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Dienstag, 3. Oktober 2017

[Rezension] Antonia Hodgson - Das Sündenhaus

Kurzbeschreibung:
"Frühjahr 1728. Auf eine "Bitte" von Englands Queen Caroline reist Tom Hawkins, mit allen Wasser gewaschener Gentleman, zum Anwesen von John Aislabie in Yorkshire. Die ländliche Idylle entpuppt sich schnell als Hexenkessel: Aislabie, der ehemalige Schatzkanzler, erpresst die Königin und erhält seinerseits zunehmend blutigere Drohbriefe... Ehe Tom es sich versieht, gerät er zwischen alle Fronten und mitten hinein in einen mörderischen Racheplan."

Fazit:
Mir waren bislang sowohl die Autorin, als auch das Buch unbekannt. Aber der Klappentext sprach mich an, klang er doch noch der Mischung meiner beiden Lieblingsgenres.

Historisch ist das Buch auch in jedem Fall, spielt die Handlung doch im 18. Jahrhundert in England und ist sowohl in Sprache als auch in historischem Kontext der Zeit angepaßt. Antonia Hodgson hat hier eine wunderbare Mischung aus historischen Personen und Fiktion geschaffen, die durchaus interessant ist. Im Anhang lässt sich auch für weniger geschichtsbewanderte Leser nachlesen, was nun wahr und was erdacht war.

Nun gut, "historischer Thriller" mag eine etwas irreführende Bezeichnung sein, aber da sich vielfach beim Thriller auf die persönliche Bedrohung der ermittelnden Person berufen wird, kann man nicht sagen, dass sie falsch wäre. Ich erwarte bei einem Thriller einiges mehr an Spannung, sonst müsste man auch Miss Marples und Hercule Poirots Abenteuer als "historische Thriller" bezeichnen.

Davon abgesehen, gelangt man bereits auf den ersten Seiten mitten hinein ins Geschehen. Unser Hauptprotagonist Tom Hawkins verfügt über ein gutes Maß an Galgenhumor - umso mehr, als er selbst bereits Bekanntschaft mit einem Galgen gemacht hat. Noch bevor wir dem Rätsel auch nur annähernd auf die Spur kommen, wird man bereits sehr neugierig auf die vorhergehenden Bücher. Denn auch, dass es sich bei "Das Sündenhaus" um den dritten Teil einer Reihe handelt, wusste ich vorab nicht. Allerdings lässt sich das Buch problemlos ohne Vorkenntnis lesen, hinterher allerdings wird man auch die anderen Bücher lesen wollen.

Denn der Lesefluss ist sehr gut, die Protagonisten sehr bildhaft gezeichnet, kaum eine menschliche Schwäche, die nicht irgendwo vertreten ist. Insgesamt hat man eine sehr interessante Mischung unterschiedlicher Typen, die sich dort auf dem Landsitz des ehemaligen Schatzkanzlers versammelt.
Die Handlung selbst ist sehr interessant und mitreißend, man rätselt mit Tom, wartet aber gleichzeitig auf immer neue Katastrophen. So oder so - von Langeweile kann keine Rede sein. Trotz des mit Tom einhergehenden humorvollen Blickwinkels, ist die Handlung bzw. sind die Hinter- und Beweggründe durchaus ernsthaft und keineswegs leicht abzutun.

"Das Sündenhaus" von Antonia Hodgson ist ein sehr unterhaltsamer Ausflug ins englische Landleben des 18. Jahrhunderts, dessen besonderer Reiz im Gegensatz von Toms Wesen und den ernsthaften Vorkommnissen liegt.
Auch die ersten beiden Bücher der Reihe "Das Teufelsloch" und "Der Galgenvogel" werde ich mit Sicherheit noch lesen.

Antonia Hodgson 
"Das Sündenhaus"
ISBN: 978-3-426-65440-8
erschienen bei Droemer Knaur

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