Bücher

Bücher lesen heißt, wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben über die Sterne.
-
Jean Paul

Montag, 18. November 2013

B.a. Robin - Mord am Lord

Kurzbeschreibung:
"Eindeutig Pech - wegen einer verlorenen Wette muss der erklärte Urlaubshasser Theo seine beste Freundin Josie nach England begleiten. Ziel ist das Museum von Josies Lieblings-Krimiautorin: Agatha-Christina Sotheby. Doch eine falsche Abzweigung im labyrinthischen Gebäude führt die beiden mitten in den einzigen unvollendeten Roman Sothebys: "Der Tote in der Bibliothek".

Als die berühmten Detektive Miss Rutherford und Mr. Stringer sollen sie den Mord an Lord Westholm aufklären. Übrigens ist das auch die einzige Möglichkeit für die beiden, die Geschichte wieder zu verlassen. Doch der Fall ist verzwickt und schnell kommen weitere Leichen hinzu..."

Fazit:
Ein englischer Krimi ist eine Sache für sich und folgt im besten Fall einem bestimmten Schema - die Queen of Crime, Agatha Christie, hat dieses Schema schon vor Jahrzehnten perfektioniert. Wer, ebenso wie ich, eine Schwäche für urenglische Krimis oder zumindest schonmal den ein oder anderen Agatha Christie - Krimi gelesen hat, im Idealfall einen mit Ms. Marple - der wird hier voll auf seine Kosten kommen.

Ähnlichkeiten zu Büchern bereits verstorbener weltbekannter englischer Krimiautoren bzw. deren literarischen Geschöpfen, sind gewollt und gekonnt in Szene gesetzt!

Der Traum eines jeden Krimiliebhabers: Josie und Theo landen in Agatha-Christinas letztem Roman - der leider unvollendet blieb, weil die Autorin vor der Fertigstellung verstarb. Josie, als echter Krimifan, ist begeistert! Theo, der sich lieber mit Schlössern und Metallen beschäftigt, dagegen weniger. Die einzige Chance der beiden, zurück in ihre eigene Zeit zu gelangen, ist, den Mordfall zu lösen - doch das ist gar nicht so einfach...
Theo erkennt schnell, dass er mit seinen logischen Gedankengängen nicht viel ausrichten kann, weil die Romanfiguren dem Schema der Agatha-Christina folgen und nicht der Logik - so ist Josie, die Kennerin des englischen Krimis, gefragt.

Was soll ich sagen? Anfangs habe ich geschmunzelt und regelmäßig gedacht: "Jaaaaa! Genau SO ist das immer!!", später musste ich mehrfach laut loslachen - eine derart gekonnte, unterhaltsame Persiflage auf den englischen Krimi ist mir noch nie untergekommen! Ironisch mit dem Einsatz gekonnten Wortwitzes - für alle Liebhaber englischer Krimis ein Muss!

Sonntag, 17. November 2013

Christiane Lind - Weihnachtspunsch & Weihnachtskater

Kurzbeschreibung:
"Ob die Tierheimkater Max Kleinpfote und Moritz Fleck so kurz vor Heiligabend noch ein neues Zuhause finden werden? Was soll der Witwer Gottfried mit dem Kätzchen anfangen, das ihm beim Tannenbaumkauf im wahrsten Sinne des Wortes in die Hände fällt? Muss Iris nach der Trennung von ihrem Freund wirklich alleine Weihnachten feiern, oder kann ihr verfressener Kater Maunz in letzter Minute dafür sorgen, dass sie doch noch Gesellschaft bekommt?"

Fazit:
Die Adventszeit naht und seit einigen Jahren kann man vermehrt beobachten, dass es auch extra thematische Literatur für diese Zeit gibt - gern in Kurzgeschichtenform und meist mit niedlichen Tieren garniert, oft mit Hunden, mitunter auch mit anderen.

In diese Sparte paßt dann auch vortrefflich "Weihnachtspunsch & Weihnachtskater" von Christiane Lind, das sieben Geschichten rund um und mit unseren liebsten Stubentigern enthält.

Was mir besonders gut gefallen hat, ist, dass wir es hier nicht mit immer derselben Handlung in grün zu tun haben, sondern dass jede einzelne Geschichte, auch wenn immer mindestens ein Kater eine Hauptrolle spielt, ihren ganz eigenen Inhalt hat.

Allen Geschichten gemein allerdings ist die liebevolle und mitreißende Art, in der sie geschrieben sind und die es dem Leser so gut wie unmöglich macht, das Buch aus der Hand zu legen. Ich weiß, wovon ich schreibe, denn eigentlich wollte ich nur in die erste Geschichte hineinlesen, um ein Gespür für das Buch zu bekommen - tja, dann waren die knapp 180 Seiten auch schon gelesen.

Eine wunderschöne Geschichtensammlung rund um menschliche (und tierische) Werte und Dinge, die das Leben ausmachen - nicht nur, aber besonders zur anstehenden Jahreszeit: sehr empfehlenswert!

Mila Roth - Katzenfische (Fall 5 für Janna und Markus)

Kurzbeschreibung:
"Tarnung ist alles … 

Geheimagent Markus Neumann erhält vom Institut den Auftrag, den Prototyp einer neuen Steuerung für Land- und Seeminenräumfahrzeuge namens Catfish ins Brüsseler NATO-Hauptquartier zu befördern. Bis zum Abtransport soll Janna Berg das Gerät auf ihrem Grundstück verstecken. Doch trotz Überwachung wird die Steuerung gestohlen und kurz darauf eine Geldforderung an die Bundesregierung gestellt. 

Das Institut nimmt schon bald ein Ehepaar ins Visier, das bereits zuvor mit internationalem Waffenhandel in Verbindung gebracht wurde. Da den beiden ein luxuriöses Wellnesshotel gehört, werden Markus und Janna dort eingeschleust – als Pärchen, das seinen Hochzeitstag mit einem Kurzurlaub feiert. Doch obwohl sie ihre Rollen sehr überzeugend spielen, scheinen ihnen die Schurken immer einen Schritt voraus zu sein …"

Fazit:
Mit "Katzenfische" begleiten wir Janna Berg und Markus Neumann bereits zum fünften Mal auf ihrer Gangsterjagd.

Wer die Vorabendserie in Buchform rund um den Geheimagenten Markus Neumann und seine zivile Hilfskraft Janna Berg noch nicht kennt, sollte mit dem ersten Band anfangen - wie es auch in visuellen Vorabendserien der Fall ist, baut alles aufeinander auf und mittendrin in die Handlung zu finden, ist nie ganz einfach.

Worauf ich bei diesem Teil sehr gespannt war, war die Besetzung des Bösewichts - denn Burayd und seine "Söhne der Sonne" haben uns immerhin vier Fälle lang begleitet  und konnten entsprechend ausgebaut werden. Wie erwartet, fehlte es den Bösewichten in "Katzenfische" dann auch ein wenig an Tiefgang - ich würde mir für den folgenden Band wieder einen Bösewicht von Format wünschen.

Ansonsten war die Handlung gewohnt locker und dennoch spannend aufgebaut, wunderbar zu lesen und das ein oder andere Lachen ließ sich, gerade wenn Janna und Markus mal wieder aneinander gerasselt sind, nicht vermeiden. Trotzdem habe ich bezüglich Janna in diesem Teil auch so meinen Kritikpunkt: Natürlich ist und bleibt Janna die Zivilistin, der das Geheimagentendasein noch immer fremd ist - im Umgang mit Markus, der sie anfangs ziemlich einschüchterte, hatte sie in den letzten Bänden aber einige Fortschritte gemacht, wie mir schien und ließ sich nicht mehr so ohne weiteres die Butter vom Brot nehmen - dieses forsche Auftreten Jannas, das ja in ihrem gewohnten Umfeld mit ihrer Familie, etc gang und gebe ist, fehlt mir hier leider ziemlich, meist hatte man den Eindruck eines verhuschten Mauerblümchens und das wird Janna meines Erachtens nicht gerecht. Natürlich, sie ist zurückhaltend, wenn es um den forschen Markus geht, ihre Gefühle für ihn verwirren sie sowieso und in Beziehungen ist sie eh etwas eigen - aber hier fand ich, waren klare Rückschritte zu erkennen, was ich schade fand.

Alles in allem habe ich mich aber - trotz meiner Kritikpunkte - wieder wunderbar unterhalten gefühlt und freue mich auf den nächsten Band mit Janna und Markus!

Dienstag, 12. November 2013

Christine Drews - Schattenfreundin

Kurzbeschreibung:
"Die Rückkehr in ihren Heimatort Münster steht für Katrin unter keinem guten Stern. Der neue aufreibende Job verlangt ihrem Mann alles ab, und auch die plötzliche Nähe zu ihren reservierten Eltern ist nicht einfach. Zum Glück hat sie ihren kleinen Sohn Leo - und ihre neue beste Freundin Tanja.

Als Katrins Vater überraschend stirbt, erweist Tanja sich wieder einmal als Retterin in der Not. Sie erklärt sich sofort bereit, auf Leo aufzupassen.

Doch Tanja meint es nicht gut mit Katrin. Ohne zu zögern setzt sie einen perfiden Plan in Gang: Während der Beerdigung verschwindet sie spurlos - zusammen mit Leo."

Fazit:
Der Albtraum aller Eltern - das eigene Kind verschwindet spurlos - eine Belastungsprobe, der nicht jeder gewachsen ist. Wenn dann noch Dinge zutage gefördert werden, mit denen man bei einem geliebten Menschen nicht gerechnet hätte, geht es kaum noch schlimmer. So erlebt Katrin das wohl furchtbarste, was man sich vorstellen kann...und ihr Mann ist nicht wirklich eine Hilfe....

"Schattenfreundin" ist das Debüt von Christine Drews und gleichzeitig der erste Fall für die Ermittler Charlotte Schneidmann und Peter Käfer.
Mit Charlotte hat die Autorin eine sympathische Hauptperson geschaffen, die durch ihre eigene traumatische Vergangenheit interessant zu bleiben versteht. Ihr Partner, Peter Käfer, hingegen bleibt eher blass - bei einer Fortsetzung würde ich mir auch für Peter einen etwas ausgefeilteren Charakter wünschen.

Ansonsten versteht es Christine Drews allerdings, den Leser abzuholen und mitzunehmen - erzählt wird einmal aus der Sicht von Katrin, die nicht tatenlos herumsitzen mag, während die Polizei ihren vermissten Sohn sucht und einmal aus der Sicht von Charlotte. Die Mischung aus Privatem und Ermittlungen ist sehr gelungen, wie ich finde und durch den flüssigen Schreibstil und die gut dosierte Spannung, garniert mit einigen Abgründen, ist das Buch sehr schnell gelesen.

Mir hat es gut gefallen, ich habe mich gut unterhalten gefühlt und freue mich auf eine Fortsetzung.

Montag, 11. November 2013

James Patterson - Das 9. Urteil

Kurzbeschreibung:
"Diese beispiellose Verbrechensserie hält ganz San Francisco in Atem: Ein skrupelloser Killer erschießt scheinbar wahllos junge Mütter und deren Kinder in den Parkhäusern der Einkaufszentren. Unter den Bürgern der kalifornischen Metropole macht sich Angst breit: Einige Familien fangen an sich zu bewaffnen, viele verlassen kaum noch das Haus. Detective Lindsay Boxer versucht alles, um dem Mörder so rasch wie möglich das Handwerk zu legen. Doch dabei gerät sie schnell selbst in seine Schusslinie..."

Fazit:
Ich kann nicht sagen, dass ich generell ein großer Fan von James Pattersons Büchern bin, aber ich bin definitiv ein Fan der Reihe um den "Women's Murder Club"! Ich habe diese Reihe vom ersten Teil an gelesen und natürlich musste auch der neunte sein!

Aber mit Erwartungen ist das immer so eine Sache - vielleicht hätte mir das Buch besser gefallen, wenn mir die vorherigen nicht derart gut gefallen hätten? Wer weiß das schon....

Ein Serienmörder geht um in San Francisco und Lindsay macht sich auf Mörderjagd. Normalerweise sind auch die anderen Ladies des Clubs ein wichtiger Faktor in den jeweiligen Büchern, aber hier hatte ich den Eindruck, dass sie nur anstandshalber dann und wann auftauchen durften - zur Handlung selbst konnten sie nicht viel beitragen. Man könnte jetzt vermuten, dass der Fokus hier einfach auf Lindsay gesetzt wurde, was sicher auch vollkommen in Ordnung gewesen wäre - doch dem war auch nicht wirklich so.

Ein Großteil der Handlung wird aus Sicht einer Einbrecherin erzählt, der Serienkiller selbst darf ab und an zu Wort kommen, ihm wird aber bei weitem nicht soviel Platz eingeräumt, wie ihm meiner Ansicht nach zugestanden hätte und was der Spannung sicher auch förderlich gewesen wäre.
Die Einbrecherin ist mit Fug und Recht eine wichtige Person im Buch, aber warum ein Großteil aus ihrer Sicht geschildert wird, ist mir auch hinterher noch ein Rätsel.

Ein weiteres Highlight bei Serien ist meiner Meinung nach auch, dass man als Leser miterlebt, wie sich die Charaktere weiterentwickeln, was sich im Privaten tut, etc. - doch auch hier gibt es nicht so viel Berichtenswertes wie üblich. Am Ende hatte ich den Eindruck, dass dies dem Autor auch auffiel und er so, nachdem die eigentliche Handlung bereits vorbei war, noch schnell ein gefühlsmäßiges Chaos anrichten musste, dass sich dann doch als überflüssig herausstellte - vollkommen unverständlich...

Natürlich kann nicht jeder Teil einer Serie begeistern, aber "Das 9. Urteil" ist vom Niveau der vorherigen acht Bänder leider meilenweit entfernt...

Oliver Pötzsch - die Burg der Könige

Kurzbeschreibung:
"1524. Die deutschen Lande werden von den Bauernkriegen zerrissen. Dem Adel droht der Verlust der Macht, dem Volk Hunger und Tod. Die Herrschaft Kaiser Karls V. ist in Gefahr. Da stoßen Agnes, die Herrin der mächtigen Burg Trifels, und Mathis, der Sohn des Burgschmieds, auf ein Geheimnis, das über die Zukunft der Krone entscheiden wird."

Fazit:
Ein Teil der Faszination historischer Romane liegt für mich darin, dass man in die Geschichte eintaucht und das - im besten Fall - nicht mit staubtrockenen Aneinanderreihungen von Zahlen, Daten und Fakten, sondern so, dass man vom Buch mitgenommen wird in die damalige Zeit und liest, fühlt und riecht, wie es zur jeweiligen Zeit zuging - was den Geruch angeht, bin ich ganz froh, dass das ein reines Fantasieprodukt ist, denn ich befürchte, im 16. Jahrhundert hat es oft nicht so gut gerochen....

Aber all meine anderen Ansprüche sind von Oliver Pötzsch aufs Trefflichste erfüllt worden: wir begleiten Agnes und Mathis, die sich kennen, seit sie kleine Kinder waren und deren Leben aufgrund der Standesunterschiede schon sehr verschieden ist. Da Adel und Volk durch die unruhigen Zeiten noch stärker getrennt werden, ist es nicht leicht für Agnes und Mathis, ihre Freundschaft aufrecht zu erhalten.

Beim Lesen ist mir bewusst geworden, dass ich bisher noch kein Buch gelesen habe, das zur Zeit der Bauernkriege in Deutschland spielt und so waren mir die historischen Hintergründe größtenteils neu. Doch obwohl "Die Burg der Könige" auf mehr als 900 Seiten komplexe Themen beinhaltet, konnte ich mühelos den Überblick über die unterschiedlichen Adelsgeschlechter und die Verwicklungen untereinander behalten.
Positiv aufgefallen ist mir auch, dass Oliver Pötzsch es versteht, mit wenigen Worten und Umschreibungen die katastrophalen Lebenszustände des deutschen Volkes zu beschreiben, sodass man es wirklich bildhaft vor sich sieht, ohne seitenlange Ausführungen darüber.

Da das Buch sich an wahren historischen Begebenheiten entlang entwickelt und historische Persönlichkeiten auftauchen, die es auch tatsächlich gab, bleibt immer der Nervenkitzel im Hintergrund, dass die Geschichte so, wie sie erzählt wird, möglicherweise tatsächlich hätte geschehen sein können - sehr faszinierend!

Wem all dies jetzt nach zuviel Historie und zu wenig Roman klingt, dem sei versichert: es ist jede Menge unterhaltsame und sehr spannende Romanhandlung vorhanden - mehr als einmal habe ich gedacht, dass sich mancher Autor, der im Genre Thriller publiziert, von der Spannung hier im Buch eine Scheibe abschneiden könnte!

Eine große Rolle im Buch spielt die Burg Trifels, die tatsächlich auch heute noch, bzw. das, was noch von ihr übrig ist, im pfälzischen Wasgau steht. Und dass Burgen eine große Leidenschaft des Autors sind, beweist auch der im Anhang vorhandene Burgen- und Reiseführer mit Orten und Burgen, die in der Handlung vorkamen.
Überhaupt ist dieses Buch sehr aufwändig und liebevoll aufgemacht: der Schutzumschlag mit silberner Prägung, rote gezeichnete Karten der Handlungsorte im Buchdeckel, etc.

Um es kurz zu machen: für Liebhaber historischer Romane und natürlich für Fans des 16. Jahrhunderts eine tolle Gelegenheit, in diese aufregende und gefährliche Zeit des Umsturzes einzutauchen!

Sonntag, 10. November 2013

100 ebooks "Sherlock Holmes - eine Studie in Angst" (Teil 1) zu gewinnen!!

Bereits im April habe ich euch das Buch und meine Meinung dazu vorgestellt: Klick zur Rezi.

Ich jedenfalls freue mich auf das baldige Erscheinen des zweiten Teils und ihr habe die grandiose Chance, einen von 100!!! ebook-Gutscheinen für den ersten Teil "Sherlock Holmes - Eine Studie in Angst" direkt vom Autor David Gray zu gewinnen!!!

Wie das geht? Ganz einfach:

Sendet bis zum 16.11.2013 eine Email an die Emailadresse davidgray600(at)gmail.com und mit etwas Glück gehört ihr zu den 100 glücklichen Gewinnern! 

Selbstverständlich werden eure Daten vertraulich und gemäß den Datenschutzrichtlinien behandelt und meine Daumen habt ihr natürlich alle!!