich die restliche Handlung aber so mitgenommen, dass ich die "Traumwelt" in Kauf nahm und da diese im weiteren Verlauf seltener auftaucht, hat es mich irgendwann auch nicht mehr gestört.

Davon abgesehen haben wir mit "Über uns der Himmel" einen wundervollen Roman: Kate muss lernen, die große Tragödie ihres Lebens soweit hinter sich zu lassen, dass sie nach vorn blicken und sich wieder ein eigenes Leben aufbauen kann und das fällt ihr alles andere als leicht. So ist der Leser Schritt für Schritt dabei und hofft und bangt, dass sie nicht wieder in alte Verhaltensmuster zurückfällt, dass sie erkennt, was dem Leser sowieso klar ist und dass am Ende alles gut wird.

Sehr interessant fand ich die Einblicke in die Welt der Gehörgeschädigten und der Musiktherapie. Gerade das Spektrum der Musiktherapie war mir bisher so nicht bekannt.

Der Lesefluss ist - trotz meiner Anfangsschwierigkeiten - sehr gut und die Handlung nimmt den Leser mit in Kates nicht immer einfache Welt. Die Gefühle, die in "Über uns der Himmel" eine große Rolle spielen, werden so gut transportiert, dass ich mitunter selbst Tränen in den Augen hatte ob des großen Verlusts, den Kate erlitten hat.

Wer keine Schwierigkeiten damit hat, dass die Realität etwas verlustig geht, hat mit "Über uns der Himmel" ein interessantes, berührendes und bewegendes Leseerlebnis.

Kristin Harmel
"Über uns der Himmel"
ISBN: 978-3-442-38333-7
erschienen bei Blanvalet