Bücher

Bücher lesen heißt, wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben über die Sterne.
-
Jean Paul

Sonntag, 11. März 2018

[Rezension] Kathy Reichs - Blutschatten

Kurzbeschreibung:
"Sunday Night ist eine Frau mit körperlichen Narben, seelischen Wunden - und Killerinstinkt. Jahrelang lief sie vor ihrer Vergangenheit davon und suchte sich ein Leben, in dem sie niemanden brauchte und nichts spürte. Als ein Mädchen im Chaos einer Bombenexplosion verschwindet, bittet dessen Familie Sunday um Hilfe. Und Sundays Gerechtigkeitssinn und Rachedurst werden geweckt. Ist das Mädchen tot? Hat sie jemand entführt? Falls sie noch lebt, warum kann die Polizei sie nicht aufspüren? Wenn Sunday zurück ins Leben und das verschwundene Mädchen finden will, muss sie sich jetzt endlich ihren eigenen Dämonen stellen."

Fazit:
Kathy Reichs ist den meisten Thriller-Lesern ein Begriff, ebenso wie ihre Protagonistin Temperance Brennan. Allerdings scheiden sich die Geister, ob man ihre Thriller mag oder nicht. Denn man lernt beim Lesen eine Menge über forensische Anthropologie und einigen Lesern ist das zu langatmig. Ich hingegen bin schon immer leidenschaftlicher Tempe Brennan - Leser gewesen und entsprechend neugierig war ich auf Kathy Reichs neue Protagonistin - Sunday Night.

Diese hat mit Forensik nicht viel am Hut, ist aber ausgebildete Kämpferin. Doch ihre Kämpfe bleiben nicht folgenlos und so ist sie sowohl äußerlich als auch innerlich gezeichnet. Dazu noch eine traumatische Kindheit und schon hat man Sunday. Das Wort, das mir bei ihrem Charakter als erstes in den Sinn kommt ist "sperrig". Sunday ist meist nicht einzuschätzen, handelt für Außenstehende unlogisch und hat einen extremen Dickkopf. Es hat ein Weilchen gedauert, bis ich mit ihr warm wurde und im Laufe der Handlung habe ich sie das ein oder andere Mal verflucht - aber sie ist absolut unverwechselbar.

Die Handlung selbst ist spannend und unterhaltsam gleichermaßen, der Lesefluss entsprechend gut - mitunter allerdings wird irgendetwas, was Sunday tut oder denkt in allen erdenklichen Einzelheiten erklärt und beschrieben, diese Passagen hätte man kürzer fassen können.

Sehr gut gefallen hat mir, dass Kathy Reichs den Leser vorführt und dieser es erst am Ende bemerkt, da man das glaubt, was man glauben will. Näher möchte ich darauf nicht eingehen, sollen doch alle anderen denselben Holzweg entlanggehen, den auch ich genommen habe.

Insgesamt ist Sunday Night etwas gewöhnungsbedürftig, wächst dem Leser aber zunehmend ans Herz. Eine wunderbare Ergänzung ist ihr Bruder, der einem von Anfang an sympathisch ist. Ich bin sehr gespannt, wie es mit Sunday weiter geht, denn eines ist klar: Langweilig wird es mit ihr nicht!

Kathy Reichs
"Blutschatten"
ISBN: 978-3-89667-621-4
erschienen im Blessing Verlag

Sonntag, 4. März 2018

[Rezension] Max Bentow - Die Puppenmacherin

Kurzbeschreibung:
"Der Berliner Kommissar Nils Trojan hat schon einiges zu sehen bekommen im Lauf seiner Karriere. Als er aber eines Tages am Schauplatz eines neuen Mordfalles eintrifft, erfasst ihn das pure Entsetzen: Denn in einem dunklen Keller erblickt er eine junge Frau, erstickt in einer Masse von getrocknetem Schaum, der sie wie ein monströser Sarkophag umgibt. Bald schon stößt Trojan auf einen vergangenen Fall, der erstaunliche Parallelen aufweist - doch der damals identifizierte Täter gilt mittlerweile als tot. Ist es möglich, dass jemand sein wahnhaftes Treiben kopiert? Im Zuge seiner weiteren Ermittlungen bittet Trojan die Psychologin Jana Michels um Unterstützung, denn er ahnt, dass sein Gegner einer inneren Logik folgt, die er allein nicht zu entschlüsseln vermag - und dass das Morden noch lange kein Ende hat..."

Fazit:
Während viele von euch bereits dem Erscheinen des siebten Bandes von Max Bentows Reihe um Nils Trojan entgegen fiebern, bin ich mit "Die Puppenmacherin" erst beim zweiten Band angekommen.

Ähnlich wie beim ersten Band ist Nils Trojan ein eigenwilliger, aber weicher Charakter. Sympathisch? Durchaus, aber für meinen Geschmack ein wenig verpeilt und lasch. Dennoch hat er einen wachen Geist und lässt sich von einem einmal gefassten Vorsatz nicht abbringen. Ich sehe aber durchaus noch Potential für Nils, sodass ich auf die Folgebände gespannt bin.

Der Lesefluss ist sehr gut und der Autor schickt Kommissar und Leser gleichermaßen auf diverse Holzwege, bis es fast zu spät ist. In weiten Teilen ist ein gutes Maß an Spannung vorhanden, nur hin und wieder verzettelt sich Nils Trojan, was dem Ganzen ein wenig die Luft rauslässt.

Alles in allem habe ich mich aber sehr gut unterhalten gefühlt und gebe dem Kommissar gern weiterhin die Chance, mich zu überzeugen.

Max Bentow
"Die Puppenmacherin"
ISBN: 978-3-442-20404-5
erschienen bei Page & Turner

Samstag, 3. März 2018

[Rezension] Kelley Armstrong - Zeit der Schatten

Kurzbeschreibung:
"Olivia Taylor-Jones - schön, intelligent und die Tochter verurteilter Verbrecher - hat sich gerade in ihrer neuen Heimat Cainsville eingelebt, als sie eine Tote in ihrem Auto findet. Warum wurde die junge Frau umgebracht? Und weshalb wurde die Leiche in Olivias Wagen abgelegt? Olivia ist überzeugt, dass sich der Täter noch in Cainsville aufhält und beinnt zu ermitteln. Dabei stößt sie auf ein schreckliches Geheimnis, das weit in die Geschichte des Dorfes zurückreicht..."

Fazit:
"Zeit der Schatten" ist nach "Dunkles Omen" der zweite Teil von Kelley Armstrongs Reihe um das Städtchen Cainsville, in dem nicht alles so ist, wie es scheint.

Auch in diesem Buch ist der Aufbau ähnlich zum ersten: Es gibt einen Mord und Olivia versucht mit Gabriels Hilfe den Mörder zu finden und die Hintergründe aufzudecken. Dabei stoßen sie immer wieder auf mysteriöse Vorkommnisse, die sich logisch nicht erklären lassen, sondern eher in den Bereich der Mythen und Sagen gehören, der irischen Mythen und Sagen.

Entsprechend sollte man die Cainsville-Thriller nur lesen, wenn einem bewußt ist, dass auch Sagenwesen eine Rolle spielen, Kobolde, nicht existente Hunde, etc. Der fantastische Einschlag geht nämlich aus Buchumschlag und Klappentext nicht hervor, was dem ein oder anderen Leser eine Überraschung bereiten könnte.
Auch sollte man möglichst den ersten Teil gelesen haben, um die Hintergründe verstehen zu können, da auf diese nur kurz eingegangen wird.

Der Lesefluss ist sehr gut, auch wenn es in diesem Teil für meinen Geschmack zu viele und zu ausführliche, sagen wir einmal, private Szenen zwischen Olivia und dem Rocker Ricky gab. Da dies zur Handlung nicht wirklich beiträgt, hätte man das alles auch kürzer fassen können.
Davon abgesehen ist die Handlung abwechslungsreich, unterhaltend und eine latente Spannung wabert immer im Hintergrund. Gegen Ende, wenn es für Olivia und Gabriel einmal mehr gefährlich wird, tritt diese dann aus den Schatten auch in den Vordergrund.

"Zeit der Schatten" hat mich, wie zuvor schon "Dunkles Omen" sehr gut unterhalten und die Protagonisten sind mir noch um einiges sympathischer geworden. Auch wenn man in diesem Teil wieder deutlich mehr von dem versteht, was Cainsville ist und was dort vorgeht, bleiben noch viele Fragen offen, die neugierig auf nachfolgende Bände machen.

Kelley Armstrong
"Zeit der Schatten"
ISBN: 978-3-453-31858-8
erschienen bei Heyne

Freitag, 2. März 2018

[Rezension] Lisa Jackson - You will pay - Tödliche Botschaft

Kurzbeschreibung:
"Auf dem Gelände eines ehemaligen Jugendcamps in Oregon werden menschliche Überreste entdeckt. Detective Lucas Dalton, der vor zwanzig Jahren als Betreuer in dem unglückseligen Ferienlager arbeitete, schwant Böses: Handelt es sich um die Knochen der zwei Mädchen, die während jenes Sommers spurlos verschwanden? Lucas rollt den nie geklärten Fall neu auf, doch zunächst will keiner der damals Beteiligten aussagen. Bis einer nach dem anderen die Drohung "Strafe muss sein" erhält - und der erste Mord passiert..."

Fazit:
"You will pay - Tödliche Botschaft" ist ein Stand-alone von Lisa Jackson, was für mich der Ausschlag war, es zu lesen. Ich habe in einer langen Reihe von Jahren das ein oder andere Buch der Autorin gelesen, ohne aber je eine Reihe komplett verfolgt zu haben, sodass ich bei einem späteren Einstieg in irgendeine ihrer Reihen erstmal im Kopf hätte sortieren müssen. Dieses Problem war hier nicht gegeben.

Ich hatte mich auf unterhaltsame Lektüre, interessante Charaktere, aber auch auf den ein oder anderen Spannungsmoment eingestellt, denn so sind mir die Bücher von Lisa Jackson in Erinnerung. Diesbezüglich wurde ich auch hier nicht enttäuscht.

Die Handlung ist abwechslungsreich und voller Windungen, sodass man es als Leser versucht, aber sie lange Zeit nicht rund im Kopf bekommt.
Die Protagonisten sind sehr unterschiedlich und bildhaft charakterisiert, wenn auch ein wenig zu deutlich in Gut und Böse eingeteilt.
Der Lesefluss ist sehr gut und hat mich durchweg gut unterhalten, ohne dass es zu erwähnenswerten Längen kam.

Ein wenig Abzug meinerseits ist der Tatsache geschuldet, dass ein, zwei doch sehr wichtige Entwicklungen leider viel zu früh offensichtlich waren. Dass dann noch hunderte Seiten so getan wurde, als wäre das niemandem außer dem Leser klar, fand ich etwas schade.

Insgesamt ist "You will pay - Tödliche Botschaft" ein typischer Lisa Jackson - Thriller und durchaus empfehlenswert.

Lisa Jackson
"You will pay - Tödliche Botschaft"
ISBN: 978-3-426-65428-6
erschienen bei Knaur

Samstag, 10. Februar 2018

[Rezension] Don Winslow - Missing. New York

Kurzbeschreibung:
"Die ganze Stadt ist in Aufruhr: Die fünfjährige Hailey ist spurlos verschwunden. Vom Täter keine Spur. Einzig Frank Decker glaubt, dass das Mädchen noch lebt, irgendwo versteckt. Er ist der typische Cop, wortkarg und unbestechlich. Doch was niemand ahnt: Er hat ein weiches Herz. Für seine Ex-Frau und die Opfer der Verbrecher. So macht er sich mit unerbittlicher Konsequenz auf die Suche nach Hailey. Er kündigt schließlich sogar seinen Job, packt das Auto voll und folgt einem vagen Hinweis, der ihn nach New York führt. Denn hat er sich einmal in einen Fall verbissen, lässt er nicht locker, bis er ihn - egal wie - gelöst hat. Er ist ein besessener Kämpfer gegen das Unrecht, ein Getriebener, der Gerechtigkeit sucht."

Fazit:
Ich gestehe: Ich habe noch nie zuvor ein Buch von Don Winslow gelesen. Zwar habe ich schon viel von ihm gehört, aber irgendwie kam es nie zu einem literarischen Zusammentreffen zwischen uns. Von daher kann ich nicht sagen, in wieweit "Missing. New York" ein für ihn typisches Buch ist.

Was ich sagen kann, ist, dass man gleich in medias res startet - ein kleines Mädchen ist verschwunden und Decker nimmt die Ermittlungen auf.
Anfangs hatte ich einige Schwierigkeiten mich einzugewöhnen. Ist doch die Ich-Perspektive noch nie mein Favorit gewesen und anfangs sprach die Erzählstimme in meinem Kopf wie in einem "Jerry Cotton"-Heftroman.

Aber Decker war von Beginn an ein Sympathieträger, auch wenn zwischendurch das Mitleid für ihn überwog, kostete ihn seine Besessenheit doch sogar seine Ehe - er konnte seiner Frau nicht die Karriere bieten, die sie von ihm erwartete und sie konnte nicht nachvollziehen, was ihn antrieb. Ihm selbst war das sicher auch nicht klar, allerdings konnte er einfach nicht aus seiner Haut.

Der Lesefluss ist sehr gut, die Handlung abwechslungsreich und spannend. Das Puzzle im Kopf des Lesers verändert sich ständig und man erwägt und verwirft Möglichkeiten, bis die Auflösung einen desillusioniert zurücklässt.

Der Schreibstil ist nüchtern und schnörkellos, wie es zu einem Mann wie Decker paßt. Dennoch kann auch er seine Emotionen nicht immer verbergen, sie scheinen durch die Zeilen, auch wenn sie kaum je direkt angesprochen werden.

Mir hat "Missing. New York" gut gefallen und da ich Decker gern wiederlesen möchte, werde ich wohl früher oder später mit "Germany", dem Nachfolgeband, wieder in Deckers Welt eintauchen.

Don Winslow
"Missing. New York"
ISBN: 978-3-426-30596-6
erschienen bei Droemer Knaur

Mittwoch, 7. Februar 2018

[Rezension] Jeffrey Archer - Kain und Abel

Kurzbeschreibung:
"Nach russischer Kriegsgefangenschaft gelangt Abel Rosnovski, unehelicher Sohn eines polnischen Adligen, mit einem Auswandererschiff nach Amerika. Dort arbeitet er sich zum Hotelmanager hoch. Sein Schicksal kreuzt sich dramatisch mit dem von William Lowell Kane, Erbe eines gigantischen Vermögens, der zum Bankpräsidenten werden soll. Abel hatte ihn einst bewundert - doch dann nimmt, zur Zeit der großen Wirtschaftskrise, ein lebenslänglicher Hass seinen Anfang."

Fazit:
"Kain und Abel" erschien ursprünglich bereits Ende der 70er Jahre und wurde, nach einer Überarbeitung des Autors, die aber an der Handlung nichts verändert hat, neu aufgelegt.

Nachdem ich wehmütig Abschied von der "Clifton"-Saga nehmen musste, hatte ich auf ebensolches Lesevergnügen mit "Kain und Abel" gehofft.

Die Handlung ist, abgesehen davon, dass Familie auch hier eine tragende Rolle spielt, vollkommen unterschiedlich zu der der "Clifton"-Saga, die Faszination, mit der der Leser ins Buch gezogen wird, allerdings ist gleich. Bereits nach wenigen Seiten taucht man ein in die Welt von Abel und William und mag nicht wieder auftauchen.

Die beiden Protagonisten könnten nicht unterschiedlicherer Herkunft sein: Abel, die ersten Jahre in Armut in Polen verbracht, findet erst später heraus, dass er adliger Abstammung ist, was ihm dank der russischen Unterjochung nach dem ersten Weltkrieg aber nichts mehr nützt. Er hat eine Menge auszustehen, bevor er in Amerika ankommt und seine Zukunft in die Hand nimmt. William hingegen wurde bereits privilegiert geboren und hat alle Möglichkeiten, die ihm zur Verfügung standen, genutzt.

Einiges aber haben beide gemeinsam: eine hohe Intelligenz, Ehrgeiz, den Willen, etwas zu erreichen, aber auch Stolz und Sturheit.

Die Geschichte wird aus wechselnder Perspektive erzählt und man möchte eigentlich immer bei dem Protagonisten verweilen, bei dem man gerade ist. Fasziniert verfolgt man die Werdegänge der beiden und schließt sie ins Herz. Allerdings gelingt es den zweien im weiteren Verlauf, immer mehr Antipathie zu sammeln, aufgrund einer Fehde, die irgendwann nur noch durch Sturheit aufrecht erhalten wird.

Dies bildet aber einen wunderbaren Übergang zur nächsten Generation, die auch hier schon zum Tragen kommt, aber sicher in den Folgebänden fortgeführt wird.

Ich kann jedem Liebehaber großartiger Romane "Kain und Abel" nur ans Herz legen und freue mich schon sehr auf den zweiten Teil, der im März erscheinen wird.

Jeffrey Archer
"Kain und Abel"
ISBN: 978-3-453-42203-2
erschienen bei Heyne

Sonntag, 4. Februar 2018

[Rezension] Marc Raabe - Schlüssel 17

Kurzbeschreibung:
"In der Kuppel des Berliner Doms hängt eine grausam zugerichtete Tote mit schwarzen Flügeln: Es ist die prominente Dompfarrerin Dr. Brigitte Riss. Um den Hals trägt sie einen Schlüssel. In den Griff ist die Zahl 17 geritzt. Tom Babylon vom LKA will diesen Fall um jeden Preis. Denn mit diesem Schlüssel verschwand vor vielen Jahren seine kleine Schwester Viola. Doch Tom bekommt eine unliebsame Partnerin für die Ermittlungen. Die Psychologin Sita Johanns fragt sich schon bald, wer in diesem Fall mehr zu verbergen hat: Tom oder der Mörder, der sie beide erbarmungslos vor sich hertreibt."

Fazit:
Als Marc Raabe - Fan der ersten Stunde hab ich mich sehr auf das Erscheinen seines neuen Thrillers gefreut. Dass "Schlüssel 17" der Auftakt einer neuen Reihe ist, gefiel mir ebenfalls, nehme ich doch ungern so bald Abschied von liebgewonnenen Protagonisten.

Allerdings musste ich feststellen, dass es nicht immer einfach ist, Tom Babylon zu mögen, stellt er die Geduld seines Umfelds doch mitunter auf eine harte Probe.

Im Gegensatz zu Raabes bisherigen Thrillern, in denen die Protagonisten, die auf der Suche nach der Wahrheit sind, sich vor der Polizei meist verstecken, ist Tom Babylon beim LKA Berlin. Er trägt ein Trauma mit sich, das in diesem Fall sehr zum Tragen kommt, aber eigentlich müsste man sich generell die Frage stellen, wie diensttauglich Tom Babylon überhaupt ist, auch in Bezug auf seinen Tablettenkonsum.

Davon abgesehen hat Marc Raabe mit "Schlüssel 17" ein Spinnennetz konzipiert, in dem die Ermittler und der Leser die ganze Zeit auf der Suche nach der Spinne sind, aber immer wieder nur über Fliegen stolpern.

Der Lesefluss ist sehr gut, die Spannung mit Händen greifbar - im weiteren Verlauf ist es kaum möglich, das Buch aus der Hand zu legen. Auch die gesamte Geschichte, die sich am Ende offenbart, ist stimmig, aber dennoch in Teilen überraschend - ein wunderbarer Plot.

Allerdings sind mir am Ende zu viele Fragen, auf die ich eine Antwort haben wollte, offen geblieben, das mag ich überhaupt nicht. Hoffen wir auf die Beantwortung der Fragen in der Fortsetzung...

Marc Raabe
"Schlüssel 17"
ISBN: 978-3-548-28913-7
erschienen bei Ullstein