Bücher

Bücher lesen heißt, wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben über die Sterne.
-
Jean Paul

Donnerstag, 21. September 2017

[Rezension] Andreas Gruber - Todesreigen

Kurzbeschreibung:
"Nachdem eine Reihe von Kollegen auf brutale Art Selbstmord begangen haben, wird Sabine Nehmen - Kommissarin beim BKA - misstrauisch. Sie bittet den vom Dienst suspendierten Profiler Maarten S. Sneijder um Hilfe. Doch der verweigert die Zusammenarbeit, mit der dringenden Warnung, die Finger von dem Fall zu lassen. Dann verschwindet Sabine spurlos, und Sneijder greift selbst ein. Womit er nicht nur einem hasserfüllten Mörder in die Quere kommt, sondern auch einigen mächtigen Männern, die alles tun würden, um die Sünden ihrer Vergangenheit endgültig auszulöschen..."

Fazit:
"Todesreigen" ist der dritte Fall für Maarten S. Sneijder. Für mich allerdings war es die erste Begegnung mit dem skurrilen Ermittler und überhaupt das erste Buch von Andreas Gruber, das ich gelesen habe.

Um es direkt vorweg zu nehmen: Fängt man mit einem vierten Teil an, besteht die Gefahr, dass man hinterher drei Bücher mehr auf der Wunschliste hat. So jedenfalls erging es mir.

Das Buch startet direkt spannend mit einem Geisterfahrer auf der Autobahn, dem sich drei LKW-Fahrer entgegenstellen. Dann wird übergeleitet zu unserer eigentlichen weiblichen Hauptprotagonistin Sabine Nemez. Diese macht von anfang an einen sympathischen und intelligenten Eindruck, der sich im Verlauf der Handlung festigt.

Natürlich war ich neugierig auf den sagenumwobenen Maarten S. Sneijder und die Charakterisierungen seiner Kollegen in den ersten Kapiteln haben dies nur befeuert - dann war er da: mein erster Kontakt mit Herrn Sneijder. Ich bin ihm und seinem schwierigen, besserwisserischen, pedantischen, unsozialen Charakter von Anfang an verfallen!

Doch die Protagonisten sind nicht das einzige, was den Leser in "Todesreigen" beeindruckt: Die Handlung ist spannend und intelligent, unterschiedliche Perspektiven sorgen nicht nur für Abwechslung, sondern auch dafür, dass der Leser weitreichend informiert ist, auch wenn sich oft hinterher herausstellt, dass er doch noch soviel weiß, wie er denkt.
Der Lesefluss ist sehr gut, durch die unterschiedlichen Handlungsstränge kommt keine Langeweile auf und die Spannung steigt im Verlauf noch weiter an, bis es für die Ermittler lebensgefährlich ist.

"Todesreigen" ist ein Thriller, der mich absolut überzeugt, mitgerissen und unterhalten hat. Ich werde die Bekanntschaft mit Maarten S. Sneijder auf jeden Fall vertiefen.

Andreas Gruber
"Todesreigen"
ISBN: 978-3-442-48313-6
erschienen bei Goldmann

[Rezension] Sarah Saxx - Harte Schale, weiches Herz

Kurzbeschreibung:
"Maya Hunter traut ihren Augen nicht, als vier Jahre nach einem unvergesslichen One-Night-Stand der gutaussehende Ryan Hawthorne wieder vor ihr steht. Denn eigentlich hatte sie gedacht, dass sie den Navy SEAL nie wiedersehen würde - schon gar nicht als Praktikant in ihrer Kindergartenklasse.
Doch Ryan ist nicht mehr der Mann von damals. Seine schroffe, abweisende Art verunsichert und verletzt Maya, auch wenn sich ihre Gefühle für ihn nicht ändern wollen. Werden Maya und Ryan zu dem Zauber jener Nacht zurückfinden, oder sind die Schatten, die Ryans Vergangenheit auf die Beziehung werfen, zu undurchdringlich?"

Fazit:
"Harte Schale, weiches Herz" ist nun schon der sechste Band der Greenwater Hill - Reihe von Sarah Saxx. Langsam aber sicher bevölkert sich das Städtchen Greenwater Hill mit unseren Protagonisten. Das erinnert mich immer ein wenig an die "Virgin River" - Reihe von Robyn Carr, wobei der Hintergrund der männlichen Protagonisten hier deutlich facettenreicher ist. Nicht alle sind ehemalige Soldaten, wobei dies im Fall von Ryan, unserem männlichen Hauptprotagonisten tatsächlich zutrifft.

Maya Hunter kennen Leser der Reihe bereits als dauerplappernde, aber dennoch sympathische Schwester vom Cop Dean Hunter. Dass sie nun an der Reihe ist, war nur gerecht, ging sie in den bisherigen Teilen doch immer leer aus.

Die beiden machen es sich nicht leicht, wie könnte es auch anders sein. Ein wenig schwer tat ich mich mit Ryan, also nicht mit ihm, aber mit seiner Berufsorientierung. Von der Handlung her ist es durchaus nachvollziehbar, aber irgendwie hätte ich ihn weiter gern als Navy SEAL gesehen und nicht als Kindergärtner...

Davon abgesehen befinden wir uns aber merklich in einem Sarah Saxx - Roman: gut charakterisierte Protagonisten, ein humorvolle, abwechslungsreiche Handlung, deren Ende viel zu früh kommt. Und ich habe eine leichte Ahnung, wer als nächstes in Greenwater Hill sein Gegenstück findet.

Sarah Saxx
"Harte Schale, weiches Herz"
nähere Information zur Reihe und zur Autorin findet ihr hier

Sonntag, 17. September 2017

[Rezension] John Grisham - Das Original

Kurzbeschreibung:
"In einer spektakulären Aktion werden die handgeschriebenen Manuskripte von F. Scott Fitzgerald gestohlen. Eine Beute, deren Wert gar nicht zu beziffern ist. Das FBI nimmt schon nach kurzer Zeit die ersten Verdächtigen fest. Ein Täter aber bleibt wie vom Erdboden verschluckt, und mit ihm die Manuskripte. Doch endlich gibt es eine heiße Spur. Sie führt nach Florida in die Buchhandlung von Bruce Cable, der seine Hände allerdings in Unschuld wäscht. Und so heuert das Ermittlungsteam eine junge Autorin an, die sich in das Leben des Buchhändlers einschleichen soll..."

Kurzbeschreibung:
Ich habe früher viel von John Grisham gelesen. Seine Art zu erzählen, die plötzlichen Wendungen und der detaillierte Einblick in das amerikanische Gerichtswesen fand ich immer sehr interessant. Und auch Spannung tauchte immer wieder auf.

Nun habe ich schon einige Jahre nichts mehr von diesem Autoren gelesen und fand, "Das Original" sei eine gute Möglichkeit, einmal wieder in John Grishams Welt einzutauchen. Dass das Buch im Schriftsteller- und Buchhandlungsmilieu spielt, sah ich als zusätzlichen Bonus.

Zuerst einmal muss ich sagen, dass der Klappentext auch hier wieder einmal sehr ungenau ist: Die junge Autorin, die angeheuert wird, wird dies nicht vom FBI, wie der Klappentext suggeriert, sondern von einem von der Versicherungsgesellschaft beauftragten Unternehmen.

Der Plot ist interessant und die Handlung kurzweilig. Die Charaktere sind ein Punkt, der dem Autor wieder einmal sehr gelungen ist: Wir haben es hier mit einigen sehr unterschiedlichen, sehr interessanten Personen zu tun, nachvollziehbar und plastisch.

Der Handlungsverlauf allerdings ist....egal, wie lange ich überlege, ich lande immer wieder bei "banal": Die Geschichte ist unterhaltsam, keine Frage, aber sie reißt mich nicht mit. Vergebens wartete ich auf die Wendungen, die unvorhersehbar für mich alles in ein anderes Licht tauchen würden - vergebens. Alles blieb sehr durchsichtig und auch der Schluss reichte nur für ein Schmunzeln. Da bin ich von John Grisham ein ganz anderes Kaliber gewöhnt.

"Das Original" ist eine nette Geschichte, aber wer will das schon?

John Grisham
"Das Original"
ISBN: 978-3-453-27153-1
erschienen bei Heyne

Samstag, 16. September 2017

[Rezension] Gregg Hurwitz - Projekt Orphan

Kurzbeschreibung:
"Evan Smoak ist der "Nowhere Man". Ein geflüsterter Name unter Kriminellen, den manche für einen Spuk halten. Er hilft denen, die keinen Ausweg mehr haben. Dies ist seine Art sich seine Menschlichkeit zu erhalten, nachdem er jahrelang unter dem Decknamen "Orphan X" im geheimen Auftrag der US-Regierung getötet hat. Während er einer Jugendlichen hilft, den Fängen eines Mädchenhändlerrings zu entkommen, wird er überwältigt und entführt. Jetzt muss Evan all sein Können aufbringen, um sich selber zu befreien, bevor es zu spät ist... Denn es gilt weiterhin sein 10. Gebot: Lasse niemals einen Unschuldigen sterben."

Fazit:
Nach "Orphan X" ist "Projekt Orphan" die Fortsetzung der Reihe um Evan Smoak. Man kann der Handlung problemlos folgen, auch wenn man "Orphan X" nicht gelesen hat. Um zu verstehen, warum Evan ist, wie und was er ist, sollte man aber mit dem ersten Teil beginnen.

"Projekt Orphan" beginnt praktisch dort, wo der erste Teil endet, mit seiner Arbeit als "Nowhere Man". Diese wird dann ungewollt durch seine Entführung unterbrochen, wonach es noch zu einigen Entwicklungen kommen wird, die man so nicht vorhergesehen hat.

Der Lesefluss ist sehr gut, die Handlung spannend und mitreißend. Gregg Hurwitz versteht es, den Leser in Evans Welt zu versetzen, sodass man mit ihm zusammen so einiges auszustehen hat. Der Teil der Entführung war mir persönlich etwas zu sehr ausgereizt, das hätte man sicher auch ein wenig straffen können.

Davon abgesehen war es mir ein Vergnügen, Evan einmal mehr zu erleben. Für mich ist die Evan Smoak - Reihe von Gregg Hurwitz einmal mehr der Beweis, dass auch in der heutigen Zeit klassische Agententhriller eine Daseinsberechtigung haben.

Gregg Hurwitz
"Projekt Orphan"
erschienen bei Hapercollins

[Rezension] Petra Schier - Auf den Wellen des Glücks [ebook]

Kurzbeschreibung:
"Eine Pause von der Männerwelt, das hat Silvana sich vorgenommen. Zu viele Risse hat ihr Herz schon bekommen, wenn wieder einmal eine Liebe zerbrach. Seit zwei Jahren ist sie jetzt schon Single und zur Belohnung beschließt sie, eine Kreuzfahrt in die Karibik zu machen. Doch dann begegnet Silvana auf dem Schiff dem umwerfenden Marcos Costales und plötzlich geraten all ihre guten Vorsätze mächtig ins Wanken. Könnte dieser Mann wirklich ihre große Liebe sein?"

Fazit:
"Auf den Wellen des Glücks" ist ein Spin-Off von "Körbchen mit Meerblick", welches mir ausnehmend gut gefallen hatte. Es ist vollkommen eigenständig und kann unabhängig von "Körbchen mit Meerblick" gelesen werden.

Im Mittelpunkt dieses Kurzromans steht Silvana, die sich in ihrem bisherigen Leben immer etwas halt- und planlos verhalten hat, was gerade ihrer erwachsenen Tochter ein Dorn im Auge ist, wodurch die beiden sich auch etwas entfremdet haben.

Ursache sind die immer wieder wechselnden Beziehungen zu Männern, die nie halten, was sie versprechen und ohne die Silvana nicht auskam. Nun hat sie sich selbst eine Enthaltungsphase auferlegt und gönnt sich eine Kreuzfahrt - dort lernt sie natürlich einen Mann kennen...

Der Schreibstil ist locker leicht, unsere Hauptprotagonistin durchaus sympathisch, allerdings bleibt die Charakterisierung immer etwas zu sehr an der Oberfläche. Das bin ich von der Autorin eigentlich nicht gewohnt. Dies bezieht sich nicht nur auf Silvana, sondern auch auf unsere männliche Hauptperson. Während Silvana durchaus ein Mensch mit Ecken, Kanten und Fehlern ist, haben wir es bei ihrem männlichen Gegenpart mit dem Märchenprinzen schlechthin zu tun: gutaussehend, vermögend und dann noch jemand, der immer das richtige sagt und tut. Das hat ihn für mich als Person leider zu unrealistisch gemacht.

Der Lesefluss ist durchaus gut, die Geschichte mir persönlich aber insgesamt zu oberflächlich.

Petra Schier
"Auf den Wellen des Glücks"
erschienen bei mtb

Dienstag, 5. September 2017

[Rezension] Veit Etzold - Tränenbringer

Kurzbeschreibung:
"Ihr fünfter Fall bringt Clara Vidalis, Hauptkommissarin und Expertin für Pathopsychologie am LKA Berlin, an ihre persönlichen Grenzen: Ein Serienkiller entführt 18-jährige Mädchen und lässt den Eltern die Leichenteile zukommen. Während Berlin vor Angst zittert, kommt es gleichzeitig zu bizarren Morden im Prostituierten-Milieu. Was ist das Motiv dieses brutalen und unergründlichen Killers? Oder haben es Clara und ihr Team mit mehreren Mördern zu tun?"

Fazit:
"Tränenbringer" ist der fünfte Teil der Reihe um Clara Vidalis. Aufgrund der fortlaufenden persönlichen Komponente ist es sicher sinnvoll, die Reihe von Anfang an zu lesen, da die einzelnen Fälle aber in sich geschlossen sind, kann man diesen auch ohne Vorkenntnisse folgen.

Der Lesefluss ist sehr gut: Es geht direkt von Anfang an in medias res, regelmäßige Perspektivenwechsel sorgen dafür, dass Langweile gar nicht aufkommen kann und Spannung und Neugier beim Leser durchgehend bestehen bleiben.

Für Zartbesaitete ist "Tränenbringer" sicher nicht die richtige Lektüre, allerdings ist man dies von Veit Etzold ja auch gewohnt. Sehr plastisch werden die Zustände der jeweiligen Opfer dargestellt, allerdings immer so, dass man es keinesfalls mit einem reinen Splatterroman verwechseln kann.

Die Handlung ist gut aufgebaut, es gibt regelmäßig Wendungen, mit denen der Leser so wohl nicht gerechnet hat und auch wenn man einiges über die Psyche von Serienmördern und die Abläufe von polizeilichen Ermittlungen erfährt, hat dies nichts Belehrendes.

Die Charaktere sind dem Leser zwar im Großen und Ganzen bereits bekannt, aber der Autor schafft es, dem immer noch etwas hinzuzufügen, was man noch nicht wusste und auch unser Täter ist sehr vielschichtig angelegt.
Als Fan von MacDeath habe ich mich gefreut, dass er auch hier wieder eine größere Rolle spielt und man auch über ihn wieder etwas mehr erfährt.

"Tränenbringer" ist nicht nur ein würdiger Nachfolger der bisherigen Teile der Reihe, er ist auch ein spannender, mitreißender und fordernder Thriller - ich hätte direkt mit einem Nachfolger weiterlesen können!

Veit Etzold
"Tränenbringer"
ISBN: 978-3-426-52069-7
erschienen bei Droemer Knaur

[Rezension] Cecelia Ahern - So klingt dein Herz

Kurzbeschreibung:
"Die junge Laura lebt im Verborgenen im Westen Irlands. Niemand weiß, dass es sie gibt. Und dass sie eine besondere Fähigkeit hat, die Welt zum Klingen zu bringen. Als der Toningenieur Solomon im Wald auf Laura trifft, fühlt er sich sofort magisch von ihr angezogen. Doch auch Solomons Lebensgefährtin, die Regisseurin Bo, ist fasziniert: Sie möchte einen Film über die geheimnisvolle Laura drehen. Über Nacht findet sich Laura in unserer lauten, modernen Welt wieder. Kann ihre Gabe ihr dabei helfen, das Glück zu finden - und die Liebe?"

Fazit:
Ich habe damals mit Begeisterung die ersten Bücher von Cecelia Ahern gelesen - kein Wunder, ist "P.S. Ich liebe dich" doch noch immer eines der schönsten Bücher, die ich je gelesen habe. Jetzt habe ich seit einigen Jahren nichts mehr von ihr gelesen, und da der Klappentext interessant klang, habe ich mich aufgemacht nach Irland.

Das Buch ist ein bißchen zweigeteilt: Der erste Teil hat etwas Märchenhaftes, Verzaubertes. Wie Solomon und sein Team in der Einsamkeit einer weiten Farm auf Laura treffen, die mehr ein Elf als ein Mensch zu sein scheint und später dann die harte Realität in der Großstadt. Und wo könnte man mehr über die wahren Beweggründe und Fallstricke der Menschen lernen als in einer Castingshow? Von daher finde ich diesen Schachzug von Cecelia Ahern sehr gelungen, wobei ich mir aber vorstellen kann, dass das einigen Lesern anders geht.

Der Lesefluss ist gut, die Handlung unterhaltsam und abwechslungsreich. Die Charaktere sind sehr unterschiedlich und vielschichtig angelegt und gerade Sol und Laura wachsen dem Lesern immer mehr ans Herz. Ein wenig kürzer hätten die Ausführungen über Solomons und Lauras Gefühlswelt in Bezug auf einander sein können - dass beide ihr Herz an den jeweils anderen verloren haben, ist dem Leser schon sehr früh klar, da hätte es nicht dauernder Wiederholungen bedurft. Allerdings ist das auch so ziemlich der einzige Kritikpunkt, den ich habe.

"So klingt dein Herz" ist ein typischer Cecelia Ahern - Roman: etwas fürs Herz mit Tiefgang, zusammen mit einem Hauch "nicht von dieser Welt".

Cecelia Ahern
"So klingt dein Herz"
ISBN: 978-3-8105-3027-1
erschienen bei FISCHER Krüger

Donnerstag, 24. August 2017

[Auslosung] Astrid Fritz - Die Räuberbraut

Auslosung


So, ihr Lieben! Ich möchte es gar nicht unnötig spannend machen, sondern mich nur kurz bei allen für ihre Teilnahme bedanken.

Ausgelost hat der Zufallsgenerator und gewonnen hat:

Unser Gewinner heißt also:
Old Folkie bzw. seine Mutter ;-)

Schick mir doch bitte deine Adresse zeitnah, sodass ich das Buch auf Reisen schicken kann!

Dienstag, 22. August 2017

[Rezension] Meredith Winter - Blutpsalm

Kurzbeschreibung:
"Sommerburg - eine verschlafene 800 Seelengemeinde, irgendwo im Norden Deutschlands. Ein Dorf, dessen Bewohner so akkurat und tadellos wie aus einer Reklame zu sein scheinen. Bis zu dem Tag, an dem eine brutale Mordserie den Ort erschüttert und Jonathan, der junge Pastor, sich in eine Prostituierte verliebt. Während die männlichen Bewohner nach und nach tot mit einem Fleischermesser in der Brust aufgefunden werden, zeigen die Einwohner allmählich ihr wahres Gesicht. Und auch Jonathan muss vor seiner Gemeinde zugeben, dass er bei Weitem nicht so fromm ist, wie alle bisher geglaubt haben..."

Fazit:
"Blutpsalm" von Meredith Winter ist ein Liebeskrimi. Entsprechend bin ich nicht von nervenzerfetzender Spannung ausgegangen, sondern wollte gut unterhalten werden.

Bei meiner Meinung zum Buch muss ich zwischen Handlung und Protagonisten auf der einen und der Umsetzung des Ganzen auf der anderen Seite differenzieren.

Die Charaktere unserer beiden Hauptpersonen Jonathan und Marlene sind sympathisch, mit menschlichen Fehlern und Schwächen, wenn auch mitunter beide etwas naiv. Schön herausgearbeitet ist auch die sprichwörtliche Dorfmentalität der Voreingenommenheit und Vorverurteilung. Die Handlung ist unterhaltsam mit wechselnder Perspektive, wodurch keine Langeweile aufkommt. Die Identität des Mörders kommt leider recht früh heraus, da hätte ich lieber ein wenig länger gerätselt und einige der ausführlichen Szenen der trauten Zweisamkeit zwischen Marlene und Jonathan hätte man auch ruhig kürzer halten können. Aber insgesamt hat man mit den beiden so unterschiedlichen Verliebten eine abwechslungsreiche Zeit.

Allerdings würde dem Buch ein Überarbeitung in anderen Bereichen durchaus gut tun: Für ein lektoriertes Buch enthält es einfach viel zu viele grammatikalische Fehler. Einige Formulierungen sind unglücklich gewählt, alles Dinge, die ein versierter Lektor mit Sicherheit behoben hätte.

Das finde ich wirklich sehr schade, weil dies zu Lasten eines guten Plots geht und ein Buch hindert, das Potential zu entfalten, das darin steckt.

Meredith Winter
"Blutpsalm"
ISBN: 978-3-981-87221-7
erschienen im Sommerburg Verlag

Montag, 21. August 2017

[Rezension] Chris Carter - Death Call - Er bringt den Tod

Kurzbeschreibung:
"Tanya Kaitlin bekommt einen Videoanruf von ihrer besten Freundin. Was sie sieht, ist ein Alptraum: ihre Freundin ist gefesselt und geknebelt. Um sie zu retten, muss Tanya zwei Fragen richtig beantworten. Doch sie scheitert. Und ihre Freundin wird vor ihren Augen brutal ermordet.

Profiler Robert Hunter und sein Partner Garcia suchen einen Serienmörder, der seinen Opfern in den sozialen Medien auflauert. Er studiert ihre Fehler und nutzt sie für sein perfides Spiel. Und das hat gerade erst begonnen..."

Fazit:
"Death Call - Er bringt den Tod" ist bereits der achte Teil um den Profiler Robert Hunter. Für Fans der Reihe natürlich ein absolutes "must read", so auch für mich.

Natürlich ist es immer schöner, eine Reihe von Beginn an zu lesen, aber da es in "Death Call - Er bringt den Tod" keine private Komponente gibt, die auf Vergangenem basiert und die Fälle in jedem Buch abgeschlossen sind, kann man "Death Call - Er bringt den Tod" auch problemlos ohne Vorkenntnis der anderen Bände lesen.

Meine Erwartungen an die Bücher von Chris Carter sind jedes Mal hoch und so steigt auch mit jedem Band, der erscheint, die Angst, dass die Erwartungen irgendwann nicht mehr erfüllt werden. Ist es doch häufig so, dass Spannung und Faszination mit weiterem Fortschreiten einer Reihe abnehmen. In diesem Fall kann man aber beruhigt zum Buch greifen: Chris Carter liefert, was der Leser erwartet.

Wie immer ist der Lesefluss sehr gut, die kurzen Kapitel und regelmäßigen Perspektivenwechsel sorgen für Abwechslung und halten Neugier und Spannung der einzelnen Handlungsstränge wach. Wie jedes seiner Bücher möchte man es vor der letzten Seite eigentlich nicht mehr aus der Hand legen.

Außerdem schafft es der Autor, dass ich von der Identität des Mörders überrascht bin und Motivation und Handlung auch im Nachhinein noch schlüssig sind - das vermisse ich mittlerweile leider bei vielen Thrillern.

Mit "Death Call - Er bringt den Tod" hat Chris Carter einmal mehr bewiesen, dass er den Leser fesseln und mitreißen kann und ich freue mich schon jetzt auf ein Wiederlesen mit Robert und Carlos.

Chris Carter
"Death Call - Er bringt den Tod"
ISBN: 978-3-548-28952-6
erschienen bei Ullstein

Sonntag, 20. August 2017

[Rezension] R. K. Lilley - Love is War - Sehnsucht

Kurzbeschreibung:
"Wenige Wochen sind vergangen, seit Dante zum zweiten Mal Scarletts Herz gebrochen hat. Scarlett ist fest entschlossen, endlich von Dante loszukommen und ihn ein für alle Mal zu vergessen, als sich sein Halbbruder Bastian bei ihr meldet. Bastian hat Neuigkeiten, die alles verändern und die Ereignisse der letzten fünf Jahre in einem völlig anderen Licht erscheinen lassen. Können Scarlett und Dante am Ende doch noch gemeinsam glücklich werden?"

Fazit:
"Love is War - Sehnsucht" ist der zweite Teil um R. K. Lilleys Prota-Paar Dante und Scarlett.
Um zu verstehen, wo die beiden sich befinden und warum sie so zueinander stehen, wie sie es tun, ist es unerlässlich, mit dem ersten Teil "Love is War - Verlangen" zu starten.

Denn im zweiten Teil startet der Leser praktisch dort, wo der erste Teil endet. Durch den Cliffhanger am Ende des ersten Buches meint man, breits zu wissen, was der Hintergrund von allem ist, aber ich kann euch sagen, dass man sich nicht im geringsten ausmalen kann, was noch alles zutage treten wird!

Da man die Protagonisten bereits kennt, kann man sich natürlich gut in sie hineinfühlen. Wurde am Anfang der Reihe noch suggeriert, dass Dante der Böse und Scarlett sein Opfer ist, weiß man es mittlerweile besser.

Der Lesefluss ist sehr gut. lediglich im Mittelteil wurde es mir zeitweise ein wenig zu gefühlsduselig und langatmig - ich wollte wissen, was genau passiert war und nicht zum tausendsten Mal lesen, wie sehr die beiden sich lieben...
Davon abgesehen, rauscht man durch das Buch, da eine Enthüllung die letzte ablöst.

Ich habe beim Lesen der Bücher mit Scarlett, aber auch mit Dante, gelebt, geliebt, gelitten und geflucht, wurde sehr gut unterhalten und habe seufzend von den beiden Abschied genommen.

R. K. Lilley
"Love is War - Sehnsucht"
ISBN: 978-3-453-58056-5
erschienen bei Heyne

[Buchverlosung] Astrid Fritz - Die Räuberbraut

Buchverlosung!!


Nachdem ich euch hier bereits meine Meinung zu Astrid Fritz' neuem Buch "Die Räuberbraut" mitgeteilt habe, hab ihr jetzt die Chance, eine nagelneue Hardcover-Ausgabe zu gewinnen!


Dieses Buch wurde mir vom Wunderlich Verlag zur Verfügung gestellt, bei dem ich mich recht herzlich bedanken möchte.

Was ihr dafür tun müsst?
Ganz einfach: Schreibt mir in den Kommentaren, warum ihr das Buch gern lesen wollt!


Die Verlosung geht bis Mittwoch, 23. August 2017, 18 Uhr.
Die Auslosung erfolgt anschließend nach dem Zufallsprinzip.


Natürlich noch das Kleingedruckte: 
- ihr müsst meinem Blog nicht folgen, auch nicht meiner Facebookseite, obwohl mich das natürlich freuen würde
- es wird eine Ausgabe des o. g. Buches verlost, eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich.
- ich versende innerhalb von Deutschland. Solltet ihr im Gewinnfall bereit sein, das zusätzliche Porto zu tragen, könnt ihr auch gern aus dem Ausland teilnehmen.
- ich übernehme keinerlei Gewähr

Dienstag, 15. August 2017

[Rezension] Astrid Fritz - Die Räuberbraut

Kurzbeschreibung:
"Um 1800: Die achtzehnjährige Juliana zieht mit ihrem Vater und ihren Schwestern durch den Hunsrück. Eines Tages lernt sie den berühmtesten Räuberhauptmann der Gegend kennen. Der "Schinderhannes" umwirbt sie, liebt sie, nennt sie seine kleine Prinzessin und ist ihr sogar fast treu. Fortan streift sie mit ihm durch die Lande, bald heiraten sie. Doch kann das Glück an der Seite eines Räubers lange währen?"

Fazit:
"Die Räuberbraut" ist das erste Buch von Astrid Fritz, das ich gelesen habe.

Ich hatte anfangs etwas Gewöhnungsbedarf in Hinblick auf die Sprache. Als ich überlegt habe, woran das liegen mag, immerhin habe ich schon viele historische Romane gelesen, fiel mir auf, dass diese zumeist in den höheren Schichten, zumindest im Bürgertum, gespielt haben.

Die Charaktere in "Die Räuberbraut" allerdings sind nahezu alle dem niederen Stand entliehen und diese drücken sich natürlich nicht so gewählt aus. Aber diese kleine Irritation gab sich bald.

Der Lesefluss ist sehr gut, die Handlung abwechslungsreich und unterhaltsam. Langweilig ist Julianas Leben an der Seite von Hannes beileibe nicht und so fliegen die Seiten dahin. Das letzte Drittel dann ist sehr emotional und geht unter die Haut, sodass man in Gedanken auch nach dem Lesen des Buches immer wieder zu Juliana und Hannes zurückkehrt.

Gut gefallen haben mir auch die gut recherchierten historischen Hintergründe und Begebenheiten, zumal ich bisher kein Buch gelesen hatte, das zu dieser Zeit im zerrissenen Deutschland spielt, mit ständig ändernden Besetzern und Grenzen.

"Die Räuberbraut" hat mich gut unterhalten und war mit Sicherheit nicht das letzte Buch der Autorin, das ich gelesen habe.

Astrid Fritz
"Die Räuberbraut"
ISBN: 978-3-8052-0293-0
erschienen im Wunderlich Verlag

Sonntag, 13. August 2017

[Rezension] Ethan Cross - Spectrum

Kurzbeschreibung:
"August Burke ist anders. Irgendwie seltsam, geradezu wunderlich. Doch Burke ist auch ein Genie: Er erkennt Zusammenhänge, die allen anderen verborgen bleiben. Als es in einer Bank zur Geiselnahme kommt, wendet das FBI sich an ihn. Denn die Täter verhalten sich extrem ungewöhnlich und verschwinden schließlich sogar unbemerkt aus dem umstellten Gebäude. Mit Burkes Hilfe entdeckt das FBI den Zugang zu einem Geheimlabor unter der Bank - das eigentliche Ziel des Überfalls. Was haben die Räuber dort gesucht? Und haben sie es gefunden? Zusammen mit Special Agent Carter folgt Burke ihrer Spur - und bekommt es mit einem Feind zu tun, der bereit ist, tausende Menschenleben zu opfern."

Fazit:
Natürlich ist mir der Autor ein Begriff. Wer hat noch nicht von seiner "Ich bin..."-Reihe gehört? Ich weiß von vielen Lesern, denen diese Reihe sehr gut gefallen hat. Allerdings habe ich diese Reihe bisher nicht gelesen. Bei "Spectrum" hat mich aber der Umstand gereizt, dass August Burke, der Berater des FBI, Autist ist. Das fand ich im Zusammenhang mit den Ermittlungen extrem interessant und wurde auch nicht enttäuscht.

Generell gibt es eigentlich nichts, worüber ich mich beklagen könnte: Auch wenn der Klappentext etwas anderes suggeriert, haben wir es nicht allein mit Burke als charismatischem Charakter zu tun. Ethan Cross vereint davon einige in seiner Handlung und das auf beiden Seiten. Ich lege viel Wert auf die Charaktere eines Buches und sehe dann auch schonmal über Schwachstellen in der Handlung hinweg. Aber auch das ist bei "Spectrum" überhaupt nicht notwendig! Denn die Handlung ist nicht nur durchweg interessant und spannend, der Autor hat es sogar geschafft, mich mit seinen Winkelzügen zu überraschen, was leider selten gelingt und was ich dann umso mehr zu schätzen weiß.

Keine Frage, dass ich mich schon jetzt auf die Fortsetzung der Reihe freue und in der Zwischenzeit mit Sicherheit auch die "Ich bin..."-Reihe lesen werde!

Ethan Cross
"Spectrum"
ISBN: 978-3-404-17555-0
erschienen bei Bastei Lübbe

[Rezension] Kate Morton - Das Seehaus

Kurzbeschreibung:
"Cornwall 1933: Alice Edevane fiebert dem prachtvollen Mittsommernachtsfest ihrer Familie entgegen. Nicht ahnend, dass in dieser Nacht ein Kind verschwinden und ihre Welt zusammenbrechen wird.

Siebzig Jahre später stößt die Polizistin Sadie auf ein verfallenes Haus am See. Erst jetzt kommt ans Licht, was in jener Nacht wirklich geschah..."

Fazit:
Natürlich hatte ich schon von Kate Morton gehört, wie auch nicht? Die Autorin dürfte jedem Romanleser ein Begriff sein. Allerdings hatte ich bisher noch nicht die Gelegenheit, eines ihrer Bücher zu lesen. Da mir der Klappentext von "Das Seehaus" gut gefiel, machte ich mich auf nach Cornwall.

Die Geschichte wird in zwei Zeitsträngen erzählt, einmal in der Vergangenheit, vor allem aus Alices Sicht und einmal Anfang des 21. Jhd aus der Sicht von Sadie, allerdings nicht ausschließlich.

Der Schreibstil ist sehr angenehm, wodurch der Lesefluss durchweg gut ist. Die Charakterisierungen der Protagonisten gehen mit dem Fortschreiten des Geschehens immer weiter in die Tiefe, sodass der Leser parallel immer mehr von den Personen und gleichzeitig von der Handlung erfährt. Durch die Cliffhanger beim Perspektivenwechsel bleibt die Neugier erhalten und Rätsel gibt es einige. Denn nicht nur Alice verbirgt etwas über die Jahrzehnte, auch Sadie ist nicht ohne mentales Gepäck.

Ein wenig zu durchsichtig fand ich mit der Zeit das Rätsel über das Verschwinden des Jungen, denn was tatsächlich geschah, ließ sich schon mehr als erahnen, bevor die Sprache darauf kam. Dennoch hatte man zu dem Zeitpunkt bereits eine so enge Beziehung zu den handelnden Personen, dass man ihre geschriebene Gegenwart nicht missen mochte.

Insgesamt hat mir "Das Seehaus" von Kate Morton sowohl in Bezug auf die Handlung, als auch auf die Charaktere, gut gefallen. Ein wenig vermisst habe ich dieses Quentchen Besonderes, das dafür gesorgt hätte, dass mir das Buch immer in Erinnerung geblieben wäre.

Kate Morton
"Das Seehaus"
ISBN: 978-3-453-35946-9
erschienen im Diana Verlag

[Auslosung] Tom Glasauer - Das Geheimnis des Seelenspiegels

Auslosung

Wie das so ist, der Mensch plant und das Leben schießt dazwischen. Deshalb die Auslosung unseres Gewinnspiels für Tom Glasauers "Das Geheimnis des Seelenspiegels" etwas später als geplant.

Dafür wurde es exklusiv von unserem heutigen familieneigenen Geburtstagskind ausgelost, das ist doch auch was ;-)

Aber jetzt möchte ich euch nicht länger auf die Folter spannen, das Buch gewonnen hat

Vanessa Adolf

Ich bedanke mich herzlich für eure Teilnahme und für die Freunde des historischen Romans kann ich direkt anfügen, dass es in den nächsten Tagen ein weiteres Gewinnspiel geben wird!!

Donnerstag, 3. August 2017

[Buchverlosung] Tom Glasauer - Das Geheimnis des Seelenspiegels


Vor Kurzem habe ich euch das Buch "Das Geheimnis des Seelenspiegels" von Tom Glasauer vorgestellt. Wer meine Meinung zu dem Buch noch nicht gelesen hat, kann dies hier nachholen.

Nachdem ich Mansaar bereits auf seiner Reise begleiten durfte, seid IHR dran: 

Ihr könnt eine niegelnagelneue gebundene Ausgabe von "Das Geheimnis des Seelenspiegels" gewinnen.

Um im Lostopf zu landen, müsst ihr lediglich eine Frage in den Kommentaren beantworten:

 Was tut ihr, um einmal vom Alltag abzuschalten (außer lesen natürlich ;-) )

Die Verlosung geht bis Sonntag, 06.08.2017 um 12 Uhr.
Bis dahin habt ihr die Möglichkeit, in den Lostopf zu hüpfen. Im Verlauf des Nachmittags werde ich dann auslosen.

Das Kleingedruckte:
- ihr müsst meinem Blog nicht folgen, auch nicht meiner Facebookseite, freuen würde es mich aber natürlich.
- es wird eine Ausgabe des o. g. Buches verlost, eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich.
- ich versende innerhalb von Deutschland. Solltet ihr im Gewinnfall bereit sein, das zusätzlich Porto ins Ausland zu tragen, könnt ihr auch von außerhalb Deutschlands teilnehmen
- ich übernehme natürlich keinerlei Gewähr

Sonntag, 30. Juli 2017

[Rezension] Jan Kilman - Heldenflucht

Kurzbeschreibung:
"1918 - Deutschland nach dem großen Krieg... Das Land wird von Hungersnöten geplagt, die Daheimgebliebenen warten sehnsüchtig auf die Kriegsrückkehrer. In dieser düsteren Zeit begibt sich die Kriegsberichterstatterin Agnes Papen in die Eifel, in ihr Heimatdorf, das von den Wunden des Krieges heimgesucht wird, wie sich bald zeigt. Als die Bewohner einen stummen französischen Soldaten stellen, kommt eine Spirale der Gewalt in Gang. Menschen verschwinden spurlos, und in den Wäldern wird eine Leiche gefunden. Agnes beschließt, sich auf die Suche nach der Wahrheit zu machen..."

Fazit:
"Heldenflucht" ist der erste historische Roman aus der Feder des Autoren. Da er bisher Krimis und Thriller der Gegenwart geschrieben hat, hat er das Pseudonym gewählt, um seine Leserschaft nicht zu verwirren. Ich habe mich gefragt, ob es meine Meinung zum Buch beeinflusst hat, dass ich das weiß, aber ich bin mir sicher, dass meine Wahrnehmung ansonsten ebenso gewesen wäre.

Als erstes möchte ich festhalten, dass nach dem Lesen des Buches einmal mehr deutlich wird, dass man Klappentexten nicht immer trauen darf. Zuerst einmal ist das Dorf des Geschehens nicht Agnes' Heimatdorf, sie hat in ihrer Kindheit dort oft die Ferien bei ihrem Onkel verbracht. Weniger spitzfindig ist die Feststellung, dass Agnes sich mitnichten auf die "Suche nach der Wahrheit" macht. Dies impliziert, dass wir es hier mit einer Miss Marple oder einer Agatha Raisin zu tun bekommen. Richtig ist aber, dass sich Agnes ganz gegen Ende des Buches auf den Weg zu einem Bekannten macht, weil ihr etwas Ungereimtes aufgefallen ist. Weder sucht sie nach verschwundenen Personen, noch versucht sie, die Identität von Leichen zu klären...

Aber weg vom Klappentext, hin zum eigentlich Buch: Ich ziehe meinen Hut vor der Rechercheleistung des Autors! Denn dass er viel Zeit, Sorgfalt und Mühe auf die zeitliche und inhaltliche Authentizität verwandt hat, wird im ganzen Buch deutlich.

Allerdings führt wohl auch genau dieser Wille zur Authentizität dazu, dass es ins Übertriebene abdriftet. Nicht die immer wieder eingestreuten Briefe der Kriegsteilnehmer des Dorfes, die in den einzelnen Schlachten gefallen sind - diese erzeugen eine Menge Atmosphäre. Aber dass die Handvoll Rückkehrer derart viele ausgeprägte Kriegstraumata auf sich vereint, war nicht wirklich glaubwürdig.

Der eigentlichen Handlung um Agnes, Herrmann und den anderen fehlte es mitunter an Drive. Nicht, dass es langweilig wurde, aber man hatte in weiten Teilen den Eindruck, ein wenig auf der Stelle zu treten. Die einzelnen Handlungsstränge wirkten mitunter als nebeneinander laufend, statt zusammen, mir fehlte eine gewisse Homogenität, ein Zusammenspiel.

Auf den letzten 50 Seiten kommt dann der Thrillerautor durch, es geht hoch her im beschaulichen Dörfchen, mit greifbarer Spannung und Gänsehaut.

Insgesamt kann der Autor auch im historischen Bereich bestehen, es ist allerdings noch Luft nach oben.

Jan Kilman
"Heldenflucht"
ISBN: 978-3-453-43837-8
erschienen bei Heyne

[Rezension] Tom Glasauer - Das Geheimnis des Seelenspiegels

Kurzbeschreibung:
"Vor langer Zeit in einem fernen Land: Der junge Händler Mansaar hat alles, was man sich nur wünschen kann - ein gut gehendes Geschäft, eine schöne Frau und zwei wohlgeratene Kinder. Dennoch fühlt er sich schlecht. Er kann sich nur mit Mühe auf seine Arbeit konzentrieren, verliert zunehmend die Lust am Leben, fällt seinen Liebsten zur Last und ist bald der Verzweiflung nahe. Auch die angesehensten Ärzte seiner Stadt können ihm nicht weiterhelfen. Allein der geheimnisvolle Seelenspiegel scheint Heilung zu versprechen, doch die Suche danach ist lang und beschwerlich. Mansaar begibt sich auf eine Reise ins Ungewisse..."

Fazit:
Schon das Cover des Buches versetzt den Leser in die Welt aus 1001 Nacht. Dazu passen sowohl der Schreibstil als auch die Geschichte.

Und eben diese kann der Leser nutzen, wie er es möchte: Entweder einfach als wunderschön geschriebenes Märchen, in dem sich der Händler Mansaar auf den Weg nach dem Seelenspiegel macht und zu überraschenden Erkenntnissen gelangt. Oder aber als Anlass, auch über das eigene Leben nachzudenken, über die Hektik des Alltags und das Zukurzkommen des eigenen Selbst.

Aber die Entscheidung, was und wie man "Das Geheimnis des Seelenspiegels" sehen möchte, liegt allein beim Leser. Denn der Autor hält keine Vorträge mit erhobenem Zeigefinger, sondern zeigt anhand von Mansaar, was sein kann.

Der Schreibstil ist auf die märchenhafte Kulisse und die 1001 Nacht - Assoziation abgestimmt, der Lesefluss sehr gut, weil man tief in den Orient eintaucht. Man merkt in jedem Satz, dass Tom Glasauer genau weiß, worüber er schreibt, dies aber gleichzeitig so verpackt, dass keinerlei Ratgebermentalität aufkommt.

Eine Geschichte, die auch dem Leser den Spiegel vorhält, wunderbar eingängig geschrieben und zum Mitreisen einladend.

Haltet die Augen auf, in Kürze könnt ihr eine Ausgabe von "Das Geheimnis des Seelenspiegels" an dieser Stelle gewinnen!

Tom Glasauer
"Das Geheimnis des Seelenspiegels"
ISBN: 978-3-7787-7525-7
erschienen im Ansata Verlag

Samstag, 29. Juli 2017

[Rezension] Uwe Wilhelm - Die 7 Farben des Blutes

Kurzbeschreibung:
"Drei Morde in drei Monaten. Drei Frauen. Drei Verkündungen, in denen der Mörder von sieben "Heilungen" erzählt. Die Berliner Polizei steht unter Druck. Doch dann ist die Serie mit einem Mal beendet und gerät in Vergessenheit. Nur Staatsanwältin Helena Faber ist davon überzeugt, dass dies erst der Anfang war. Als ein Jahr später eine vierte Frau brutal ermordet wird, macht Helena Jagd auf den, der sich selbst Dionysos nennt. Es ist der Beginn eines Rennens gegen die Zeit, aber auch eines Kampfes ums Überleben, denn Helena ist ins Visier des Täters geraten. Und Dionysos wird nicht aufgeben, solange sie nicht "geheilt" wurde..."

Fazit:
Der Anfang des Buches war vielversprechend: ein grausiger Mord, ein psychopathischer Mörder, eine sympathische Staatsanwältin mit nachvollziehbarem Backround (geschieden, Mutter zweier Töchter) begibt sich auf die Spur des Mörders.

Leider ging es danach deutlich bergab: Bereits im ersten Drittel des Buches lag auf der Hand, wer der Mörder ist. Meine Hoffnung, dass ich mich auf dem Holzweg befinden könnte, wurde dann auch zunichte gemacht, als deutlich zutage trat, wer für die Morde verantwortlich ist und das gut 200 Seiten vor dem Ende des Buches! Gut, es gab dann noch den ein oder anderen Hintergrund, was das Ganze aber immer mehr ins Unglaubwürdige abdriften ließ, da einfach zuviel aufeinander kam. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir einen Psychopathen haben, das ausgewählte Opfer dann auch noch eine Amnesie bekommt und alles vergisst, was sie bereits darüber weiß und dazu noch ein hochrangiger Staatsdiener, der in Verbindung mit dem Opfer steht, für perverse Hintergründe verantwortlich ist? Wenigstens auf eine gute Erklärung bezüglich der "7 Farbens des Blutes" hatte ich gehofft. Leider wurde ich auch diesbezüglich enttäuscht. Es gab eine Erklärung, aber glücklich gemacht hat diese mich nicht.

All dies hat mein Lesevergnügen durchaus beeinträchtigt. Doch um dem Ganzen die Krone aufzusetzen gibt es nach einem logischen Abschluss der Geschichte einen Epilog, der dazu führt, dass man ein offenes Ende vorgesetzt bekommt... Gut, daraus lässt sich schließen, dass es wohl ein weiteres Buch mit der Staatsanwältin Helena Faber geben wird. Lesen muss ich das dann allerdings nicht mehr.

Wobei nicht alles schlecht an "Die 7 Farben des Blutes" ist. Der Schreibstil ist nüchtern und sachlich, ohne kalt zu wirken. Die Charaktere, von Antagonisten einmal abgesehen, sind vielschichtig und menschlich nachvollziehbar und der Lesefluss daraus resultierend durchaus gut. Dies kann aber die inhaltlichen Schwächen nicht ausgleichen.

Uwe Wilhelm
"Die 7 Farben des Blutes"
ISBN: 978-3-7341-0344-5
erschienen bei Blanvalet

Donnerstag, 27. Juli 2017

[Rezension] Nacho Figueras - Die Wellington Saga - Verführung

Kurzbeschreibung:
"Sebastian ist in Wellington als Playboy der Familie Del Campo bekannt. Die Frauenwelt liegt ihm zu Füßen, und regelmäßig stürzt er sich in leidenschaftliche, unverbindliche Affären. Das Ansehen seiner prominenten Familie und die Gefühle anderer sind ihm egal, und er genießt stattdessen sein freies Leben in vollen Zügen. Bis er die faszinierende Regisseurin Katherine kennenlernt, die ihn mit ihrem Temperament auf eine Weise anzieht, die Sebastian bisher nicht kannte..."

Fazit:
"Verführung" ist der zweite Teil der "Wellington"-Saga. Nachdem es im ersten Teil um den ältesten Bruder Alejandro ging, steht nun Sebstian im Mittelpunkt. Dass er ein Playboy und Lebemann ist, hat man bereits im ersten Band deutlich gemerkt. Allerdings muss man das erste Buch nicht gelesen haben, um "Verführung" verstehen zu können.

In "Verführung" wird wieder einmal deutlich, dass Nacho Figueras und seine Co-Autorin Jessica Whitman ein Händchen für Frauencharaktere haben: Nachdem auch im ersten Band eine Frau die starke Rolle innehatte und dies ebenfalls auf die Mutter Del Campo zutrifft, begegnet uns mit Katherine auch hier ein charismatischer, einnehmender, starker Frauencharakter.

Sebastian unterscheidet sich in vielem von seinem ernsten, verantwortungsvollen großen Bruder Alejandro. Entsprechend kommt der Familie Del Campo im Buch auch eher eine Nebenrolle zu, nachdem sie im ersten Band immer involviert war.

Der Lesefluss ist sehr gut und die Metamorphose die unser sympathischer Playboy im Verlauf der Handlung macht, trägt dazu sicher bei.
Natürlich handelt es sich um eine klassische Liebesgeschichte und das Ende ist absehbar, dennoch haben sich die Autoren einiges einfallen lassen, um den beiden Hauptprotagonisten das Leben schwer zu machen und das Interesse des Lesers wach zu halten.

Für mich ein sehr gelungener zweiter Teil, der mich endgültig neugierig auf den dritten Band macht, dessen Mittelpunkt die uneheliche Tochter des verstorbenen Familienpatriarchen bildet.

Nacho Figueras
"Die Wellington-Saga - Verführung"
ISBN: 978-3-7341-0373-5
erschienen bei Blanvalet

Sonntag, 23. Juli 2017

[Rezension] Sandra Florean - Das Erbe des Hüters

Kurzbeschreibung:
"Als die junge Haley das Haus ihres verstorbenen Großvaters erbt, nimmt sie das Vermächtnis sofort begeistert an. Dabei ahnt sie nicht, dass sich ein dunkles Geheimnis um das in die Jahre gekommene Gemäuer rankt. Yven, ein uralter Vampir, erwacht durch ihr Erscheinen. Er bringt nicht nur Haleys Leben, sondern auch ihre Gefühle durcheinander, die durch die heiße Affäre mit dem charmanten Julian ohnehin Achterbahn fahren. Wenig später sieht sich Haley einer Bedrohung gegenüber, der sie nicht entkommen kann..."

Fazit:
Ich gebe zu, dass mich das Cover selbst nicht angesprochen hätte. Für mein Empfinden geht es zu sehr in Richtung schwülstige Vampirliebesgeschichte...

Da ich aber weiß, dass mich Sandra Floreans Geschichten noch immer gepackt haben, sah ich dem Lesen des Buches gespannt entgegen.

Auch wenn die Kombination alter Vampir - junge Sterbliche an die "Nachtahn"-Reihe denken lässt, haben wir es hier doch mit etwas vollkommen anderem zu tun: Haley ist eine toughe junge Frau und steht mit beiden Beinen im Leben. Sie lässt sich von niemandem etwas vorschreiben und so hat "Mr. Königskotzbrocken" es mitunter nicht leicht mit ihr, ist sein Frauenbild doch im viktorianischen England stehen geblieben.

Gerade dieser Gegensatz zwischen der modernen Haley und dem Vampir mit antiquierten Vorstellungen macht die Handlung sehr unterhaltsam und mitreißend. Sehr gut gefallen haben mir auch die Wendungen, die die Geschichte zu bieten hat, sodass man sich über Vorhersehbarkeit wirklich nicht beschweren kann.

Der Lesefluss ist sehr gut, die Neugier wird durchweg wach gehalten und auch, wenn mein persönlicher Favorit das Nachsehen hat, hat mich Haleys Geschichte definitiv mitgenommen.

Da am Ende doch noch einige Aufgaben zu erledigen bleiben, hoffe ich auf ein Wiederlesen mit Haley, Yven und den anderen.

Sandra Florean 
"Das Erbe des Hüters"
ISBN: 978-3-981-85860-0
erschienen im Talawah Verlag

[Rezension] Mila Roth - Ein Kinderspiel

Kurzbeschreibung:
"Geheimagent Markus Neumann erhält den Auftrag, einen jungen Hacker namens Mikolaj aus Krakau abzuholen und in den Zeugenschutz aufzunehmen. Das erst achtzehnjährige Computergenie hat eine Software entwickelt, mit deren Hilfe Nachrichtendienste und Polizei sich noch besser vor Hackerangriffen schützen und deren Ursprung zurückverfolgen können. Dazu hat Mikolaj Ressourcen des organisierten Verbrechens angezapft und fürchtet nun um sein Leben und das seiner erst zwölfjährigen Schwester Maja.
Wieder einmal soll die zivile Hilfskraft Janna Berg den Agenten zur Tarnung begleiten und zunächst sieht alles nach einer einfachen Mission aus. Doch die beiden Jugendlichen zu beschützen, wird zur lebensgefährlichen Herauforderung für das ungleiche Agententeam, denn schon bald sind ihnen Auftragskiller dicht auf den Fersen."

Fazit:
"Ein Kinderspiel" ist bereits der zehnte Teil der "Spionin wider Willen" - Reihe von Mila Roth. Diesmal musste die Leserschaft eine ganze Weile auf den neuen Teil warten. Nachdem die letzten beiden Einsätze von Markus und Janna nicht mehr ganz an die Spannung des Anfangs heranreichten, war ich gespannt, ob sich die Wartezeit lohnen würde.

Dass dies der Fall sein würde, wurde von Anfang an deutlich. Gleich zu Beginn ist man mitten im Agentengeschehen, Janna im Einsatz! Und auch die eigentliche Mission dieses Teils birgt eine Menge Spannung und Action.

Natürlich ist jedem Liebhaber dieser Vorabendserie in Buchform neben der jeweiligen Mission das Hin und Her zwischen Janna und Markus genauso wichtig und auch diesbezüglich kommt man auf seine Kosten!

Beides in Kombination sorgt für einen sehr guten Lesefluss, sodass die Seiten nur so dahinfliegen und man viel zu schnell ans Ende gelangt.

Mit "Ein Kinderspiel", dem zehnten Fall für Markus und Janna, hat die Autorin wieder einmal bewiesen, dass ihre Serienhelden noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht haben.

Mila Roth
"Ein Kinderspiel"
nähere Informationen zum Buch und zur Serie erhalten ihr auf der Seite der Autorni

Samstag, 22. Juli 2017

[Rezension] E. M. Tippett - Break it up [Nicht mein Märchen 2.5]

Kurzbeschreibung:
"Kyra ist dabei, ihre Leben umzukrempeln. Eine Veränderung ist, dass sie nicht mehr jeden Typen ran lässt, der ihr schöne Augen macht. Sie setzt ihre Träume und Hoffnungen für die Zukunft an erster Stelle. Als die aufstrebende Fotojournalistin die Chance ihres Lebens bekommt, die internationale Boy Band - Sensation Triple Cross zu begleiten, kann sie diese Gelegenheit nicht ausschlagen. Das Problem ist nur, dass sie in eines der Bandmitglieder verliebt ist. Gleichzeitig muss sie die Avancen eines anderen abwehren und ihre turbulente Vergangenheit geheim halten. Triple Cross sind "die netten Jungs von nebenan", von allen Eltern der Welt akzeptiert, haben aber gerade ihre langjährige Managerin gefeuert, die ihr sauberes Image und ihre Medienauftritte mit eiserner Faust kontrolliert hat. Als Zach Wechsler, Kyras Objekt der Begierde, ebenfalls Interesse zeigt, muss sie äußerst vorsichtig sein..."

Fazit:
"Break it up" ist ein Spin-off der Reihe "Nicht mein Märchen". Hier steht nicht Chloe, sondern Jasons Nichte Kyra im Mittelpunkt, die man zumindest am Rande bereits in den "Nicht mein Märchen" - Büchern kennengelernt hat.

Kyra hat eine bewegte Teenievergangenheit und wirkt schon deshalb nicht ganz so erhaben, wie es Chloe mitunter tat. Kyras Charakter ist sehr menschlich, was sie gleichzeitig verletztlich und liebenswert macht. Ihr trockener Sinn für Humor sorgt dafür, dass man das Buch nicht weglegen mag und keine Langeweile aufkommt.

Gut gefallen hat mir auch, dass es zwar leichte, unterhaltsame Lektüre ist, E. M. Tippett aber anhand von Kyra auch eine tiefergehende Botschaft vermittelt: an sich selbst zu glauben und zu sich selbst zu stehen!

Der Leser begleitet Kyra ein wenig auf ihrem Stück, erwachsen und verantwortungsvoll zu werden, allerdings sehr unterhaltsam und ganz ohne erhobenen Zeigefinger. Natürlich sind Chloe und Jason auch mit von der Partie, wodurch sich das Ganze gut in die Reihe eingliedert.

Auch wenn man die "Nicht mein Märchen" - Reihe nicht gelesen hat, kann man mit "Break it up" nichts falsch machen - eine wunderbare Sommerlektüre für den Urlaub oder den Balkon.

E. M. Tippett
"Break it up"

[Rezension] Lisa Gardner - Die Überlebende

Kurzbeschreibung:
"472 Tage lang lernte sie, wie viel ein Mensch ertragen kann:
Flora Dane, College-Studentin, am hellichten Tag gekidnappt. Wie durch ein Wunder überlebte sie. Und entkam ihrem Peiniger. Sieben Jahre ist das nun her - doch vergessen kann Flora nicht. Die Wände ihres Zimmers sind voller Fotos: Mädchen, die weniger Glück hatten als sie. Mädchen, die jetzt tot sind. Flora schwört, sie niemals im Stich zu lassen.

Und dann ist wieder eine junge Frau verschwunden. Kurz darauf wird Detective D. D. Warren an den Tatort eines grausigen Verbrechens gerufen. Ein Mann - verbrannt. Eine junge Frau - nackt und gefesselt. Flora Dane."

Fazit:
Ich habe im Verlauf der Jahre einige Bücher von Lisa Gardner gelesen, für mich eine Liga mit Karin Slaughter, Tess Gerritsen, etc. Umso überraschter war ich, zu lesen, dass Lisa Gardner hier in Deutschland wohl gar nicht so bekannt ist wie die anderen. Warum ist mir ein Rätsel und wer sich von der Qualität ihrer Bücher überzeugen möchte, findet mit "Die Überlebende" einen wunderbaren Anfang.

"Die Überlebende" ist bereits der sechste Band der Reihe um Detective D. D. Warren. Allerdings kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass man die vorherigen Bände nicht kennen muss, um der Handlung zu folgen. Wobei natürlich die Gefahr im Raum steht, dass die eigene Wunschliste im Anschluss um die fünf anderen Bänder reicher ist...

Der Leser wird von Anfang an mitten in die Handlung geworfen - Floras Entführung und ihr Leben danach. Allerdings behält Lisa Gardner eine Menge Fakten über das ein oder andere für sich und offenbart diese dem Leser erst im Verlauf der Handlung. Spannung ist über weite Teile deutlich spürbar, entsprechend gut der Lesefluss.

Sehr positiv aufgefallen ist mir, wie die Autorin mit der Sympathie des Lesers spielt - durch diverse Wendungen im Geschehen ist man auf Floras Seite, dann wiederum misstraut man ihr, dann zweifelt man, wer wie involviert sein könnte.

"Die Überlebende" von Lisa Gardner ist einer der besten Thriller, die ich in diesem Jahr gelesen habe und so werde ich mit Sicherheit auch die anderen Fälle von D. D. Warren noch kennenlernen.

Lisa Gardner
"Die Überlebende"
ISBN: 978-3-499-29093-0
erschienen im Rowohlt Verlag

Dienstag, 18. Juli 2017

[Blogtour] Sandra Florean - Die Seelenspringerin - Schnipselblogtour


Willkommen zur Blogtour!


Im Rahmen der Blogtour zu "Die Seelenspringerin" von Sandra Florean habt ihr die einmalige Chance, die Hauptprotagonisten der Serie exklusiv kennenzulernen.

In der Zeit vom 16.07.2017 - 22.07.2017 werden jeden Tag, sowohl um 6:00 Uhr als auch um 18:00 Uhr auf einem Blog ein Protagonist näher beleuchtet. Den genauen Tourfahrplan findet ihr weiter unten.

Zusätzlich zur Blogtour gibt es ein Gewinnspiel!

In jedem Blogbeitrag gibt es eine Gewinnspielfrage, die ihr in den Kommentaren beantworten könnt. Durch jede Antwort sammelt ihr ein Los. Am Ende der Blogtour gibt es noch eine abschließende Frage bei Nadja von den Bookwormdreamers. Ihr könnt also insgesamt 13 Lose sammeln.

Und was gibt es zu gewinnen?

Der Gewinner darf sich ein Taschenbuch des ersten oder zweiten Teils von "Die Seelenspringerin" aussuchen und erhält dazu noch ein paar schöne Goodies!

Doch hier erst einmal der Blogtourfahrplan:

16. Juli 201706:00 Uhr: Tess: Bookwormdreamers 18:00 Uhr: Jim: Books-Beauty-and-Creativity 17. Juli 2017
06:00 Uhr: Rafael: Das Buchmonster 18:00 Uhr: Angelo: Drachenleben 18. Juli 2017 06:00 Uhr: Octavian: Ninis Kleine Fluchten 18:00 Uhr: Ryan: Bücher - Tore in eine andere Dimension 19. Juli 201706:00 Uhr: Gail: Dropsys Schmöckerstube 18:00 Uhr: Geoffrey: Lesemappe 20. Juli 201706:00 Uhr - Johnny: Bookwormdreamers 18:00 Uhr - Gabby: Der Bücherkessel
21. Juli 201706:00 Uhr - Letitia: Buchimpulse 18:00 Uhr - Serena: Letannas Bücherblog 22. Juli 201706:00 Uhr - Gewinnspiel & Zusammenfassung der Schnipsel - Bookwormdreamers


Teilnahmebedingungen:

Teilnahme ab 18 Jahren oder mit Einverständniserklärung der Eltern.Versand nur innerhalb von Deutschland, Österreich und der Schweiz. Für den Postversand wird keine Haftung übernommen.Das Gewinnspiel endet am 23.07.2017 um 23:59 Uhr. Mit der Teilnahme am Gewinnspiel erklärt man sich im Gewinnfall bereit, öffentlich namentlich am Ende der Blogtour genannt zu werden.Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.Keine Barauszahlung des Gewinnes möglich.Das Gewinnspiel steht in keiner Verbindung mit Facebook und wird nicht von Facebook organisiert.

Aber nun erst einmal zu unserer heutigen Hauptperson:


Octavian

Vollständiger Name: Octavian
Alter: das weiß keinerSpezies: VampirBeruf: Vampirgebieter von NewtownBesondere Fähigkeiten: hüllt sein Gesicht in künstliche Schatten und manipuliert alle um sich herum. Kann bis zu einem gewissen Punkt in Tess´ Geist eindringenVorlieben: seine Macht mehren, spendet an wohltätige Zwecke, führt seine Untergebenen mit eiserner HandAbneigungen: Ungehorsam, Lutgers Werwolf-Rudel, Sonnenlicht, Journalisten

Regelmäßige Leser meines Blogs wissen, dass es nicht einer gewissen Ironie entbehrt, dass ausgerechnet ich einen Vampir vorstelle - bin ich nun wahrlich kein großer Vampirfreund.
Aber in meinen Rezensionen habt ihr auch schon erfahren, dass ich mich nie dagegen wehren konnte, dass ich Sandra Floreans Vampiren immer wieder verfalle - und Octavian ist ein ganz besonderes Exemplar seiner Spezies, steckt er doch voller Widersprüche. Und seinem Charisma hat man wenig entgegenzusetzen.

Hier kommt ein Schnipsel, der ein wenig von Octavians Wirkung wiedergibt, in diesem Fall die, die die meisten fürchten:


Dass sie zu weit gegangen war, erkannte sie erst, als der Vampir plötzlich aufsprang und wie eine Furie aus schwarzen Schatten und rotem Samt auf sie zukam.»Hinaus!«, brüllte er seine Begleiter an.Tess zuckte erschrocken zusammen und wich zurück. Er griff nach ihrem Arm und hielt sie fest. Sein Griff war kräftig, ohne brutal zu sein, dennoch spürte sie, dass sie sich nicht aus ihm würde befreien können.»Sie bleiben hier.«Die beiden jungen Männer erhoben sich flink und liefen hastig in Richtung Flügeltür. Die Tür fiel ins Schloss und Tess war mit dem zornigen Gebieter der Vampire allein.Octavian sah sie an. Auch wenn Tess seine Augen nicht sehen konnte, spürte sie seinen bohrenden Blick auf ihrem Gesicht. Er hielt noch immer ihren Arm fest und Tess fragte sich, was er nun mit ihr tun würde. Jetzt, da sie allein waren - und ohne Zeugen.


Neugierig geworden? Dann freue ich mich, wenn ihr der Blogtour weiter folgt und natürlich, wenn ihr euch entschließt, "Die Seelenspringerin" zu lesen und näher kennenzulernen!

Nun fehlt noch eins: Die Gewinnspielfrage:

Stellen wir uns einmal vor, die Welt wäre wie in "Die Seelenspringerin": Vampire, Gestaltwandler und Dämonen leben mitten unter den "normalen" Menschen, mehr oder weniger akzeptiert, toleriert oder gefürchtet.
Könntet ihr euch vorstellen selbst ein paranormales Wesen zu sein oder mit einem solchen eine Beziehung zu führen? Wenn ja, was wäret ihr gern? Vampir? Gestaltwandler? Dämon?

Bitte beantwortet die Frage in den Kommentaren. Für jede vollständige Antwort gibt es ein Gewinnlos.

Donnerstag, 13. Juli 2017

[Rezension] B. C. Schiller - TARGA - Der Moment, bevor du stirbst

Kurzbeschreibung:
"Targa Hendricks hat keine Freunde, keine Liebe, nichts zu verlieren. Doch vor allem hat sie keine Angst - und genau das macht sie so verdammt gut in ihrem Job. Denn als Undercover-Ermittlerin ist es ihre Aufgabe, Serienkiller auf frischer Tat zu überführen, und dazu gibt es nur zwei Wege: Targa muss sich einem Mörder ausliefern - oder ihn glauben lassen, sie sei wie er.

Falk Sandman ist Hochschuldozent, charismatisch, clever und besessen von den letzten Worten Sterbender - seiner Opfer. Als er eine junge Frau trifft, die sich für seine dunkle Seite interessiert, ist er zunächst skeptisch. Doch Sandman fasziniert ihr gefühlloses Verhalten. Allmählich vertraut er ihr - und sie kommen sich näher.

Ein tödliches Spiel beginnt. Wer wird gewinnen?"

Fazit:
Targa ist speziell. Als Neugeborenes bei eiskalten Temperaturen ausgesetzt, hat sie mehr verloren als nur einen kleinen Zeh: ihre Zwillingsschwester und, wie sie meint, auch ihre Gefühle. Wobei es nicht so ist, als würde sie gar nichts empfinden. Dennoch hatte ich so meine Probleme mit unserer Hauptprotagonistin. Ihre neurotische, mitunter ans Authistische grenzende Art sorgt dafür, dass aus ihrer Perspektive geschilderte Handlung kalt und nüchtern wirkt. Allerdings hat Targa, benannt nach dem Porschemodell, aus dem sie ausgesetzt wurde, es mit der Zeit geschafft, mich auf ihre Seite zu ziehen, was ihrer Intelligenz und ihrem Mut zu verdanken ist.

Anders verhält es sich mit unserem Bösewicht Falk. Man weiß von Beginn an, was er tut - eigentlich nicht meine Lieblingsperspektive, ist doch das Rätselraten um die Identität des Mörders immer ein großer Teil des Lesespaßes - aber hier hat es mich überhaupt nicht gestört. Falk ist intelligent, charismatisch und skrupellos: dennoch oder deswegen, war er mir von Anfang an sympathisch. Ein Problem, das ich mit Targa teile.

Der Lesefluss ist gut, die Handlung schlüssig und interessant. Ein wenig mehr Spannung hätte ich mir gewünscht, aber die Wendungen, die die Geschichte nimmt, haben dies ein wenig ausgeglichen.

"Targa - Der Moment, bevor du stirbst" lebt von der Intelligenz der Protagonisten, ist interessant, hätte aber ein wenig mehr Spannung und ein bißchen weniger Targa vertragen können.

B. C. Schiller
"Targa - Der Moment, bevor du stirbst"
ISBN: 978-3-328-10151-2
erschienen im Penguin Verlag

[Rezension] J. R. Ward - Bourbon Sins

Kurzbeschreibung:
"Nach dem Tod des Familienoberhaupts hängt die Bourbon-Dynastie der Bradfords am seidenen Faden. Der Patriarch hat nicht nur das Unternehmen hoch verschuldet hinterlassen, nun entpuppt sich sein vermeintlicher Selbstmord auch noch als Mord.
Unter Verdacht gerät der älteste Sohn Edward, den sein Vater um alles gebracht hat, was die Zukunft für ihn bereithielt. Während sein jüngerer Bruder Lane alles daran setzt, das Familienunternehmen zu retten, liegt das Schicksal der Bradford Bourbon Company nun ausgerechnet in den Händen ihrer größten Konkurrentin, der Frau, die Edward über alles liebt, aber unerreichbar für ihn scheint..."

Fazit:
"Bourbon Sins" ist nach "Bourbon Kings" der zweite Teil von J. R. Wards Trilogie rund um die Familie Bradford.
Wie wahrscheinlich die meisten Leser des ersten Bandes, habe ich sehnsüchtig auf die Fortsetzung der Geschehnisse gewartet, denn der erste Teil war sehr einnehmend und mitreißend.

Im Mittelpunkt des zweiten Teils steht auch wieder ganz klar Lane, den der Leser bereits im ersten Band sehr gut kennengelernt hat. Entsprechend halte ich es für sinnvoll, mit "Bourbon Kings" zu starten. Zwar kann man die Handlung von "Bourbon Sins" auch problemlos ohne Vorkenntnisse verstehen, aber da die ausführliche Hintergrundgeschichte der Geschwister im ersten Teil erzählt wurde, versteht man die einzelnen Charaktere sehr viel besser, wenn man diese kennt.

Das Buch beginnt eben dort, wo der erste Band endete. Lane steht vor den Trümmern des Familienunternehmens und macht es sich zur Aufgabe, dies und die Familie zu retten. Faszinierend ist die Metamorphose, die Lane im Verlauf der Handlung durchmacht - vom leichtlebigen Playboy hin zum Unternehmer mit Weitsicht. Allerdings muss er sich eingestehen, dass doch auch etwas von seinem Vater in ihm lebt...

Der Lesefluss ist sehr gut, man ist von Beginn an wieder mitten im Geschehen und dort läuft natürlich nichts so, wie es gewünscht wäre. Dass die Autorin ein Händchen für diffizile Charaktere hat, stellt sie in "Bourbon Sins" wieder einmal mehr unter Beweis. Steht auch Lane meist im Mittelpunkt, ist Edward mit seiner seelenheilgefährdenden Vorgeschichte doch noch immer mein persönlicher Liebling gewesen. Und gerade deshalb in Verbindung mit dem Cliffhanger am Ende des Buches, lässt die Zeit, bis am Ende des Jahres mit "Bourbon Lies" der Abschlussband der Trilogie erscheinen wird, sehr lang erscheinen.

J. R. Ward
"Bourbon Sins"
ISBN: 978-3-7363-0401-7
erschienen im Lyx Verlag

Freitag, 7. Juli 2017

[Rezension] Susanne Kliem - Trügerische Nähe

Kurzbeschreibung:
"Ein liebevoll restaurierter Hof im Grünen. Zwei Paare, die von einem Neuanfang träumen. Bis ein Gast kommt, der ein gefährliches Spiel beginnt. Ein Spiel, das für einen von ihnen tödlich enden wird..."

Fazit:
Nachdem mir Susanne Kliems aktuelles Buch "Das Scherbenhaus" sehr gut gefallen hat, wollte ich auch etwas anderes von ihr lesen. Da "Trügerische Nähe", das ursprünglich bei carl's books erschien, nun im Penguin-Verlag neu aufgelegt wurde, habe ich die Chance genutzt und mich aufgemacht ins Berliner Umland.

Auch in "Trügerische Nähe" finden sich sehr unterschiedliche Charaktere zusammen, die von der Autorin sehr individuell, bildhaft und menschlich nachvollziehbar charakterisiert werden.

Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt, wodurch der Leser, im Gegensatz zu den handelnden Personen, einen guten Überblick über das Geschehen erhält.

Wenn man von einem Kriminalroman unfassende polizeiliche Ermittlungen erwartet, muss man bei "Trügerische Nähe" umdenken. Denn vorrangig geht es hier um die psychologische Komponente. Was passiert, wenn ein fragiles Gleichgewicht von außen gestört wird?

Der Lesefluss ist gut, die Handlung baut sich nach und nach auf und der Leser ist gespannt, in welche Richtung sich alles entwickeln wird. Dort genau liegt für mich der Schwachpunkt des Buches: Es entwickelt sich alles genau so, wie man es als Leser vermutet, selbst Täter und Opfer liegen letztendlich auf der Hand. In der Hinsicht hätte ich mir gewünscht, von der Autorin überrascht zu werden.

Insgesamt ist "Trügerische Nähe" ein solider Krimi mit Spannung und Unterhaltung, dem leider die Überraschung fehlt.

Susanne Kliem
"Trügerische Nähe"
ISBN: 978-3-328-10122-2
erschienen im Penguin Verlag

[Rezension] Nora Roberts - Sternenstaub

Kurzbeschreibung:
"Die selbstbewusste Archäologin Riley hat einen Auftrag: Zusammen mit fünf weiteren Auserwählten muss sie nach Irland reisen, um dort die Suche nach dem letzten Stern, dem Stern des Eises, zu vollenden und das Schicksal aller Welten zu retten. Um die noch fehlenden Hinweise zu finden, vertieft sich Riley in die Geschichte und die Mythen Irlands. Als sie eines Tages in eine gefährliche Situation gerät, ist es der geheimnisvolle Doyle, der sie rettet, und sie kommen einander näher, gefährlich nah. Doch Doyle verschloss einst sein Herz für immer. Wird ihre Liebe trotzdem eine Chance haben? Und werden die sechs Auserwählten es schaffen, ihre Mission zu erfüllen?"

Fazit:
"Sternenstaub" ist der Abschluss der Trilogie um die Suche der Auserwählten nach den drei Sternen, die die Welt vor der bösen Nerezza retten sollen. Bereits in den Rezensionen zu den ersten beiden Teilen habe ich erwähnt, dass man eine gehörige Portion Humor benötigt - ich vermute, fehlt dies einem Leser, kommt dieser erst gar nicht bis zum dritten Band. Zum Verständnis des Ganzen ist es hilfreich, die Trilogie von Beginn an zu lesen, da die Geschichte fortlaufend erzählt wird.

Neben der Suche nach den Sternen geht es natürlich auch um das Privatleben der Auserwählten. Fanden sich in den ersten beiden Bänden bereits die vier anderen Freunde zu zwei Paaren zusammen, lag von vornherein auf der Hand, dass auch Riley und Doyle zueinander finden würden. Allerdings drängt sich dem Leser der Eindruck auf, dass Nora Roberts auch nicht wirklich eine Idee hatte, wie dies schlüssig zu bewerkstelligen sein könnte. Hat sich die Autorin in der Vergangenheit oft als Grande Dame des Gefühls bewiesen, geht ihr selbiges in "Sternenstaub" leider völlig ab. Denn Gefühl oder Romantik oder irgendetwas ähnliches kommt zwischen Riley und Doyle nicht auf - man hat eher den Eindruck, dass da der Holzhammer benutzt wurde.

Auch in Hinblick auf die Suche nach dem Stern tut sich in großen Teilen des Buches nichts und dann im letzten Viertel muss der Stern gefunden, die Welt gerettet und noch zwei Hindernisse der Auserwählten aus dem Weg geschafft werden, sodass dann alles ein wenig übers Knie gebrochen scheint.

Da ich natürlich den Ausgang der Suche miterleben wollte, habe ich es nicht bereut, "Sternenstaub" gelesen zu haben, aber nicht nur war es mit Abstand der schwächste Band der Trilogie, auch von Nora Roberts ist man ein ganz anderes Kaliber gewöhnt.

Nora Roberts
"Sternenstaub"
ISBN: 978-3-7341-0341-4
erschienen bei Blanvalet

Dienstag, 27. Juni 2017

[Rezension] Kelley Armstrong - Dunkles Omen

Kurzbeschreibung:
"Olivia Taylor-Jones hat alles, was sich eine junge Frau nur wünschen kann: Schönheit, Liebe, Reichtum. Bis zu dem Tag, an dem sie erfährt, dass ihre Eltern Mörder sind. Auf der Suche nach der Wahrheit kommt sie nach Cainsville und dort einem dunklen Geheimnis auf die Spur..."

Fazit:
"Dunkles Omen" ist der Auftakt der "Cainsville"-Reihe und Cainsville ist ganz sicher kein normales Örtchen. Dass hier etwas vor sich geht, wird beim Lesen sehr deutlich und auch nach den beinahe 600 Seiten des Buches hat man nur ein wenig an der Oberfläche gekratzt, weshalb es nur gut und richtig, ist, dass es weitere "Cainsville"-Bücher geben wird.

In diesem nun steht nicht der Ort an sich, sondern Olivia im Vordergrund. Ihr Leben ändert sich schlagartig, als sie eines Abends erfährt, dass sie adoptiert wurde und ihre biologischen Eltern wegen achtfachen Mordes im Gefängnis sitzen. Auf der Suche nach Antworten gerät sie in etwas hinein, was sie sich vorher nicht hätte vorstellen können.

All dies klingt nach einer typischen Thrillerhandlung. Dennoch finde ich die Genrebezeichnung "Thriller" irreführend, wobei dies wohl an der Interpretation des Genres liegt. Bezeichnet man ein Buch als Thriller, bei dem die Hauptperson selbst in Gefahr gerät, dann haben wir hier einen Thriller. Ich persönlich erwarte von einem Thriller durchgängig ein gewisses Maß an Spannung - im Idealfall zunehmend mit Fortschreiten der Geschichte. Davon ist bei "Dunkles Omen" nicht wirklich etwas zu spüren. Die letzten 50 Seiten, da ist es wirklich richtig spannend, davor ist es interessant, unterhaltsam, rätselhaft und grundsätzlich auf jeden Fall mystisch. Von daher wäre "mystischer Spannungsroman" sicher zutreffender.

Nichts desto trotz ist der Lesefluss gut und die Handlung nimmt den Leser mit. Es gibt so viele Fragen und auf die möchte man Antworten. Diese bekommt man auch, allerdings nur in Bezug auf Olivias Geschichte - Cainsville selbst bleibt sehr mysteriös.

Insgesamt fehlte es mir an Spannung und Nervenkitzel, aber unterhaltsam und mitreißend war "Dunkles Omen" auf jeden Fall. Von daher freue mich sehr, im Folgeband den Rätseln von Cainsville (hoffentlich) mehr auf die Spur zu kommen.

Kelley Armstrong
"Dunkles Omen"
ISBN: 978-3-453-31857-1
erschienen bei Heyne

Samstag, 24. Juni 2017

[Rezension] R. K. Lilley - Love is war - Verlangen

Kurzbeschreibung:
"Nie hätte Scarlett sich ausgemalt, dass sie einmal als Stewardess enden und Drinks servieren würde. Und dann sass eines Tages auch noch Er im Flieger, durchbohrte sie mit seinem heissen Blick und bestellte einen Gin Tonic. Es war Jahre her, seit sie ihn gesehen, seit er sie geliebt hatte. Dante wollte sie. Wieder. Und sie ihn. Sie würde mitspielen...
Aber dieses Mal würde sie Ihn brechen. Denn letzten Endes ist Liebe Krieg.

Fazit:
"Love is War - Verlangen" ist der erste Teil der Geschichte von Scarlett und Dante. Die Fortsetzung "Love is War - Sehnsucht" wird Mitte August erscheinen.

Zuerst aufgefallen sind mir zwei Dinge: Zum Einen, dass der Titel des Buches "Love is War" Scarlett in Leib und Seele übergegangen ist - sobald es um Dante geht, wird sie zum strategischen Feldherrn, der akribisch seine nächste Schlacht plant - natürlich kommt ihr Herz dem Kopf immer wieder ins Gehege... Zum Anderen fiel mir auf, dass mir der Vorname unseres männlichen Hauptprotagonisten total gut gefällt: Dante. Ich finde, das hat Klang (auch wenn ich mit den Werken des gleichnamigen Dichters nie etwas anfangen konnte). Seit Gideon hat mir wohl kein männlicher Vorname mehr so gut gefallen.

Bei Scarlett gibt es kein Vorgeplänkel und so ist man auch direkt mitten im Buch! Scarlett hasst Dante, weil.... Ja, warum, das weiß man anfangs noch nicht. Die Geschichte wird in zwei unterschiedlichen Handlungssträngen erzählt: Scarlett in der Gegenwart und Scarlett in der Kindheit und Jugend - beides untrennbar verbunden mit Dante.

Nach und nach erschließt sich dem Leser, warum Scarlett ist, wie sie ist und empfindet, wie sie es tut - und warum sie so enttäuscht ist von Dante. Die Gegenwart spiegelt die Erfahrungen wider und die fortschreitende Handlung zeigt dann auch, dass deutlich mehr dahinterstecken muss, als Scarlett weiß oder vermutet - was genau die Hintergründe sind? Das erfährt man dann wohl erst in der Fortsetzung, aber beim Leser gehen bereits diverse Vermutungen im Kopf herum.

Der Lesefluss ist sehr gut, weil Scarlett generell sehr unterhaltsam ist, weil man Dante ins Herz schließt und auf ein gutes Ende hofft, aber gleichzeitig auch mehr aus der Vergangenheit erfahren will, um noch mehr zu verstehen und zu vermuten.

Scarlett und Dante sind ein Paar, das beim Leser direkt das Suchtzentrum aktiviert und so freue ich mich schon jetzt auf die Fortsetzung im August!

R. K. Lilley
"Love is War - Verlangen"
ISBN: 978-3-453-58055-8
erschienen bei Heyne